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Volles Haus: Als der Olympiasieger mit Fahne und Feuer den Abend eröffnete, stieg der Stimmungspegel in der „Echinger Einkehr“ merklich an.

Olympischer Kabarettabend zum 70. Geburtstag des TSV Eching

Dieter brennt, strippt, trickst – und läuft

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„Bestens gelaufen“ ist ein olympischer Kabarettabend beim TSV Eching anlässlich seines 70-jährigen Bestehens – dank eines der besten Langstreckenläufer der deutschen Sportgeschichte: Dieter Baumann, Olympiasieger von Barcelona 1992 über 5000 Meter, gab sich auf Einladung von TSV-Präsident Rudolf Hauke im dicht gefüllten Vereinslokal die Ehre.

Eching – Mit seinem prallen Programm über sich, „die Götter und Olympia“ bot der Ausnahmesportler kurzweilige Unterhaltung als origineller Solo-Kabarettist – entsprechend dem viel zitierten und sicher zutreffenden Spruch auf seiner Homepage: „Dieter Baumann ist wahrscheinlich der beste Comedian unter den Läufern, doch garantiert ist er der beste Läufer unter den Comedians.“

Die Selbstironie, die in diesem Zitat zum Ausdruck kommt, zog sich wie ein roter Faden durch das Nonstop-Programm mit dem unverkennbar schwäbischen Zungenschlag. Schon ein, zwei Stunden vor seinem Auftritt versprühte Baumann gute Laune in der „Echinger Einkehr“. Dabei erwies er sich als sehr kontaktfreudig, kam mit den Gästen ins Gespräch und dies fanden sich dann anschließend in seinen kurzweiligen und teils improvisierten Running Gags wieder. Das Publikum, namentlich beispielsweise Lisa, der er nachdrücklich die Gründung eines Echinger Lauftreffs ans Herz legte, wurde immer wieder aktiv einbezogen – und an alle erging eine Aufforderung zum Gedichteverfassen.

Seinen offiziellen Einzug gestaltete der ehemalige Olympionike würdevoll-pompös: von der feierlichen Hymne begleitet und mit der Olympiafahne in der Hand, entzündete er die olympische Flamme. Sie brannte symbolisch für ein Feuerwerk gekonnter kabarettistischer Kleinkunst, bei dem der Funke übersprang auf die amüsierten Gäste.

In Baumanns geballter, mimisch und gestisch lebhaft untermalter Ein-Personen-Show mit vielen anekdotischen Elementen durfte natürlich das Stichwort „Zahnpasta“ nicht fehlen. Zur Erinnerung: Baumann wurde 1999 positiv getestet, die Doping-Substanz befand sich, wie Baumann beteuerte, ohne sein Wissen in der Zahnpasta.

Mit einer gehörigen Portion Zynismus widmete er sich den ernsten Facetten des internationales Sports mit seinen Skandalen, den teils korrupten und menschenverachtenden Machenschaften der Funktionäre und der Sportpolitik, wie etwa dem Staatsdoping sowjetischer Athleten. Nicht ausgespart wurden von Baumann aber auch die Profis und Amateure aus dem eigenen Läuferlager. Er nahm als lächerlich enttarnte sportliche Trends wie etwa die „5-Finger-Shoes“ auf die Schippe: „Bist du einmal drin, kommst du nie mehr raus.“

Als das „Allerschönste“ seiner Sportlerkarriere beschrieb er das „brodelnde Leben“ im olympischen Dorf mit 11 000 jungen Menschen aus aller Welt. Da ging es etwa um skurrile Tauschgeschäfte mit Sport-Kollegen von den Fidschi-Inseln oder aus Simbabwe. Die Ergebnisse seiner trickreich erworbenen Trophäensammlung hatte Baumann als Beweise mit dabei. Es handelt sich um zwei Hüte – einerseits einen mit Ansteckern übersäten Schlapphut, und zum zweiten eine asiatische Kopfbedeckung (die an einen Kaffeewärmer erinnert). Letztere konnte er einem mongolischen Schwergewichtler durch eine trickreiche Wette abnehmen.

Wie, das demonstrierte Baumann als Zauberkünstler und ließ mit der Zunge einen Löffel im Mund – ohne Hilfe seiner Hände – um 360 Grad rotieren. Die Heiterkeit kannte keine Grenzen, als Baumann zum lasziven Striptease ansetzte und dabei unter anderem Kompressionsstrümpfe enthüllte: „Die kann nicht jeder tragen“. Der Dieter schon – und Kabarett kann er übrigens auch.

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