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Gut 50 Interessierte nahmen an der rund zweieinhalbstündigen Wanderung durch die Garchinger Heide teil.

Auf schmalen Pfaden durchs „Wunderland“ Garchinger Heide

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Die BayernTourNatur hat heute rund 50 interessierten Bürgern besondere Blicke hinter die „Kulissen“ der Garchinger Heide gestattet. Auch die Lokalprominenz war vertreten.

Eching – Das einzigartige Naturschutzgebiet Garchinger Heide befindet sich im Mai in seiner gelben Phase: Zum vorherrschenden Blühaspekt tragen dabei das Brillenschötchen, Regensburger Zwergginster, der graue Löwenzahn oder auch verschiedene Wolfsmilchgewächse bei. Weitere zartviolette Farbakzente setzen der Ausdauernde Lein und die Kugelblume.

Sie alle gehören zu den rund 240 verschiedenen Pflanzenarten, die auf der 25 Hektar umfassenden Reliktfläche mit ihrer Vielfalt seltener Pflanzen- und Tierarten nachgewiesen werden konnten. Seit 2008 flankiert das europäische Lebensraum- und Artenschutzprogramm Natura 2000 die Bewahrung biologischer Vielfalt im Projektgebiet des 1990 gegründeten Heideflächenvereins, zu dem als besonderer Schatz die Garchinger Heide zählt. Bei einer spannenden Exkursion ins Grüne im Rahmen der BayernTourNatur konnten am Dienstag bei strahlendem Sonnenschein gut 50 Teilnehmer bei einer gut zweieinhalbstündigen Wanderung an sieben Stationen einen Eindruck von dem lebendigen Mikrokosmos der von außen so unscheinbar wirkenden Grasheidefläche gewinnen.

Die Garchinger Heide einschließlich dem ehemaligen Rollfeld, das im zweiten Weltkrieg von KZ-Häftlingen angelegt wurde und auf dem besonders seltene Enziane gedeihen, darf nicht ohne Grund nur auf schmalen Pfaden begangen werden. Zu den NaturTour-Teilnehmern zählten zahlreiche prominente Ehrengäste, unter anderem Regierungspräsidentin Brigitta Brunner, Landrat Josef Hauner, der die Begrüßung übernahm, die Landtagsabgeordneten Benno Zierer und Christian Magerl sowie die Bürgermeister Dietmar Gruchmann (Garching) und Sebastian Thaler (Eching) sowie Echings Altbürgermeister Rolf Lösch, der maßgeblich an der Entwicklung des Heideflächenvereins Anteil hatte.

Unter Beteiligung von Prof. Jörg Ewald (Bayerische Botanische Gesellschaft), Prof. Johannes Kollmann (TU München), Jörg Steiner (untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Freising) und Christine Joas (Heideflächenverein) wurde die kulturhistorische, naturschutzfachliche und wissenschaftliche Bedeutung der Garchinger Heide detailreich beleuchtet. So erläuterte Ewald anschaulich, aus welch verschiedenen Komponenten der seltene Lebensraum entstehen konnte. Die Garchinger Heide verdankt also ihre Existenz der jüngsten Eiszeit, dem historischen Ackerbau, der Allmende ab dem frühen Mittelalter, dem Militär als „Landschaftsschützer“, der Gründung der Bayerischen Botanischen Gesellschaft im allgemeinen und den Verdiensten von Franz Vollmann im Besonderen.

Deutlich wurde bei der Exkursion, dass die natürlichen Heideflächen stets zivilisatorischen Gefährdungen durch die Menschen ausgesetzt waren – früher wie heute. Waren es in der Vergangenheit die Einführung des Kunstdüngers und der wachsende landwirtschaftliche Flächenbedarf, so heißt die Herausforderung nunmehr, die Belange des Naturschutzes mit den Erfordernissen des Städtebaus und der Naherholung unter einen Hut zu bringen. Mehr Infos zur BayernTourNatur unter www.tournatur.bayern.de.

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