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Während das Baugebiet „Östlich der Böhmerwaldstraße“ bereits an das Fernwärmenetz angeschlossen wird, wird der ursprüngliche Leitplan wegen nachträglicher Änderungswünsche noch vor dem ersten Spatenstich geändert.

Gemeinde muss im Baugebiet Böhmerwaldstraße umplanen

Häuslebauer-Wünsche: Der Knackpunkt ist der Stellplatzschlüssel

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Zwölf Doppelhauskäufer an der Echinger Böhmerwaldstraße wollen eine Wohneinheit abtrennen. Die Gemeinde sagt Ja, das Landratsamt Nein. Jetzt wird umgeplant.

Eching – Das erklärte Ziel für das entstehende Baugebiet östlich der Echinger Böhmerwaldstraße besteht darin, günstigen Wohnraum und auch erschwingliches Wohneigentum zu schaffen. Im vergangenen Herbst wurden in einem nach sozialen Kriterien vorgenommenen Bewerbungsverfahren im neu aufgelegten Wohnlandmodell ein Dutzend Doppelhaus- und sieben Reihenhausparzellen an 19 glückliche Häuslebauer vergeben.

Seither haben sich acht der zwölf Doppelhauskäufer mit Anträgen an die Gemeinde gewandt, die eine abgetrennte Wohneinheit als Einliegerwohnung – beispielsweise für die eigenen Eltern, einen Elternteil oder die Kinder – nutzen wollen, durchaus auch mit Blick auf zusätzliche Finanzspritzen und längerfristige Mieteinnahmen. Bei einer großzügigen Wohnfläche von rund 220 Quadratmeter spricht, auch aus Sicht des Gemeinderates, einiges dafür, bei der herrschenden Wohnungsnot hier zusätzliche Wohneinheiten zu schaffen. Neben dem familiären Mehrgenerationengedanken spielen für die Antragsteller wirtschaftliche Gründe eine Hauptrolle: Auch im subventionierten „Echinger Modell“ mit einem 30prozentigen Nachlass auf den Bodenrichtwert beim Grundstückspreis müssen für die 350 Quadratmeter großen Doppelhaus-Grundstücke Summen von über 300 000 Euro finanziert werden – ohne Baukosten.

Räte wollten „Nachverdichtungen“ nicht im Weg stehen

Der Echinger Gemeinderat war sich einig, dass er diesen nachträglichen, nachvollziehbaren innerhäuslichen „Nachverdichtungen“ nicht im Wege stehen wollte und hatte den beantragten Änderungen bereits zugestimmt. Einen Strich durch eine schnelle Rechnung machte nun das Landratsamt. Die zuständige Genehmigungsbehörde sieht es als notwendig an, für die beantragten Änderungen einen neuen, allgemeingültigen Leitplan zu erstellen, und betrachtet nachträgliche Einzelumgestaltungen innerhalb des bestehenden Bebauungsplans als unzulässig.

Der große Knackpunkt für das anstehende Änderungsverfahren, das im BPU-Ausschuss gebilligt wurde, ist der gültige Stellplatzschlüssel. Wenn man diesen für die Doppelhäuser mit Einliegerwohnung konsequent umsetzen würde, käme man auf 3,5 Parkplätze (und müsste auf vier aufrunden). Angesichts der Nähe zur S-Bahn und zu großen Nahversorgern wird von Seiten der Verwaltung eine Abrundung und eine Anzahl von drei Stellplätzen für ausreichend angesehen, die jetzt auf den betreffenden Grundstücken untergebracht werden müssen. Dies lässt sich, so Sachgebietsleiter Thomas Bimesmeier, wenn auch knifflig und knapp, bei einer Breite von 2,50 Meter pro Stellplatz lösen, alternativ in einer Kombination aus einer Garage und zwei Stellplätzen oder drei Carports.

Nur zwei Stellplätze? Antrag der Grünen ging Gremium zu weit

Der Antrag der Grünen, es angesichts der verkehrlichen Lage mit Direktanschluss ans ÖPVN oder der Möglichkeit, am S-Bahnhof ein Stadt-Teil-Auto zu nutzen, bei nur zwei Stellplätzen zu belassen, wurde von allen anderen Ausschuss-Mitgliedern abgelehnt. Man könne hier nicht einfach die gültige Stellplatz-Satzung aushebeln, begründete Bürgermeister Sebastian Thaler dieses Veto, merkte aber gleichzeitig an, dass besagte Stellplatzsatzung überarbeitet werde. Auch dies erfolgt nicht zuletzt wegen eines Antrags der Grünen, die verbindliche Fahrradstellplätze bei neuen Bauvorhaben fordern.

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