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Noch attraktiver möchten einige Bürger den Echinger See machen. So gab es im Rahmen des Bürgerhaushalts die Anregung, den Weiher mit Umkleiden und einer Wasserrutsche auszustatten.

Bürgerhaushalt

Echinger sagen, wo im Ort sie der Schuh drückt - und machen Vorschläge zur Verbesserung

Erstmals gibt es in diesem Jahr einen Bürgerhaushalt in Eching: Dabeistehen 50 000 Euro für verschiedene Maßnahmen bereit, die sich die Menschen in der Gemeinde wünschen. Das Feedback der Bürger war groß. Im Internet können sie jetzt über die Vorschläge abstimmen.

Eching – Eine Wasserrutsche oder Umkleidekabinen am Echinger See, ein Trimm-Dich-Pfad im Freizeitgelände, kunstvolle Graffity im verunstalteten Fußgängertunnel, ein Mehrzwecksportplatz in Günzenhausen, neue oder aufgepeppte Spielplätze beispielsweise auf dem Bürgerplatz und vor allen Dingen auch Ausgabe- und Entsorgungsstationen für Hundekotbeutel. Diese Ideen und noch einige mehr lesen sich wie ein auf Eching abgestimmter Wunschzettel. Und genau darum handelt es sich prinzipiell bei dem von Bürgermeister Sebastian Thaler initiierten Bürgerhaushalt.

In diesem Jahr neu eingeführt, stehen für den Bürgerhaushalt 50 000 Euro für die zeitnahe Umsetzung von Ideen und Vorschläge zur Verfügung, „deren Verwirklichung den Bürgern am Herzen liegt“. Ein einzelnes Vorhaben darf dabei 35 000 Euro nicht übersteigen. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Projekte der Allgemeinheit oder vielen Einwohnern zu Gute kommen – „nicht aber dem Nutzen einzelner Personen, Vereine und Organisatoren“ so der schriftlich fixierte Grundgedanke.

In zwei Monaten gingen 30 Vorschläge ein

Und der ist ganz offensichtlich gut angekommen bei den Echingern: Entgegen einiger Skepsis im Gemeinderat, hauptsächlich geäußert von den beiden Fraktionssprechern Georg Bartl (CSU) und Otmar Dallinger (FWG), gab es trotz kurzer Vorlaufzeit erstaunlich viele Rückmeldungen für dieses neue Instrumentarium einer aktiven Bürgerbeteiligung. Thaler jedenfalls ist positiv überrascht und zeigte sich erfreut, gleich beim ersten Durchlauf eine so aussagekräftige „Materialsammlung“ erhalten zu haben, und konstatierte „einige sinnvolle Beiträge“. Auch Georg Metz, als Referent des Rathauschefs mit den Vorschlägen befasst, hält den Bürgerhaushalt für einen guten Indikator dafür, „wo die Leute wirklich der Schuh drückt“.

Im rund zweimonatigen Anmeldezeitraum gingen insgesamt 30 Vorschläge ein, darunter eine Reihe von ähnlich gelagerten Anregungen. So wurde mehrfach der Wunsch nach verbesserten Radwegeverbindungen zwischen den Gemeindeteilen sowie nach Garching und Neufahrn geäußert. Dies übersteigt die finanziellen Kapazitäten des Bürgerhaushalts zwar bei Weitem, wird aber im Zusammenhang mit dem Fahrradwegekonzept und dem Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern weiter verfolgt.

„Für ein sauberes Miteinander“ zwischen Mensch und Tier wünschen sich Echinger mehr Hundetoiletten.

Interessanterweise sind bei den Vorschlägen aus der Bürgerschaft eine Reihe von Punkten genannt, die ohnehin auf der Agenda der Verwaltung stehen und außerhalb des Bürgerhaushalts realisiert werden, weil es sich um routinemäßige Sanierungen oder notwendige Verbesserungen handelt. Wtwa ein „Upgrade“ der Spielplätze am Echinger See und am Bürgerplatz oder neue Mülleimer im Gemeindeteil Geflügelhof.

Nicht von einzelnen Erwachsenen, sondern von der Jugendgruppe des Bürgerforums Günzenhausen, Ottenburg, Deutenhausen, den „Juniors of GOD“, vorgeschlagen wurde ein Hartplatz für Ballspiele in den nördlichen Gemeindeteilen. Sogar einen detaillierten Finanzierungsplan einschließlich Selbstbeteiligung haben die engagierten Teenager gleich mitgeliefert.

Über ein Thema muss der Gemeinderat nochmal nachdenken

Angeführt wird die Hitliste der Bürgerbegehren vom dringenden Wunsch nach „Hundetoiletten, den gleich sieben Gemeindebürger vorgetragen haben. „Für ein friedliches, freundliches und sauberes Miteinander von Mensch und Tier“ zu sorgen und dazu Hundeklos, sprich Entnahme- und Entsorgungsstationen für Hundekotbehälter, zu installieren, sprachen sich vor drei Jahren bereits knapp 1000 Gemeindebürger in Form einer Unterschriften-Aktion aus. Im Rat traf man damit auf Ablehnung. Nun werden die Entscheidungsträger das Thema erneut überdenken müssen.

Alle Vorschläge sind auf der Homepage der Gemeinde Eching www.eching.de unter dem Stichwort Bürgerhaushalt 2018 in nummerierter Reihenfolge eingestellt, jeweils versehen mit einer Stellungnahme der Verwaltung zum prognostizierten Kostenrahmen und den Realisierungsmöglichkeiten. Bis zu den Bürgerversammlungen im September können die Vorschläge wiederum von allen Echingern bewertet werden. Diskussionsbeiträge sollten vorzugsweise unter Nennung der jeweiligen Vorschlagsnummer an buergerhaushalt@eching.de gerichtet werden. Auch bei der Bürgerversammlung am 26. September besteht eine Möglichkeit, für das jeweilige Wunschprojekt zu voten. Das letzte Wort freilich obliegt dem Gemeinderat.

Ulrike Wilms

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