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Bitten um Solidarität: (v. l.) Gertrud Wucherpfennig, Klaus-Dieter Walter und Sabine Palitzsch, die gemeinsam mit Markus Scheuch den Corona-Hilfsfonds des ASZ organisieren. 

„Echinger helfen Echingern“

Hilfe in wirtschaftlicher Not: Echinger Verein richtet Corona-Fonds für Bürger ein

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind vielfältig und treffen zahlreiche Menschen. Mit einem Fonds möchte ein Echinger Verein nun Bürgern helfen, die in eine wirtschaftliche Notlage geraten sind. Spenden kann jeder.

Eching – Die gesundheitlichen Risiken und finanziellen Nebenwirkungen der Corona-Pandemie sind vielfältig und treffen die Menschen unterschiedlich hart. Mit der Einrichtung eines Hilfsfonds für Gemeindebürger, die coronabedingt in eine wirtschaftliche Notlage geraten sind, möchten Verein und Stiftung „Älter werden in Eching“ jetzt Erste Hilfe für Betroffene leisten.

Ganze Branchen kämpfen ums Überleben

Die Medien-Berichterstattung dieser Tage, so Vereinsvorstand Sabine Palitzsch, sei fast ausschließlich der Corona-Pandemie sowie ihren gravierenden wirtschaftlichen Folgen für den Staat und jeden Einzelnen gewidmet. Große und kleine Einzelhandelsgeschäfte mussten schließen, Lieferketten sind zusammengebrochen, die komplette Autoindustrie läuft auf Sparflamme. Ganze Branchen wie Gastronomie, Touristik, Kultur- und Veranstaltungsbetriebe kämpfen ums Überleben. Laut Ifo-Institut haben 18 Prozent der Betriebe in Deutschland Arbeitsplätze gestrichen. Und so weiß (fast) jeder von dem einen oder anderen persönlichen Fall zu berichten, wie plötzlich eine gesichert geglaubte solide berufliche Zukunft in Trümmern liegt – kreuz und quer durch alle Wirtschaftszweige und Berufssparten: vom Freiberufler, Musiker beispielsweise oder auch Kursleiter, von der Gaststättenbedienung, einem in der Probezeit coronabedingt gekündigten jungen Familienvater, der Auszubildenden, die entgegen früherer Zusagen nicht übernommen wird, und so weiter.

In Eching möchte hier der im ASZ-Mehrgenerationenhaus eingerichtete Hilfsfonds ansetzen. Dieser setzt auch bewusst auf einen Zusammenhalt von Alt und Jung, so der generationenübergreifende Solidaritätsgedanke von Vereinsvorsitzender Gertrud Wucherpfennig. Sie führt aus, dass im Gegensatz zu so manchem Arbeitsplatz, Renten und Pensionen der deutschen Ruheständler, unabhängig von der Höhe der Altersbezüge, grundsätzlich sicher seien: „Wegen Corona muss keiner Einbußen bei der Rente befürchten“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Das Motto: „Echinger helfen Echingern“

Anders sehe es für viele Berufstätige aus. Besonders belastet seien gerade auch junge Familien. Sie müssten in vielerlei Hinsicht – nicht zuletzt finanziell – Nachteile hinnehmen, mit dem kollektiven Ziel, die Risikogruppen in der Gesellschaft zu schützen – und dazu zähle generell die Generation 60 plus. So richtet sich Wucherpfennigs Appell „an alle, die es sich leisten können“, explizit auch an die Älteren, die aufgrund ihrer Lebenssituation nicht so „zurückstecken“ müssten und/oder sich – glücklicherweise – in einer wirtschaftlich sicheren Lage befinden würden. Das Motto laute nicht umsonst „Echinger helfen Echingern“. Sabine Palitzsch betont: „Und damit sind selbstverständlich alle Bürger aus allen Ortsteilen unserer Gemeinde angesprochen.“

Für Anfragen steht Klaus-Dieter Walter zur Verfügung, stellvertretender Geschäftsführer des ASZ-Mehrgenerationenhauses. Anträge auf Unterstützung können unter Tel. (0 89) 32 71 42 22 oder per Mail an walter@asz-eching.de abgegeben werden. Alle Verwaltungskosten trägt das ASZ. Diskretion und Anonymität werden zugesichert. „Wir wollen die Anträge unbürokratisch und schnell entscheiden, bitten aber um Verständnis, dass wir aussagekräftige Belege über die coronabedingte Notlage brauchen“, teilt das Dreiergremium mit, bestehend aus den beiden Vereinsvorständen des ASZ-Trägervereins, Gertrud Wucherpfennig und Sabine Palitzsch, sowie Markus Scheuch, Vorstandsmitglied der Stiftung „Älter werden in Eching“. Dieses Trio entscheidet auch über die Anträge. Der Appell: „Bitte helfen Sie uns beim Helfen!“ Erste Spenden seien bereits auf das Konto eingegangen – und die Verantwortlichen hoffen auf viele weitere.

Gut zu wissen

Wer möchte, kann den Hilfsfonds des ASZ-Mehrgenerationenhauses und somit betroffene Echinger Bürger unterstützen. Spenden gehen unter dem Stichwort „Spende Corona“ auf das Empfänger-Konto „Älter werden in Eching“. Die IBAN lautet DE14 7005 1003 0025 8104 33.

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