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Für rasante Action war bei einer Zeitreise in die 2030er Jahre Joachim Enßlin zuständig, der im roten Tesla-Roller rasant und mit Zenzi (als „Schutzengel“ auf Rollerskates) rasant durch den Saal düste.

70 Jahre SPD in Eching

„Eine konstante Größe“

Als Erfolgsgeschichte haben die Echinger Sozialdemokraten mit rund 150 Gästen ihr 70-jähriges Jubiläum im Echinger Bürgerhaus gefeiert. In einer kurzweiligen Mischung aus Standortbestimmung, Rück- und Ausblick, Sketchen und Gstanzln wurde ein viel-schichtiges Portrait der Sozialdemokratie gezeichnet.

Eching – Bei allem Stolz auf das in 27 „Regierungsjahren“ in der Gemeinde Eching Erreichte, gefiel die Art, mit der die schauspielernde und singende SPD-Truppe sich selbst auf die Schippe nahm. Mit treffsicherem Spott wurden die politischen Mitbewerber durch den kabarettistischen Kakao gezogen. So hatte die SPD zwei neue „Bürgerparteien“ erfunden, nämlich die BfA („Bürger für Alles“) und die BgA („Bürger gegen alles“), eine satirische Spitze der gegenwärtigen Parteien-„Landschaft“. Beste Laune verbreiteten zudem die Sir Flint’s Boheme Jazzers mit ihrem beschwingtem Dixieland und New-Orleans-Jazz.

Die Laudatio auf 70 Jahre SPD hielt Bürgermeister Sebastian Thaler, „auch wenn ich kein Parteimitglied bin.“ Er charakterisierte den Ortsverband als „konstante Größe der Ortspolitik.“ Seinen beiden Bürgermeisterkollegen und Amtsvorgängern Joachim Enßlin und Rolf Lösch attestierte er, „den Geist der Zeit erkannt“ und mit Weitsicht gehandelt zu haben: „Davon zehren wir noch heute“, sagte Thaler.

Rund 150 Gäste waren zur großen Jubiläumsfeier in das Bürgerhaus nach Eching gekommen.

SPD-Bundeskandidat Andreas Mehltretter führte in seinem kurzen Grußwort vor Augen, dass der SPD-Ortsverband älter als die Bundesrepublik sei und somit ihre Geschichte „auch die Geschichte der Demokratie in Deutschland“ wiederspiegle. Nach einem Dialog der beiden Vereinsvorsitzenden Carsten Seiffert und Thomas Müller-Saulewicz, zur Daseinsberechtigung der SPD, gingen die Echinger Genossen der Frage nach, für welche Politik die Partei steht. Dazu wurden die vier ureigenen politischen Aufgabenfelder Gerechtigkeit, Kommunalpolitik, Flüchtlinge und Frauen auf die Bühne gebracht – und als immer wieder neu zu definierende und entwickelnde Prozesse beleuchtet. So zeigten Elke Saulevicz als Frauenrechtlerin Clara Zetkin und Sybille Schmidtchen in der Rolle von Elisabeth Gelbert, einer der vier Mütter des Grundgesetzes, den langen Weg in die Gleichberechtigung auf, der auch heute keinesfalls abgeschlossen ist.

Einen sehr, sehr wichtigen Bogen schlugen Werner Schefold, Sabine Palitzsch und Franz Nadler zwischen den Einzel-Schicksalen der von Nazis verfolgten und geflohenen Sozialdemokraten zu den heutigen Flüchtlingen.

Für Schmunzeln sorgte unter anderem Fraktionssprecherin Anette Martin auf ihrer (erfolglosen) Suche nach der politischen Heimat beim Speed-Dating in der Parteienlandschaft. Zum Schluss des offiziellen Teils stimmten alle beim Refrain von „Life is Life“ ein. Dazwischen gab’s Programmatisches in Reimform: „Die Vergangenheit ist wichtig, wir denken gern zurück, die Zukunft zu gestalten, dahin geht der Blick.

Ulrike Wilms

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