Blick auf das katholische Pfarrzentrum in Eching.
+
Seinen 50. Geburtstag feiert das katholische Pfarrzentrum St. Andreas.

Zum St.-Andreas-Jubiläum

50 Jahre Echinger Pfarrzentrum: Verhaltene Feierlichkeiten mit drei Rückkehrern

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
    schließen

Ein halbes Jahrhundert existiert es nun schon: das Pfarrzentrum St. Andreas in Eching. Das wurde nun - in kleinem Rahmen - am 1. Advent gefeiert.

Eching – Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 29. November 1970, fand die feierliche Weihe des neuen katholischen Pfarrzentrums von St. Andreas Eching mit Erzbischof Julius Kardinal Döpfner statt. Ein schöner Zufall wollte es, dass der 29. November 2020 abermals auf den 1. Advent fiel – und zur Feier des Tages sogar die Sonne schien.

Besuch des Erzbischofs ist nur verschoben

Sowohl von außen mit den gehissten Fahnen als auch im lichtdurchfluteten Innenraum, umrahmt von Bläser- und Orgelklang, Vereinsfahnen und in Anwesenheit von sechs Pfarrern, die allesamt einen persönlichen Bezug zur katholischen Pfarrei haben, feierte Sankt Andreas ein denkwürdiges Jubiläum. Zu den Gästen und Ehrengästen zählten Bürgermeister Sebastian Thaler und seine Stellvertreter Stefanie Malenke und Leon Eckert. Sein Kommen dagegen abgesagt hatte Erzbischof Reinhard Marx. Doch der versprochene Besuch sei nicht aufgehoben, sondern lediglich aufgeschoben – „auf einen hoffentlich nicht allzu fernen Zeitpunkt, der persönliche Gespräche und Austausch erlaubt“, informierte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Martin Wallner bei seiner Begrüßung.

Eine besondere Freude war es Wallner, dass neben dem aktiven Seelsorgeteam in schwierigen Zeiten mit Pater Marek Maliszewski, Gemeindereferentin Helga Mörtl und Johann Löb, Pfarrer i. R. (im Ruhestand – wird aber gerne von allen als „Pfarrer in Reichweite“ übersetzt) auch drei ehemalige Pfarrherren von St. Andreas den Weg nach Eching gefunden hatten: Pfarrer Anton Reichlmair (1970 bis 1988), in dessen beginnende Amtszeit der Bau des Pfarrzentrums gefallen ist, Pfarrer Stefan Buchmüller (1996 bis 2009) und Pfarrer Norbert Weis (2009 bis 2017). Sie alle haben die Geschicke und jüngste Geschichte der Pfarrei geprägt und wurden jeweils mit ganz viel Applaus bedacht.

Lichtergruß von der katholischen Filialkirche St. Johannes der Täufer

Wallner verlas ein Grußwort des amtierenden Pfarrers Martin Guggenbiller, der sich aus gesundheitlichen Gründen eine längere „Auszeit“ nehmen muss und den Gemeindemitgliedern wünschte, dass sie Hoffnung und Kraft aus Glauben und Gemeinschaft gewinnen mögen. Ein Lichtergruß wurde von der katholischen Filialkirche St. Johannes der Täufer nach Neu-Andreas gebracht und damit die erste Kerze auf dem Adventskranz entzündet.

Der evangelische Gemeindepfarrer Markus Krusche sprach ebenfalls ein persönliches Grußwort. Er freue sich über die „Nähe“ von Magdalenenkirche und St. Andreas und meinte damit nicht nur die kurze Entfernung, sondern ausdrücklich die gelebte Ökumene in Eching, „um zu betonen, was uns verbindet“. Dass beide Gemeinden im „Einklang“ miteinander wirken, wird demnächst symbolisch und faktisch durch die aufeinander abgestimmten vier Kirchenglocken von Alt-Andreas und das neu installierte dreiteilige Geläut der Magdalenenkirche verstärkt.

Bürgermeister Thaler war es vorbehalten, die Glückwünsche der politischen Gemeinde zu überbringen. „Feste soll man feiern, wie sie fallen“, so Thaler in Anspielung auf die Einschränkungen der Pandemie, auch wenn es schwerfalle, sich nicht die Hände reichen zu können beim Friedensgruß. Gewöhnungsbedürftig sei auch, dass an die Stelle der Weihwasserbecken die Desinfektionsspender gerückt seien.

Thaler stellte die Rückkehr der vormaligen Gemeindepfarrer an ihre alte Wirkungsstätte als schöne Geste der Verbundenheit heraus. Daneben verwies er auf „eine vorbildliche Zusammenarbeit“ von kirchlicher und politischer Gemeinde, etwa im „Haus für Kinder“ und der Gemeindebücherei. Ein ganz besonderes „Vergelt‘s Gott“ von Martin Wallner galt dem Motor und Initiator des Pfarrzentrums, dem (verstorbenen) damaligen Pfarrer Franz Xaver Pongratz, der von 1958 bis 1969 in Eching wirkte und dabei eine Menge bewirkte.

Pater Marek: Gedanken zur Architektur

In seiner Predigt ließ Pater Marek die Gemeinde teilhaben an seinen Gedanken zur modernen Architektur, zum Baustil und damit zum Zeitgeist des sakralen Bauwerks von Neu-Andreas. In den modernen und bescheidenen Formen des Architekten Haindl sieht er auch Sehnsüchte verkörpert, wie die nach Helligkeit, Weite, Aufbruch und Erneuerung. So fand der Pater nachdenkenswerte Antworten auf die Frage „Wofür steht dieses Haus?“. Durch den Verzicht auf einen Hochaltar vermittle es Geschwisterlichkeit, durch seine klaren, kantigen Linien aber auch Festigkeit und Härte. Im Übrigen fasziniere das Spiel von Licht und Schatten, mit mehr Licht als Schatten. Neu-Andreas sei im Sommer wie im Winter „frisch“ (letzteres eine augenzwinkernde Anspielung auf die ausgefallene Heizung). „Mit uns und durch uns wird es lebendig, schön, wahr und einladend“, so Pater Marek, ein „Haus aus Menschen gebaut“, aus lebendigen Steinen“. Zudem sei es vielfältig nutzbar. Das vielleicht Wichtigste: „Für jeden und jede ist Platz.“

Zurück an alter Wirkungsstätte: die drei ehemaligen Echinger Pfarrer (im Hintergrund stehend von links) Stefan Buchmüller, Norbert Weis und Anton Reichlmair. Vorne spricht Pater Marek Maliszewski.
Historisches Schwarz-Weiß-Foto aus dem Gemeindearchiv vom 1. Advent 1970 – mit folgender Originalunterschrift: Zum Zeichen der Besitzergreifung zeichnete Erzbischof Döpfner während der Weihe das lateinische und griechische Alphabet in den in einer Andreas-Kreuzform aufgeschütteten Sand.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare