Bauen wird teurer
+
Die gestiegenen Bodenrichtwerte sorgen nun dafür, dass das Bauen in Eching teurer wird.

Sondersitzung des Gemeinderats

Baulandvergabe in Eching neu geregelt - aber der Rathauschef hatte eine Hiobsbotschaft

Echinger Grund kann künftig wieder verkauft und nicht nur im Erbbaurecht vergeben werden. Nach dem Bürgerentscheid wurde die Baulandvergabe jetzt neu geregelt.

Eching – Die Sondersitzung zur neuen Regelung der Baulandvergabe „Eching West“ und „Dietersheim Süd-Ost“ begann mit einer „Hiobsbotschaft“ von Bürgermeister Sebastian Thaler: Demnach haben sich die Bodenrichtwerte aktuell geändert. Will heißen: Sie sind gestiegen. Und zwar nicht unerheblich. Im Fall von Eching von 1500 auf 1800 Euro pro Quadratmeter und im Falle von Dietersheim von 1650 auf 1980 Euro. „Wir müssen uns danach richten“, machte Thaler mit dem Hinweis deutlich, dass das Auswirkungen auf die Grundstückspreise hat.

Allzu viel Spielraum für das hehre Ziel, auch Normalverdiener bzw. junge Familien mit Kindern bei der Baulandvergabe in Eching zu begünstigen, blieb unter diesen Umständen nicht mehr. Bei einer Durchschnittsgröße von 330 Quadratmetern in „Eching West“ kommt man auf knapp 600 000 Euro, wie Gemeinderat Alexander Krimmer (ÖDP) monierte. Er stellte die Frage in den Raum, ob da nicht die begünstigt seien, die sich „auch auf dem freien Markt etwas leisten können“.

Mehr als 40 Prozent Abschlag sind nicht drin

„Eine berechtigte Frage“, wie Thaler einräumte. An der Vermögensgrenze oder am Abschlag, den die Gemeinde Bauwerbern gewährt, zu drehen, wie es etwa Christoph Gürtner (FW) gerne gehabt hätte, kommt aber offenbar nicht in Frage. Wegen der Rechtsaufsicht, wie es hieß, die einen höheren Abschlag als die am Ende beschlossenen 40 Prozent nicht zulässt. Gürtner hatte 50 Prozent vorgeschlagen.

Das Argument von Lena Haußmann, die darauf hinwies, dass auch die Einkommen gestiegen seien, wollte Christoph Gürtner nicht gelten lassen. „Mein Gehalt ist in drei Jahren nicht um 20 Prozent gestiegen“, hielt er Haußmann entgegen.

Unstrittig war hingegen, dass man die zu vergebenden Grundstücke, wie bereits vorab verhandelt und fraktionsübergreifend vereinbart, je zur Hälfte wahlweise verkauft und im Erbbaurecht vergibt. Für die Bauparzellen in „Eching West“ bedeutet das: 14 werden in Erbbaurecht und 14 im Verkauf vergeben. Im Falle von „Dietersheim Süd-Ost“ sind 16 Parzellen im Erbbaurecht und 15 zum freien Verkauf vorgesehen. Die Beschlüsse dazu fielen einstimmig.

Kampfabstimmung bezüglich der Vermögensobergrenze

Der Erbpachtzins für „Eching West“ beträgt nach aktuellem Stand der Dinge 14,85 Euro pro Quadratmeter, der für „Dietersheim SüdOst“ 16,47 Euro. Die Erbpacht wird nach Auskunft aus dem Rathaus alle sechs Monate erhoben.

Zu einer Kampfabstimmung kam es bezüglich der Vermögensobergrenze, einem Vergabekriterium, das im Zuge der höheren Bodenrichtwerte nach Worten aus den Reihen von SPD, ÖDP und Grünen angepasst werden sollte. Es war von 80 statt der bisher geltenden 100 Prozent die Rede. Die Vermögensobergrenze lag bisher bei 120 000 Euro. Das bleibt auch so. Ein entsprechend formulierter Antrag wurde mit 14:7 angenommen.

Am Ende einigte man sich noch darauf, einen Vergabeausschuss einzurichten. Auf Vorschlag von Rathauschef Thaler soll dem Gremium eine Person pro Fraktion angehören. Die Eingabefrist für Bauwerber hat man indes bis Freitag, 29. Oktober, um 12 Uhr verlängert. Eine Forderung, die Georg Bartl (CSU) gestellt hatte. Ursprünglich war Mitte Oktober angedacht gewesen. Mit als Begründung nannte Verwaltungsleiter Markus Fischböck: „Wir fordern auch viel mit den Kriterien“. Die bereits für Erbbaurecht abgegebenen Bewerbungsunterlagen werden dem Verwaltungsleiter zufolge „herangezogen“. Die Bauwerber würden allerdings angeschrieben und über die neue Lage informiert. „Sie erhalten aktuelle Unterlagen“, teilte Fischböck dem FT mit.

Alexander Fischer

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare