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Nichts geht mehr: Drei Stunden lang haben Landwirte mit ihren Traktoren in Eching-Ost den Warenstrom im Edeka-Zentrallager zum Erliegen gebracht.

Mitternachts-Demo im Süden von Freising

Rund 120 Traktoren blockieren Edeka-Zentrallager in Eching

  • VonRedaktion Freising
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Nichts ging mehr: Landwirte blockierten Montagfrüh mit rund 120 Bulldogs das Zentrallager von Edeka im Gewerbegebiet Eching-Ost.

Eching – Tausende aufgebrachter Landwirte waren in der Nacht auf Montag in Bayern und Baden-Württemberg „spontan unterwegs“, wie es in einer Pressemitteilung von Landschafftverbindung (LSV) heißt, „um Ihrer Enttäuschung gegenüber der Politik in Deutschland, der EU und die des Lebensmitteleinzelhandels zum Ausdruck zu bringen.“ Die Um auf Nummer sicher zu gehen, wurde die Spontan-Demo angemeldet.

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Als einer von fünf Edeka-Standorten in Bayern war auch Eching-Ost von den Protesten betroffen.

„Die Gesellschaft möchte hoch qualitative, einheimische Lebensmittel, die zu höchsten deutschen Standards, von einer klein strukturierten Landwirtschaft erzeugt werden“, sagt der LSV-Pressesprecher von Oberbayern, Andreas Bertele. Um diesen Wunsch zu ermöglichen, bräuchten die Erzeuger aber besserer Rahmenbedingungen von der Politik. Außerdem müssten die Verbraucher „objektiv deutlich am Regal“ über die Herkunft der Lebensmittel sowie deren Produktionsstandards informiert werden. Bertele ist überzeugt: „Nur gemeinsam kann die Versorgung mit fair bezahlten deutschen Erzeugnissen in Zukunft sichergestellt und dem Endverbraucher ermöglicht werden, sich an der Ladentheke für die einheimische bäuerliche Landwirtschaft zu entscheiden.“ So wie jetzt könne man jedenfalls nicht mehr weitermachen, wenn Regionalität und Klimafreundlichkeit in das Angebot mit einfließen sollen. „Es ist höchste Zeit, einen Weckruf an den Lebensmittel-Einzelhandel, die Gesellschaft und die Politik zu starten“, so der LSV-Sprecher abschließend. Es sei bereits Fünf vor Zwölf.

„Ein Zeichen gesetzt“ (Bertele) wurde in Form dieser mitternächtlichen Aktion von Landschafftverbindung übrigens auch in Straubing, Trostberg, Gaimersheim und Landsberg. In allen Fällen waren Zentrallager von Edeka betroffen.

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