Ein Spengler bei der Arbeit
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Um einen völlig neuen Ansatz bei der Produktion von Waren geht es der „Cradle to Cradle“-Bewegung

Echinger Sozialdemokraten beleuchten die Kreislaufwirtschaft

Cradle to Cradle – So sehen Konzepte für die Vision einer abfallfreien Wirtschaft aus

Produkte, die Abfall werden, würde die „Cradle to Cradle“-Bewegung am liebsten ganz vermeiden. Die Echinger SPD nahm sich nun dieses Thema vor.

Eching – Im Rahmen ihrer Videokonferenz-Reihe (bisherige Themen: Baurecht, Erneuerbare Energien und Verschwörungserzählungen) hatten sich die Echinger Sozialdemokraten diesmal der Kreislaufwirtschaft angenommen. Nicht nur eine Energiewende halten sie für nötig, sondern sie sehen auch die Notwendigkeit einer Umstellung bei der Warenproduktion. Das Konzept „Vom Ursprung zum Ursprung“ oder „Cradle to Cradle“ erschien ihnen dabei als besonders spannend – und sie sollten Recht behalten.

„Was wir brauchen“, so Daniel Krompass von der Cradle to Cradle-Regionalgruppe München, sei ein vollkommen neuer Ansatz bei der Produktion unserer Waren. „Wir brauchen komplett neue Qualitäts- und Innovationskonzepte“, so sein Credo bei der SPD-Veranstaltung am Fronleichnamsfeiertag.

Krompass warnt: „Die Stoffmenge ist begrenzt“

Üblich sei gegenwärtig, dass wir aus der uns umgebenden Natur Stoffe entnehmen, zu Produkten weiterverarbeiten und diese dann am Ende ihres Lebenszyklus´ als Abfall entsorgen. Auf Dauer, so Krompass, sei das nicht möglich, die „Stoffmenge ist begrenzt“. Bei einer Bevölkerung von gegenwärtig nahezu acht Milliarden Menschen ist diese Wirtschaftsweise zwangsläufig zeitlich begrenzt. Es gehe folglich nach Prof. Dr. Michael Braungart, dem Vordenker der Cradle to Cradle-Bewegung, nicht um grüne Chemie oder Öko-Produkte, das sei nebensächlich und nicht hinreichend, sondern ausschließlich um qualitativ gute Produkte. Selbst eine massive Reduzierung unseres Konsumverhaltens bringe bestenfalls eine gewisse Zeitverzögerung – aber keine Lösung.

Was nun ein qualitativ gutes Produkt ist, wird bei Cradle to Cradle in der negativen Form definiert: „Ein Produkt das Abfall wird, oder die Gesundheit schädigt, oder Mensch und Natur ausbeutet, ist per se von schlechter Qualität“. Ansatzpunkt für eine wirklich nachhaltige Wirtschaftsform müsse die Produktentwicklung sein. Von daher der Grundsatz: „Alle Dinge, die verschleißen, werden so produziert oder gänzlich neu entwickelt, dass sie wieder in biologische Systeme zurückgehen können. Alle Dinge, die nur genutzt werden, werden so produziert oder gänzlich neu entwickelt, dass sie wieder in technische Systeme zurückgehen können“. Die üblichen Recyclingverfahren sind da nicht hinreichend. Ziel müsse hingegen ein kompletter Kreislauf sein.

Man steht erst am Anfang eines langen Weges

Am Ende des Vortrags zeigten sich die Zuhörer beeindruckt von dem, was ihnen da vorgetragen und vorgezeigt worden war. Für die allermeisten war es ein vollkommen neuer Denkansatz. Wissen wollten sie dann aber schon, ob es denn bereits Produkte gäbe, die den genannten strengen Anforderungen entsprächen. „Ja, in begrenzter Form schon“, antwortete Krompass und blendete dabei gleich eine Internetseite mit einschlägigen Produkthinweisen ein – „aber wir sind erst am Anfang eines langen Wegs“.

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