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Mitgliederversammlung der Volkshochschule in Eching

Das gibt Fördergelder: Fähr strickt an kleiner Vhs-Verbundlösung

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Die Zahlen für 2019 waren mehr als okay, doch inzwischen wurde auch die Vhs Eching voll von Corona erwischt. Geschäftsführerin Doris Fähr blickt dennoch optimistisch in die Zukunft.

Eching – Im vergangenen Jahr war für die Vhs Eching die Welt noch in Ordnung, ja sogar schwer in Ordnung. Denn die lokale Bildungseinrichtung legte eine der erfolgreichsten Semesterplanungen in ihrer 50-jährigen Vereinshistorie vor. Bei der wegen Corona auf den Herbst verschobenen Mitgliederversammlung resümierte Geschäftsführerin Doris Fähr für 2019 beachtliche Zahlen.

5449 Teilnehmer in 505 Kursen

So fanden 505 Kurse mit 5449 Teilnehmern statt, die von 184 freiberuflich tätigen Kursleitern angeboten wurden. Wie Fähr ausführte, spiegeln sich in den inhaltlichen Schwerpunkten wie etwa Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit oder auch dem „Aktionsbündnis gegen Rassismus“ und in der ständigen Neuausrichtung des Kursprogramms die gesellschaftlichen, politischen und sozialen Themen unserer Zeit ebenso wider wie die geänderten Bedürfnisse bei der beruflichen Bildung, im Familienleben und Freizeitverhalten. In diesem Zusammenhang nannte sie die Initiativen zum „Urban Gardening“, die sich mittlerweile als eigenständiges Projekt „Gemeinschaftsgarten“ etabliert hat und die von der Vhs organisierten Pilotveranstaltung für die Auszeichnung der Gemeinde als „Fairtrade Town“.

Ein weiteres Highlight mit lokalem und historischem Bezug stellte der gut besuchte Vortrag „Auf den Spuren der Vergangenheit“ im Bürgerhaus dar, bei dem die sensationellen archäologischen Funde bei der Erschließung des neuen Baugebiets Eching-West beleuchtet wurden. Viel Anerkennung von allen Seiten gab es für die EU-Veranstaltung „Eching in Europa“ im Frühjahr 2019, bei der die politischen Parteien und Gruppierungen zur Stimmabgabe für die Europawahl warben und über ihre europapolitische Ausrichtung informierten.

Und so hätte es gerne weitergehen können im Jahr 2020. Der Lockdown ab Mitte März erzwang zunächst eine abrupte Unterbrechung der Kurse des Frühjahrssemesters, die schlussendlich „abgewickelt“ werden mussten. Einige der Teilnehmenden spendeten die schon bezahlte Kursgebühr, ein erfreuliches Zeichen der Solidarität. Die ungewisse Entwicklung „in Ermangelung belastbarer Informationen mit völlig unklaren zukünftigen Rahmenbedingungen“, so Fähr, verlangt dem vierköpfigen Echinger Vhs-Team bis zum heutigen Tag ein Höchstmaß an Flexibilität und Spontaneität ab. Daraus resultierte eine Kombination aus Online-und-Outdoor-Strategien, beide unterstützt durch großes Engagement und Kreativität seitens der Kursleiter, die sich auch bereitwillig auf neue „Hybrid-Formate“ (Verbindung von Präsenz- und Digitalkursen) einzulassen.

Nötige Zertifizierung doch noch geholt

Ebenfalls erheblich erschwert hat die Pandemie die im Rahmen des europäischen Qualitätsmanagements erforderliche Zertifizierung, (EFQM), eine zwingende Voraussetzung des Freistaates für die Förderung von Erwachsenenbildungseinrichtungen. Allen Widrigkeiten zum Trotz konnte das zeitaufwändige Procedere im Sommer abgeschlossen werden und die Vhs Eching hat das Siegel „Committed to Excellence 2 Star“ erworben. Zum Bedauern der Volkshochschulen Eching mit Fahrenzhausen und Allershausen dagegen eingestellt worden sind von Seiten Neufahrns und Hallbergmoos‘ die gemeinsamen Bemühungen um eine angestrebte Verbundbildung der vier benachbarten Volkshochschulen. Der Bayerischen Volkshochschulverbund befürwortet solche Fusionen zu größeren Einheiten nicht nur, sondern unterstützt sie auch mit Fördergeldern für Beratungsleistungen und Arbeitsstunden, die im südlichen Landkreis über zwei Jahre lang in Anspruch genommen wurden. Mit dieser „gebündelten Professionalität“ sollten relativ kleine Ortsvolkshochschulen zukunftssicher und effektiv aufgestellt werden, um die verbandsseitig verbindliche Mindestgröße zuverlässig erreichen zu können. Zusammen mit Allershausens Vhs-Leiterin Angelika Muth „strickt“ Fähr gegenwärtig an einer „kleinen“ Verbundlösung, um Allershausen formal klarer an die Volkshochschule Eching anzubinden, natürlich jetzt erschwert durch die Corona-Pandemie.

Corona als „Brennglas und Beschleuniger“

Einen interessanten pandemischen Effekt wollte Fähr nicht unerwähnt lassen: Bei angestrebten (Weiter-)Entwicklungen habe Corona nicht zuletzt bei den Volkshochschulen auch als „Brennglas und Beschleuniger“ gewirkt. Im Fokus stehen dabei so unterschiedliche Herausforderungen wie die Bereitstellung von ausreichendem Kursraum, die Überarbeitung des Programmhefts und der mediale Auftritt der Vhs gerade auch in sozialen Medien.

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