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Fast alles hat „gebrasst“: 20.000 Blasmusik-Fans feiern auf der Brass Wiesn - Vermisstenfall überschattet Event

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Von: Ulrike Wilms

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Volles Zelt, beste Stimmung: Diese Herrschaften hatten es in die erste Reihe geschafft.
Volles Zelt, beste Stimmung: Diese Herrschaften hatten es in die erste Reihe geschafft. © Wilms

20.000 Festivalbesucher feierten vier Tage lang in Eching: Die Brass Wiesn war eine Riesen-Party.

Eching – Fun-tastische vier Tage lang feierten bis zu 20 000 Festivalbesucher auf der bisher größten Echinger BrassWiesn im Freizeitgelände. Gemeinsam genossen fröhliche Menschen jeden Alters die Riesen-Party. Corona, Krieg und Energiekrise waren erst mal vergessen.

„Blech“ und „Brass“ kommt ja schon in vielen Bandnamen vor

Dass es beim bunt gemischten Musikfest auf der Freiluftbühne, im Festzelt und auch in den urigen Hüttn nach „pandemischer Zwangspause“ besonders laut und launig, bayerisch und multikulti, traditionell und trendy zuging, ist den Freunden der Blasmusik auf, hinter und vor den Bühnen zu verdanken. Einige Bands und Kapellen führen „Blech“ und „Brass“ ja demonstrativ direkt im Namen – allen voran LaBrassBanda, aber ebenso Quetschnblech, Blechsalat, Colours of Brass oder auch die Desperate Brasswives. Bekannte Namen wie Haindling, Kapelle Josef Menzl, Deschowieder und auch die jungen Fexer sind Wiederholungs-, ja sogar „Serientäter“ – nicht nur auf der Bühne.

Sieben Festivalbesucher auf einem Bulldog
Ja, mia san mim Bulldog da: Auch auf so einem Gefährt kann es bequem sein. © Wilms

Die Echinger selber – Familien, Teenies oder auch Ruheständler – reihten sich zahlreich unter die Besucher. Sie fanden es toll, dass es wieder möglich ist, hier eine Art „Bayerisches Woodstock der Blasmusik“ bieten zu können. Über 1300 Anwohnertickets wurden im Vorfeld verkauft. Man trifft sich, ratscht und freut sich, wie gut es den Gästen aus Nah und Fern gefällt – und genießt den Erlebnis-Urlaub dahoam.

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Das „Drumherum“ des Volksfestivals ist stimmig und stimmungsvoll: Fachkundig wurden Grundkenntnisse zum Maßkrugstemmen, Fingerhakeln, Nageln oder auch Karteln bei einem Bayerischen Vierkampf vermittelt. Zu den nicht alltäglichen Sessions zählten auch Jodel-, Volkstanz-, Bläser- oder Goaßlschnalzer-Workshop, letzterer OpenAir. Auch auf den diversen Speise- und Getränkekarten war Vielfalt Trumpf. Anteil am Gelingen haben einmal mehr einheimische Kräfte, angefangen bei den Musikern der Echinger Blaskapelle und des Musikvereins Sankt Andreas, über Feuerwehr, BRK und Burschenverein, der erneut den Zeltaufbau übernommen und anschließend auch beim Feiern mitgeholfen hat.

Die Tafel war mit einem Flohmarktstand vertreten

Die von allen sehr gelobte Festzeltgastronomie stammt aus der Küche des Fischerhofes. Auch die ehrenamtlichen Helfer der Tafel waren mit einem Flohmarktstand vertreten. Unter den erklärten Brass-Wiesn-Freunden befinden sich die Echinger Landwirte, die dem Veranstalter nicht nur ihren Grund verpachten, sondern auch gern alte Bulldogs zur Verfügung stellen und damit aktiv zum nostalgischen Charme und dem viel gelobten, gemütlichen Ambiente beitragen. Es brasst also (fast) alles wieder bei der Echinger Brass Wiesn 2022. ULRIKE WILMS

Schwerer Unfall und vermisster 25-Jähriger

Verschweigen kann man freilich nicht, dass die vier tollen Tage überschattet wurden von einem schweren Unfall mit Fahrerflucht am Festivalgelände und einem mysteriösen Verschwinden eines jungen Besuchers am Freitagabend. Und ein Open-Air dieser Größenordnung ruft natürlich auch Kritiker auf den Plan (siehe Leserbrief): zu laut, zu lang, zu groß, zu dreckig, zu viel Müll – und damit eine Umweltsünde. So lässt sich die vor allem in den sozialen Medien verbreitete Kritik zusammenfassen. Das gipfelt in einer Bürgerinitiative, die weitere Festivals dieser Größenordnung verhindern will. Ebenfalls in den bekannten Netzwerken lässt sich aber auch eine Pro-Brass-Wiesn-Fraktion beobachten, von der vor allen Dingen Toleranz eingefordert wird angesichts von gerade mal vier Tagen Spektakel im Jahr: Zwar nicht repräsentativ, aber wohl doch von einer gewissen Aussagekraft ist da eine Facebook-Umfrage unter 250 Echingern: „Super, endlich was los in Eching“ sagten gestern 80 Prozent (200 Personen), „lieber kleiner“ 10 Nutzer, „stattdessen ein Volksfest“ 24 und „brauchen wir nicht, kann weg“ 13 Stimmen (5 Prozent).

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