Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet

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Es blüht und wächst im Gemeinschaftsgarten. Hier darf auch das, was landläufig als „Unkraut“ verteufelt ist, sprießen.
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Es blüht und wächst im Gemeinschaftsgarten. Hier darf auch das, was landläufig als „Unkraut“ verteufelt ist, sprießen.

Urban Gardening

Die Echinger Gemeinschaftsgartler und ihr Paradies - mit ungewisser Zukunft

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Zusammen anpflanzen, pflegen, ernten – und entspannen: Die grüne Oase Echings ist ein Gemeinschaftsgarten am Ende der Kleiststraße. Das Projekt läuft rund - und ist doch bedroht.

Eching – Zu einem schönen und fruchtbaren Stück Natur am Ortsrand hat sich – trotz coronabedingter Einschränkungen – der Echinger Gemeinschaftsgarten am Ende der Kleiststraße hinter der Kleingartenanlage entwickelt. Dort hatte die Gemeinde Eching auf Initiative der Echinger Volkshochschule und unter deren Trägerschaft für ein „Urban-Gardening-Projekt“ nach einigen Anlaufschwierigkeiten 800 Quadratmeter Grund kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Grundidee bei diesem ehrenamtlich-solidarischen „Urban Gardening“ besteht darin, dass jeder dort anpacken kann, die frei zugänglichen Anpflanzungen zu pflegen, zu unterhalten und entsprechend auch – behutsam und für den Eigenbedarf – zu ernten.

Wildwuchs wird toleriert

Dass es dort in vielen Farben blüht, sich auf dem Blumenwiesenstreifen Insekten tummeln, die Tomaten- und Kartoffelstauden, Kürbispflanzen, Kohlrabi, Him-, Brom- und Johannisbeeren, Rhabarber, Rote Beete, Zwiebeln, Zucchini und nicht zu vergessen, das spiralig angelegte Kräuterbeet, sehr vielversprechend ausschauen, kommt nicht von ungefähr: Rund 15 Gemeinschaftsgärtner legen regelmäßig Hand an auf dem mineraligen, sprich sehr „steinreichen“ Boden, der trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb Gemüse und Früchte gut gedeihen lässt.

Zu einem Umtrunk mit Kuchen, Saft und Sekt hatten die Gemeinschaftsgärtner Gäste auf ihr Gelände hinter der Kleingartenanlage an der Kleiststraße eingeladen.

Das Terrain bleibt dabei weitgehend naturbelassen und auch so mancher Wildwuchs wird gerne toleriert. Zum bisherigen Ernteertrag des Jahres 2020 zählten bereits Walderdbeeren, Kohlrabi und Salat. Der Samen beziehungsweise die Setzlinge sind alle gespendet und/oder stammen aus den eigenen Gärten der Gemeinschaftsgartler, erzählt Barbara Peschke, die sich als Ansprechpartnerin für das lose organisierte Team zur Verfügung gestellt hat.

Insgesamt rund 15 Gärtner helfen mit

Weitere Spenden sind immer willkommen. Ebenfalls zu den Gemeinschaftsgartenfreunden der ersten Stunde zählen Corinna Enßlin, Monika Floh und Werner Ruf. Insgesamt ist die für alle offene Gruppe auf rund 15 Gärtnerinnen und Gärtner angewachsen, die regelmäßig nach dem Rechten schauen, jäten, lockern, pflanzen, und nicht zu vergessen, gießen. Einen „eigenen Wasseranschluss“ – außer den natürlichen Niederschlägen, gibt es dank der Unterstützung durch den Bauhof auch. 

Es wurde ein Grundwasserbrunnen gegraben, aus dem Wasser in eine Tonne gepumpt und Gießkannen gefüllt werden. Wenn wichtige Informationen ausgetauscht werden müssen, etwa über anstehende gemeinsame Pflanz- und Pflegeaktionen, läuft das über den E-Mail-Verteiler von Barbara Peschke, unter barbara.peschke@gmail.com. Neben der Arbeit genießen es die Gemeinschaftsgartler auch, unter freiem Himmel und in naturbelassener Umgebung auf den aufgestellten Palettenbänken im Grünen im selbstgeschaffenen, urwüchsigen Paradies Pause zu machen oder einfach nur vorbeizuschauen und sich zu entspannen.

Dem Projekt droht Ungemach - ausgerechnet von anderen Gärtnern

Kürzlich wurde zu einem Treff auf dem Gelände zu Sekt und Kuchen eingeladen, bei dem die Gartler ihren Gästen das „gewachsene“ Projekt vorstellten – und zum Mittun animieren wollten, offensichtlich mit Erfolg. Ungemach droht dem Gemeinschaftsgarten ausgerechnet durch die angrenzende Kleingartenanlage, die aufgrund der großen Nachfrage expandieren möchte, und zwar am Autobahnwall in Richtung Norden. Genau dorthin also, wo der Gemeinschaftsgarten angelegt und verwurzelt ist. Nach all den Mühen, die von den „Urban Gardenern“ mittlerweile in das Projekt investiert wurde, ist die drohende Verlegung für die engagierte Gruppe demotivierend – und keine gute Idee.

Ihr Vorschlag lautet daher: den Gemeinschaftsgarten in die Kleingarten-Erweiterung wie eine Insel zu integrieren. Deshalb wurde ein Antrag gestellt, an Ort und Stelle bleiben zu dürfen. Der Ausgang ist ungewiss...

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