Die Blaue Brücke liegt direkt neben dem Echinger See
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Ein markantes Echinger Bauwerk, die Blaue Brücke, ist in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig. Die Reparaturmaßnahmen, die fast doppelt so teuer werden wie erwartet, sollen im Frühjahr durchgeführt werden.

Weil Zimmerer- und Spenglerarbeiten den Preis in die Höhe treiben

Böse Überraschung: Sanierung der Blauen Brücke wird plötzlich um 250.000 Euro teurer

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Schlechte Laune in Echings Bauausschuss: Statt 350000 Euro wird die Sanierung der Blauen Brücke wohl rund 600000 Euro verschlingen.

Eching – Bereits 2020 wurde der Zustand der Blauen Brücke von Expertenseite als „dringend sanierungsbedürftig“ eingestuft. Aufgrund der verhängten Haushaltssperre kam der Gemeinderat im Sommer überein, die erforderlichen Instandsetzungen des mittlerweile 22 Jahre alten Bauwerks im Freizeitgelände am Echinger See auf dieses Frühjahr zu verschieben. Doch bei der Angebotseinholung der vier ineinandergreifenden Brücken- und Straßenbau-Gewerke erlebten Verwaltung und politische Gemeinde nun eine böse Überraschung: Bei den vom Ingenieurbüro Gollwitzer und Linse geschätzten Gesamtkosten schlagen statt 350 000 Euro wohl rund 250 000 Euro mehr zu Buche.

Als wesentlicher Preistreiber erweisen sich aktuell die Zimmerer- und Spenglerarbeiten, bei denen 14 Firmen die Ausschreibungsunterlagen angefordert hatten. Wie Bauingenieur Ermis Tsoupras vom Echinger Bauamt im BPU-Ausschuss erläuterte, haben nur zwei Firmen, eine aus Bremen und eine aus Thüringen, ein Angebot abgegeben: Aus dem gesamten süddeutschen Raum gab es keine einzige Rückmeldung. Der günstigste Bieter mit rund 280 000 Euro – mehr als doppelt so viel wie kalkuliert – ist eine Firma aus dem thüringischen Fresenburg.

Fachfirmen hätten eine weite Anreise vor sich

Gutachter Tobias Linse nannte mehrere Ursachen für diese eklatante Teuerung: Zum einen reagiere das boomende Zimmerergewerk mit Preissteigerungen. Zum anderen müsse berücksichtigt werden, dass die beiden infrage kommenden Fachfirmen, die auf derartige Arbeiten spezialisiert seien, sehr weite Anfahrten zu kalkulieren hätten. Schlussendlich, und das sei durchaus ein ausschlaggebender Faktor, handele es sich bei Echings Blauer Brücke um ein ungewöhnliches, ja einzigartiges Projekt. Die Holzkonstruktion fach- und sachgerecht zu sanieren, „das traut sich nicht ein jeder“. Das sei „wesentlich komplexer als ein einfacher Dachstuhl“.

Jetzt war guter Rat tatsächlich teuer. Die CSU trat nachdrücklich dafür ein, die Karte einer Annullierung zu ziehen, was bei derart eklatanten Preissteigerungen durchaus üblich ist. Mehrheitlich aber überwogen die Zweifel, dass eine Neuauflage tatsächlich zu günstigeren Resultate führen könnte. Linse und Tsoupras warnten zudem vor den nicht kleiner werdenden Schwierigkeiten, vier Gewerke in einem bestimmten Zeitfenster „unter einen Hut“ bringen zu müssen. Witterungsbedingt bietet sich für die Instandsetzung von feuchten Holzteilen bevorzugt das Frühjahr an, wenn man nicht die Sommer- und Badesaison am Echinger See beeinträchtigen möchte.

Arbeiten sollten nicht auf die lange Bank geschoben werden

Linse empfahl dringend, die geplanten Instandsetzungen an der Blauen Brücke umgehend umzusetzen, denn es besteht vor allem aus baufachlicher Sicht „dringender Handlungsbedarf“. Würden die Arbeiten ein weiteres Mal auf die lange Bank geschoben, schritten die durch eindringende Feuchtigkeit verursachten Schäden wie Holzfäule und Pilzbefall an der Tragekonstruktion unweigerlich dazu, „dass Abriss und Einsturz drohen“.

Eine klare Gemeinderatsmehrheit einschließlich Bürgermeister und Verwaltung zeigte sich von den Ausführungen des Gutachters überzeugt und entsprechend auch gewillt, „in den sauren Apfel zu beißen“. Mit 8:2 Stimmen entschied der BPU-Ausschuss, „die bittere Pille“ (Zitat Christoph Gürtner) mangels Alternativen zu schlucken. Bei Gegenstimmen von Georg Bartl und Bernhard Wallner (CSU) wurde die Reparatur mit erwarteten Mehrkosten von 250 000 Euro beauftragt.

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