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Geschafft! Elisabeth Donle (17) fuhr nach dem Unfall ihre Führerscheinprüfung souverän zu Ende – und darf nun stolz ihre Prüfungsbescheinigung präsentieren.

Happy End

Was für eine Fahrprüfung! Elisabeth Donle (17) besteht trotz Unfall

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Eching/Fahrenzhausen - Elisabeth Donle (17) aus Fahrenzhausen wurde unschuldig in einen Verkehrsunfall verwickelt - bei der Fahrprüfung. Ein Alptraum. Doch sie lässt sich nicht beirren.  

Montag, gegen 9 Uhr, in der Bahnhofstraße in Eching: Elisabeth Donle steigt in den Audi A 3 ein. Sie stellt sich den Sitz ein, justiert die beiden Außen- und den Innenspiegel, alles passt. Sie startet den Motor. Noch schnell dreimal tief durchatmen, dann kann’s losgehen mit der praktischen Führerscheinprüfung. „Etwas nervös war ich schon“, erzählt die 17-jährige Fahrenzhausenerin. „Es war immerhin mein zweiter Versuch.“ Was dann aber folgen sollte, hätte sie nicht zu träumen gewagt. „Es war einfach Wahnsinn!“ 

15 Minuten lang läuft alles nach Plan. Bis zu dieser Szene: Elisabeth biegt von der Echinger Dieselstraße links in die Fraunhoferstraße ab, sie nimmt die rechte der beiden Abbiegespuren. Links neben ihr fährt ein 22-Jähriger mit seiner Mercedes-Zugmaschine: Der schlägt allerdings einen zu weiten Radius ein – und rasiert die linke hintere Tür des Fahrschulwagens. So schildert die Polizei Neufahrn den Unfallhergang ( wir berichteten). „Das ging alles so schnell, ich konnte erst gar nicht glauben, was passiert ist“, sagt die 17-Jährige. Und das Schlimmste: „Ich war mir erst nicht ganz sicher, wer Schuld hat.“ Die Frage war jedoch schnell geklärt: „Der Prüfer und mein Fahrschullehrer haben mir gleich gesagt, dass ich den Unfall nicht verursacht habe – da ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen.“ Sie ist den beiden unendlich dankbar: „Ich war total aufgelöst, beide haben sich fast väterlich um mich gekümmert und mich beruhigt.“ 

Sie war nicht schuld: Ein Lkw hat die linke Seite von Elisabeth Donles Fahrschul-Audi rasiert.

Doch das Wichtigste: Elisabeth konnte ihre Fahrt fortsetzen. „Hätte sie Schuld an dem Unfall gehabt, dann wäre die Prüfung natürlich hinfällig gewesen“, erläutert Franz Burglechner, Elisabeths Fahrlehrer und Inhaber der gleichnamigen Echinger Fahrschule. Außerdem war der Audi zwar an der linken Seite zerkratzt und eingedellt, aber noch fahrtüchtig. Und so ging’s nach der Unfallaufnahme weiter nach Freising – mit allen Schwierigkeiten vom Anfahren am Berg bis hin zum Rückwärtseinparken. „Sie hat das alles sehr gut gemeistert – und das unter diesen Voraussetzungen“, lobt Burglechner. 

„Ich bin einfach überglücklich, dass ich es geschafft habe“, erzählt Elisabeth. „Im Gegensatz zu meinem ersten Prüfungsversuch, als ich den Motor oft abgewürgt habe.“ Einen weiteren Anlauf hätte es vorerst übrigens nicht gegeben: Denn Elisabeth sitzt quasi auf gepackten Koffern. Schon am Samstag startet ihr Flieger nach Singapur. Dort wird ihr Vater Thomas (44), der in der Telekommunikationsbranche tätig ist, die nächsten zwei, drei Jahre arbeiten. Mama Jeanette (44) und Tochter Elisabeth kommen natürlich mit. „Das wird eine spannende Erfahrung“, freut sich die 17-Jährige. Sie musste dafür allerdings ihr Freiwilliges Soziales Jahr, das sie nach ihrem Realschul-Abschluss in einem Kindergarten begonnen hat, vorzeitig beenden. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich beruflich die soziale Richtung einschlage“, sagt die junge Frau. „Vielleicht komme ich auch schon in einem halben Jahr, wenn ich volljährig bin, wieder zurück nach Deutschland.“ 

Jetzt gibt es aber erstmal etwas zu feiern – und natürlich viel zu berichten: „Die können alle gar nicht glauben, was mir bei der Fahrprüfung passiert ist“, erzählt Elisabeth schmunzelnd. „Mein Vater fand es jedenfalls lustig.“

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