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Ungesicherte Finanzierung: Kita-Sanierung in Eching wird zum Drahtseilakt

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Das liebe Geld: Das Kinderhaus St. Andreas muss saniert werden - aber wer übernimmt die Restkosten? © dpa / Patrick Pleul

Der Kindergarten St. Andreas muss dringend saniert werden. Doch bis jetzt ist die Finanzierung nicht gesichert. Die Hoffnungen ruhen auf einem Ortstermin.

Eching – Der Sanierungsbedarf ist unbestritten, aber die Finanzierung der anstehenden Bauarbeiten im Echinger Kindergarten St. Andreas könnte nun zu einem Drahtseilakt werden. Nach dem Beschluss von 40 Prozent Beteiligung der Gemeinde klafft weiterhin ein großes Finanzierungsloch bei der mit 499 300 Euro veranschlagten Maßnahme.

Die Erzdiözese hat für das katholische Kinderhaus die Übernahme von einem Drittel der Kosten zugesagt. Mit dieser Botschaft stellte das älteste Kinderhaus des Ortes den Zuschussantrag an die Gemeinde in dem Wissen, dass die Fördersumme bei mindestens 40 Prozent liegen sollte. Genau diese Förderung wurde nun auch im Hauptausschuss beschlossen mit dem Verweis auf die vertraglichen Gegebenheiten.

Legionellen: Leitungen müssen dringend erneuert werden

Zuletzt gab es 2003 eine Generalsanierung des Kinderhauses und da beteilige sich die Gemeinde Eching mit zwei Dritteln an den Kosten. Die Kommune bezahlte 1,23 Millionen Euro und erhielt im Gegenzug einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 155 000 Euro. Seinerzeit wurde vertraglich auch geregelt, dass sich die Gemeinde 25 Jahre lang nicht mehr an Instandhaltungsarbeiten zu beteiligen habe.

Heute, 16 Jahre später, stellt sich das Thema wieder aufgrund von größeren Mängeln. Diese wurden bei einer Begehung des Landratsamtes festgestellt und wegen eines Legionellenbefalls müssen auch die Leitungen dringend erneuert werden. Bürgermeister Sebastian Thaler zeigte dahingehend Verständnis, weil bei der letzten Generalsanierung das Untergeschoss ausgelassen wurde. Die Notwendigkeit der bevorstehenden Maßnahme steht also außer Frage.

Kinderhaus sitzt zwischen den Stühlen

Finanziell ist die Lage schwierig, weil sich die verschiedenen Fraktionen im Hauptausschuss auf den normalen Investitionszuschuss für Kindertagesstätten mit 40 Prozent festlegten. Die Regierung von Oberbayern gibt nur Zuschüsse, wenn die Maßnahme mindestens 25 Prozent der Neubaukosten beträgt, und diese Grenze ist nicht erreicht. Völlig zwischen den Stühlen sitzt das Kinderhaus St. Andreas, weil die Einrichtung selbst gar keine Rücklagen bilden darf.

„Es bleibt zu hoffen und zu erwarten, dass die etwas wohlhabendere Diözese ihren Teil bezahlt“, sagte Bürgermeister Thaler. Er schlug vor, dass Gemeinde und Kindergarten die Entscheidungsträger der Diözese zu einem Ortstermin einladen. Vor Ort sollen dann die Schäden betrachtet und die Finanzierung besprochen werden. Rund 27 Prozent der Gesamtkosten sind noch offen. Die Gemeinde übernimmt 40 Prozent oder maximal 207 000 Euro. Diese werden in zwei Raten bezahlt – zum Beginn der Maßnahme und nach Vorlage der Abschlussrechnung.

Nico Bauer

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