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Schneller zur U-Bahn: Zweckverband Neufahrn/Eching beschließt massiven Fahrplanausbau für die Buslinie 690

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Alle Wege führen zur U-Bahn nach Garching - und das möglichst schnell
So sieht es aus: das neue Ringbuskonzept für die Buslinie 690. © Zweckverband Versorgungs- und Verkehrsbetriebe Neufahrn/Eching

Eine schnelle Busverbindung von Neufahrn und Eching zur U 6 nach Garching - dafür hat der zuständige Zweckverband den Weg nun geebnet.

Eching/Neufahrn - Der Zweckverband Versorgungs- und Verkehrsbetriebe Neufahrn/Eching gab in jüngster Sitzung Grünes Licht für ein neues Ringbus-Konzept auf der Linie 690. Der Expressbus mit Elektroantrieb kann allerdings wegen laufender Verträge erst Ende 2026 starten. Die Linie 690 verbindet die S-Bahnhöfe Eching und Neufahrn über Dietersheim mit dem Forschungszentrum Garching und damit mit der U 6. An der Optimierung dieser arbeitet man schon seit etwa einem Jahrzehnt. Zuletzt konnte man den Takt auf 20 Minuten verdichten.

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Mit der Zustimmung des Verbands zum neuen Konzept wurde nun ein Meilenstein gesetzt: „Wir machen einen großen Schritt in die Zukunft“, unterstrich Johannes Mahl. Der Verbandsgeschäftsführer, dies unterstrich Echings Bürgermeister Sebastian Thaler, habe das Projekt enorm vorangetrieben. Das Ergebnis: ein massiver Fahrplanausbau. Von 4.30 bis 24 Uhr (bisher: 5.30 bis 22.30 Uhr) fährt der Bus werktags. Durch die (gegenläufige) Linienführung wird aus dem 20-Minuten- ein 10-Minuten-Takt. An Wochenenden verkehrt der 690’er stündlich zwischen 8 und 0.30 Uhr (bisher: 8 bis 21 Uhr).

Um dies zu bewerkstelligen, werden nun die zeitraubenden und verspätungsträchtigen „Ortsrunden“ aus dem 690-Fahrplan ausgeklammert. Sie wird – schon ab 2024 – ein Midibus separat drehen. Über das entsprechende Konzept für die neue Linie 696 entscheidet der Gemeinderat Eching am kommenden Dienstag. Zentraler Umsteigepunkt der Linien 690, 695, 696 und S-Bahn wird die Haltestelle Eching Ost sein (Neubaugebiet Böhmerwaldstraße).

In Neufahrn ändert sich an der Linienführung des 690ers nichts

Der Ortsbus Eching ist analog dem Neufahrner Ortsbus (694) über eine Vereinbarung zwischen Eching und dem Landkreis zu finanzieren und nicht Aufgabe des Zweckverbands. In Neufahrn ändert sich an der Linienführung des 690’ers nichts. Der Verband rechnet aktuell mit einem Kostenrahmen von bis zu 2,16 Millionen Euro jährlich. Die aktuellen Preisausschläge bei den Benzinkosten miteingerechnet, ist ein Bus mit Elektrobatterie zwar in der Anschaffung um etwa 16 Prozent teurer als ein Diesel, aber im Betrieb günstiger. Laut Mahl ist die Preisentwicklung aber überhaupt nicht absehbar: „Ein Blick in die Glaskugel“.

Technologisch und ökologisch ist der E-Antrieb aber erste Wahl: Darin war man sich in der Verbandsversammlung einig. Und spätestens 2035 werden EU-weit Verbrennungsmotoren von den Straßen verbannt, so der Hinweis von Frank Bandle (Grüne). Damit reagierte er auf eine Überlegung von Georg Bartl (CSU), vielleicht doch noch eine detailliertere Vergleichsrechnung mit einem Verbrenner anzustellen. Die vom MVV angegebenen 1,73 Millionen Euro Jahreskosten für Diesel-Busse bezeichnete Bandle als „relativ schöngerechnet“. „Stinkt nicht, macht keinen Krach, ist im Betrieb günstiger und bringt uns und die Umwelt nach vorne“, fasste Bandle die E-Bus-Vorteile zusammen.

Auch Klimaschutzmanagerin Lena Herrmann ist von dem Konzept überzeugt

Klimaschutzmanagerin Lena Herrmann ist auch überzeugt: „Die Umstellung einer stark ausgelasteten Buslinie, wie die Linie 690, kann einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz sowie der Luftreinhaltung und zum Lärmschutz leisten,“ schreibt sie in ihrer Stellungnahme. Auch die im Konzept ausgewiesene Ladeinfrastruktur, so Bandle, „funktioniert“.

Mit dem Landkreis verhandeln will man noch über die Kosten des Projektsteuerers: Mit 235 000 bis 320 000 Euro seien diese zu hoch angesetzt und sollten vom Kreis übernommen werden, zumindest anteilig. Mit diesem Beschluss folgte man einem Einwand von Alexander Krimmer (ÖDP). Auf Wunsch von Florian Pflügler (ÖDP) wird geprüft, ob man Strom aus dem kommunalen Biomasse-Werk zum Betrieb des E-Busses verwenden kann.

Eva Oestereich

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