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Distanzierte Begrüßung im Theatergarten: Rathauschef Sebastian Thaler (3. v. r.) mit Vhs-Leiterin Doris Fähr und Wirtschaftsförderin Ines Stadler.

Echinger Fair-Trade-Markt feiert Premiere

Von fairen Beeren bis zum Handel im Wandel

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Um das Fair-Trade-Siegel zu erhalten, muss Eching so manchen Pluspunkt sammeln. Einen solchen brachte der Fair-Trade-Markt auf dem Bürgerplatz ein.

Eching – „Das kriegen wir hin“, zeigte sich Echings Bürgermeister Sebastian Thaler bei der Begrüßung des ersten Fair-Trade-Marktes (mit Brunch) am Samstag im Theatergarten des Bürgerplatzes überzeugt. Zusammen mit Vhs-Chefin Doris Fähr und Wirtschaftsförderin Ines Stadler, die diese erste Veranstaltung im öffentlichen Raum nach einem halben Jahr organisiert hatten, eröffnete er das Open-Air-Event. Auch das Wetter spielte mit.

Ein abwechslungsreicher Rundkurs, aus Kontakt- und Hygiene-Gründen als „Einbahnstraße“ ausgelegt, führte im baumbestandenen Theatergärtchen an dem runden Dutzend Ständen vorbei. Die Aussteller nutzten die Chance, sich, ihre fairen Dienstleistungen, Angebote und Produkte – von der Bambussocke und Kinderbaumwollbekleidung über die Lederhose und Bioseife bis zum zum Bananeneis – zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen.

Zu den Besuchern zählte auch 2. Bürgermeisterin Stefanie Malenke: „Jetzt hab’ ich wieder was Neues gelernt“, zeigte sie sich beeindruckt: „Ich habe gar nicht bewusst, was alles im Ort geboten ist.“ Sie bewunderte beispielsweise die selbst genähte Kleinkindergarderobe in hochwertiger Biobaumwolle von Bamboo-Fashion aus Eching, die erstmals auf einem Markt angeboten wurde (ansonsten nur online bestellbar).

Aronia- und Haskap-Beeren in Form von Brotaufstrich und Likör

Diese Veranstaltung bedeutet für Eching zugleich die Erfüllung eines Kriteriums auf dem Weg zu einer Fair-Trade-Community. Angestoßen wurde das Vorhaben Anfang des Jahres bei einer von Gemeinde, Wirtschaftsförderung und Vhs initiierten Pilotveranstaltung. Thaler bekräftigte, wie wichtig es sei, auf Nachhaltigkeit zu achten und dabei „den Bogen zwischen fair gehandelten und regionalen Produkten zu spannen.“ Dieses Zusammenspiel kam auf dem Markt deutlich zum Ausdruck. So arbeitet der „Pfabhof“ von Josef und Magdalena Kurz nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus, ist der erste zertifizierte Biohof in Eching. Der Familienbetrieb präsentierte Aronia- und Haskap-Beeren in Form von Brotaufstrich und Likör. Exemplarisch zeigte auch das Eiscafe Vaniglia an seiner mobilen Eistheke und vier Sorten „Gelati“, wie gut sich fair gehandelte Zutaten wie Kaffee, Schokolade und Bananen mit regionalen Produkten wie den Früchten des Pfabhofes vertragen: Das von Alessandro Libero erstmals kreierte Frucht-Eis erfreute sich großer Beliebtheit.

Auch die neue Bürgerhaus-Restauration „Pure Cuisine“ von Monika Kretsch kocht vorzugsweise mit regionalen und saisonalen Produkten – und schenkt Tee und Kaffee aus fairem Handel aus. Damit steuert sie zugleich einen weiteren „Pluspunkt“ für das kommunale Fair-Trade-Siegel bei. Der Getränkestadl kredenzte Mineralwasser von still bis sprudelnd. Farbe und Bewegung steuerten die integrative Mosaikwerkstatt von Margret Lösch und der Spinn- und Handarbeitstreff von Erika Saller bei. Die beiden Geschäftsinhaberinnen von Form & Spiel setzen bei ihrem handverlesenen Sortiment auf wertvolle Rohstoffe und Vermeidung von Plastik.

Erst Autogramme holen und dann auf die richtige Zahl fürs Glücksrad hoffen

Vor allen Dingen die jüngeren Besucher hatten Spaß daran, sich an den einzelnen Ständen auf einer Stempelkarte ein Autogramm abzuholen und anschließend am Vhs-Stand ihre persönliche Gewinnzahl für das Glücksrad zu würfeln, bei dem es nur Gewinner gab. Knifflig gestaltete sich das Weltspiel, bei dem sich die Teilnehmer daran versuchten, zwischen den einzelnen Kontinenten die Bevölkerungszahlen, den Energieverbrauch oder das Bruttoinlandsprodukt in Relation zu bringen.

Fazit: Es gibt noch viel zu tun. Nicht umsonst hieß das Motto „Fair ist mehr“ und vor allem: „Global denken, lokal handeln.“ Die Premiere eines ersten Fair-Trade-Marktes jedenfalls haben die beteiligten Akteure „gut hingekriegt“.

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