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Die neue Echinger Gemeinderätin Esma Gelis und ihr Kampf gegen das Schubladendenken

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Von: Ulrike Wilms

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Neu im Rat: Esma Gelis
Als Nachfolgerin von Carsten Seiffert sitzt Esma Gelis seit einigen Wochen im Echinger Ratsgremium. © Wilms

Sie ist politisch engagiert, hat Migrationshintergrund und ist Muslima: Esma Gelis, die für die SPD in Echings Gemeinderat nachrückte. Das FT hat sie befragt.

Mit Carsten Seiffert treten Sie in die Fußstapfen eines „alten Hasen“ im Echinger Rat. Seit wann interessieren Sie sich politisch?

Schon als Kind und natürlich ohne, dass ich mir dessen so richtig bewusst gewesen bin, war ich an politischen Ereignissen und Entscheidung interessiert. Ich habe mich immer wieder in die Gespräche der Erwachsenen eingeklinkt. Aus einem kindlichen Blickwinkel heraus hätte ich gerne ganz oben angefangen und die Welt verändert.

Aber irgendwann war Ihnen dann wohl klar: Jeder fängt mal klein an – zum Beispiel im Gemeinderat...

Mit der Zeit wuchsen Bewusstsein und Erkenntnis, dass kleinere Schritte auf Kommunalebene ein guter Weg zu nachhaltiger Verbesserung sind. Deshalb beschloss ich, mich in der Gemeindepolitik zu engagieren.

Welche sind „Ihre“ Themen? Und: Wo kann man da in Eching ansetzen?

Ich sehe die kulturellen und sozialen Möglichkeiten in Eching als wichtigen Teil einer lebendigen Gemeinde, weshalb ich diese erhalten und fördern möchte, um das Zusammenleben zu verbessern. Außerdem lege ich Wert auf Transparenz und sinnvolle Bürgerbeteiligung. Wir sollten besonders der Jugend, mit Blick auf ein Wahlalter ab 16 Jahren, mehr Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Politik geben. Ein existentielles Thema ist das Erreichen der Klimaziele. Auch auf lokaler Ebene müssen wir uns auf klimafreundliche Lösungswege fokussieren, sodass unsere Gemeinde bald klimaneutral werden kann. Als Mitglied im Bauausschusses ist mir zudem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sehr wichtig.

Welche Rolle spielt in Ihrem Leben der Glaube?

Mein Glaube ist mir sehr wichtig. Ich versuche, mein Leben nach dem religiösen Gebot zu richten, dass die Besten unter den Menschen diejenigen sind, die ihren Mitmenschen am nützlichsten sind. So stehe ich für bürgernahe Kommunalpolitik.

Werden Sie als Muslima heute überall respektiert? Oder müssen Sie gegen Vorurteile kämpfen?

Als Person mit Migrationshintergrund und Muslima hat man leider öfter mit Mikroaggressionen wie Terrorismuswitzen, Vorurteilen wie dem der unterdrückten Frau und auch Ausschluss aus bestimmten Berufen zu kämpfen. Ich versuche, diesem Schubladendenken mit positiver Repräsentation und Austausch zu begegnen.

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