Das Fotostudio von Daniel Philipp von außen
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Ob es zumindest kurz noch einmal öffnet, steht in den Sternen: Philipps Fotostudio an der Echinger Bahnhofstraße.

Von Daniel Philipp ließen sich sogar die Backstreet Boys ablichten

„Lockdown gibt mir den Rest“: Echinger Fotostudio macht Ende Januar dicht

  • Ulrike Wilms
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Im allgemeinen Lockdown ging diese Nachricht fast unter: Das Echinger Fotostudio von Daniel Philipp an der Bahnhofstraße schließt ab Ende Januar für immer seine Türen.

Eching – „Die Aufgabe meines Geschäfts fällt mir nicht leicht. Ich mache nicht nur Fotos, um Geld zu verdienen, sondern es ist meine Leidenschaft. Und ich mag Menschen. Das hat mir, denke ich, auch eine treue Kundschaft gebracht“, so der Fotograf (56), der sich mit der Eröffnung eines eigenen Studios im Mai 2009 einen beruflichen Lebenstraum erfüllte.

Zuvor hatte sich Philipp als selbstständiger Werbefotograf in München einen guten Namen gemacht. Als Referenzen kann er beispielsweise auf die VIPs Heiner Lauterbach, Franz Beckenbauer, Christian Ude oder die Backstreet Boys verweisen – und auch namhafte Wirtschaftsunternehmen wie Siemens, O2, Hewlett Packard oder MAN zählten damals zu seinen Kunden.

Philipp: „Ich mache keine Fotos von der Stange“

„Ich fotografiere schon immer gerne Menschen. Je länger ich dabei bin, desto mehr Freude macht mir mein Beruf. Ich finde es spannend, mich mit Leuten zu unterhalten, sie natürlich zu porträtieren. Ich mache keine Fotos von der Stange“ beschreibt er seine Profession, die zugleich auch Passion ist. Eine Reihe von Stammkunden hat Philipp über die Jahre in ihrem Leben begleitet. „So manches Kind habe ich im Kindergarten fotografiert und zuletzt dann für ein Führerscheinfoto. Sie werden mir schon fehlen. Dabei sind auch Freundschaften entstanden“, führt er aus.

Allerdings machten der Siegeszug der Digitalfotografie und insbesondere auch die Weiterentwicklung der Smartphones und die Verbreitung von Handyfotos gerade vor der Fotobranche nicht halt. Die zunehmende Digitalisierung hat das Konsumverhalten der Kunden grundlegend verändert – und macht es für Profi-Fotografen zusehends schwieriger, sich auf dem kleiner werdenden Markt noch zusätzlich gegen die Konkurrenz von Billiganbietern und Online-Services zu behaupten.

Konkret kommt noch hinzu, dass im Laufe des nächsten Jahres auch die Gemeinde Eching biometrische Passfotos anbieten will. „Diese Entwicklung war abzusehen. Aber schade ist es schon. Der Lockdown gibt mir jetzt den Rest, da ich ja alle Kosten weiterbezahlen muss“, kommentiert Philipp den Trend in seiner Sparte.

Künftig wird von daheim aus gearbeitet

Die Aufgabe des Fotoladens beinhaltet freilich nicht, dass Daniel Philipp seinen geliebten Beruf aufgibt. „Ich arbeite künftig von zu Hause aus und freue mich darauf, dann mit mehr Zeit weiter schöne Familienfotos, Hochzeitsfotos und alles andere, was kein Studio erfordert, umsetzen zu können. Ich habe auch ein paar Ideen für Fotoprojekte. Jetzt bin ich gespannt auf das, was kommt.“ Aktuell ist ungewiss, ob Daniel Philipp in der zweiten Januarhälfte sein Studio noch einmal kurz öffnen wird.

Sucht neue Herausforderungen: Daniel Philipp.

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