Rinder irren zwischen Eching und Garching umher

Unbekannter öffnet Stallgatter: Kühe büxen aus - Großeinsatz

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Garching/Eching - Vom Riemensberger-Hof im Echinger Süden sind in der Nacht zum Mittwoch mehrere Jungkühe ausgebüxt. Das Gatter wurde in der Nacht von einem Unbekannten geöffnet. Mehrere Tiere fehlen noch.

Es war Dienstagnacht, als ein Unbekannter das Tor eines Laufstalls an der Garchinger Straße in Eching öffnete. Eine Vielzahl von Jungrindern büxte aus. Erst gegen 22.30 Uhr bemerkte Landwirt Josef Riemensberger jun., Sohn des Noch-Bürgermeisters Josef Riemensberger sen., dass das Gatter offenstand - und mehrere Tiere fehlten. 

Zumindest einige Jungtiere konnte er schnell wieder in den Stall zurücktreiben. Die Färsen sind gerade mal 18 Monate jung und waren noch nicht weit gekommen. Aber: Beim Durchzählen der Herde fiel ihm auf, dass zehn Rinder fehlten. Der Landwirt alarmierte sogleich die Feuerwehr - und zusammen mit Angehörigen und Helfern suchten sie nach den Tieren. Vergeblich. Die Polizei vermutet, dass sich die Tiere über Nacht in den umliegenden Maisfeldern und Waldstücken aufhielten. Die Suche wurde zunächst gegen 2.30 Uhr eingestellt. 

Gleich am Mittwochmorgen ging es aber weiter. Die Feuerwehr rückte erneut mit zehn Mann an. Außerdem beteiligten sich sechs Polizeistreifen an der Suche bei der Verkehrsabsicherung. An der Verbindungsstraße zwischen Garching-Hochbrück und dem Forschungszentrum schlossen sich vier Tiere kurzerhand einer Schafherde an - und das fiel dem zuständigen Schäfer auf. Um 7.50 Uhr wurde die PI Oberschleißheim informiert. Die Beamten rückten aus und wirkten beruhigend auf die Tiere ein.

Fotostrecke: Jungrinder unterwegs in Eching und Garching

Fotostrecke: Kühe unterwegs im Landkreis-Süden

Einige Tiere mussten mehrfach betäubt werden

Ein Tierarzt wurde gerufen, um die Kühe mit einem Narkosegewehr zu betäuben. Im Vorgarten eines Echingers tauchte am Vormittag plötzlich eines der Tiere auf. Doch noch ehe das Tier großen Schaden anrichten konnte, waren schon Polizei und Tierarzt zur Stelle - und betäubten die Kuh. Schneller Abtransport? Weit gefehlt. Der tierische Milchspender zeigte sich widerspenstig, lief hinter einen Carport, schmiss ein paar Fahrräder um und musste ein zweites Mal betäubt werden. Dann konnte das Tier endlich nach Hause gebracht werden. 

Eine Kuh starb am Stress

Nicht nur ein beschädigter Gartenzaun, ein kaputter Gasgrill und weiterer Flurschaden (rund 1600 Euro) war die Folge der Tat des Unbekannten. Einem Tier wurde der Stress leider zu viel. Eine Jungkuh im Wert von 1500 Euro verendete am Mittwoch. Die meisten Kühe konnten mit großem Aufwand zurückgebracht werden - doch zu Redaktionsschluss fehlten immer noch drei. Zwischenzeitlich fahndete nach ihnen sogar ein Polizeihubschrauber. 

"Das war eine bodenlose Sauerei"

Noch-Bürgermeister Josef Riemensberger ist entsetzt: "Das war einfach eine bodenlose Sauerei", sagte er im Gespräch mit dem FT. Einen Zufall schließt er aus. Die Tiere können nicht selbst ausgebrochen sein, sagte der Echinger. Eine 120 Zentimeter große Eisenstange wurde aus dem Gatter gehoben und fein säuberlich daneben aufgestellt, betonte er. Außerdem war das Tor zusätzlich mit einem Band gesichert. "So ein System kriegt kein Tier auf", sagte der Bürgermeister.

Dienstagnacht wurde er angerufen, dass die Rinder seines Sohnes Josef, an den er den Hof bereits übergeben hat, frei herumlaufen würden. Seitdem hat seine Familie keine ruhige Minute mehr, wie der Echinger Rathauschef mitteilt. Dabei kann er aber auf die Hilfe der umliegenden Landwirte und der Feuerwehr bauen: "Die sind mit großem Fingerspitzengefühl dabei, die Tiere nach und nach einzufangen und abzutransportieren." Auch der betreuende Tierarzt ist mit dabei. Riemensberger lobt: "Der macht eine tolle Arbeit." Überhaupt ist er froh, dass bisher nicht noch mehr passiert ist: "Wir haben belebte Straßen und die Autobahn vor der Tür. Was hätte durch so eine Aktion alles passieren können." 

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