1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Eching

Eching sucht Platz für ein Windrad - Gemeinderat möchte „aktiv anschieben“

Erstellt:

Kommentare

Eine Standortanalyse soll Aufschluss darüber geben, wo auf Echinger Flur ein Windrad (hier ein Exemplar aus Fröttmaning) platziert werden könnte.
Eine Standortanalyse soll Aufschluss darüber geben, wo auf Echinger Flur ein Windrad (hier ein Exemplar aus Fröttmaning) platziert werden könnte. © SWM

Die Windkraft ist weiter in aller Munde. In Bayern steht dem Bau von Windräder allerdings immer noch die 10H-Regelung im Weg. Dennoch will man in Eching „aktiv anschieben“ bei dem Thema.

Eching – Der Antrag von BfE, FM und ÖDP stieß im Gemeinderat auf breite Zustimmung. Wohl auch deshalb, weil deren Sprecher Alexander Krimmer klar machte, „die Bürger mitzunehmen“ und die Anlagen soweit möglich als Energiegenossenschaften auszulegen. Um den Stein ins Rollen zu bringen schlug er vor, die Windkraftpotenziale auf Echinger Flur auszuloten und eine Standortanalyse zu betreiben. Ohne die 10H-Regelung zu umgehen, wäre das vermutlich alles umsonst. Deshalb schlug Krimmer bei einer kurzen Präsentation des Antrags vor, dieses Hemmnis mittels eines Bebauungsplans zu meistern. Auch ein neutrales Planungsbüro zu beauftragen, schwebt den Antragstellern laut Krimmer vor, um das hehre Ziel in die Tat umzusetzen.

Vonseiten der Verwaltung verwies man auf eine vorliegende Kartierung im Landkreis und darauf, dass es ohne Umgehung von 10H in der Tat schwierig sein dürfte, einen geeigneten Standort für ein Windkraftrad zu finden. Martina Britz, im Rathaus zuständig für Planung und Umweltschutz, sprach von sehr wenigen Flächen, was unter anderem auch an den Flugverbotszonen liege.

Thema während der anschließenden Debatte war auch, dass im Süden von Eching liegende Flächen sich fast ausschließlich im Landschaftsschutzgebiet befänden. Unabhängig davon zog auch Britz einen speziell auf Windkraft ausgelegten Bebauungsplan ins Kalkül. Dadurch wäre eine Privilegierung zu erreichen.

Auf Skepsis bei Bürgermeister Sebastian Thaler stießen die Antragsteller mit ihrem Vorschlag, der Sache mit einem Rat- oder Bürgerbegehren mehr Nachdruck zu verleihen. Unter anderem hatte sich auch Georg Bartl (CSU) dafür ausgesprochen. „Nicht, dass der Widerstand zu groß wird“, argumentierte er. Thaler zeigte Verständnis für die womöglich ablehnende Haltung innerhalb der Bevölkerung. Er könne das Argument „not in my Backyard“ ja nachvollziehen, so Thaler. Die Frage sei jedoch: „Wann will der Gemeinderat die Bürger miteinbinden?“

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Laut Gemeindechef sei es am besten, die Standorte im Flächennutzungsplan festzulegen. Er sehe nämlich die Gefahr, dass ohne belastbare Fakten diskutiert werde. Wenn, dann müsse die Sache schon konkret sein, kommentierte Thaler die nötige Vorbereitung.

Dem Antrag der BfE, FM und ÖDP wurde am Ende zugestimmt, die Potenzial- und Standortanalyse zur Windenergienutzung auf Echinger Flur in Auftrag gegeben. Aktuell ist eine Analyse bezüglich Photovoltaik in Arbeit. Dieser Auftrag wird aus Kostengründen um die Windkraft erweitert.

Alexander Fischer

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie hier.

Auch interessant

Kommentare