1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Eching

Häuslebauer verwendet verbotene Dachziegel - Gemeinderat stellt ihn vor ungewöhnliche Wahl

Erstellt:

Kommentare

Solar
Weil er sein Dach mit Ziegeln in einer verbotenen Farbe eingedeckt hat, soll ein Hausbesitzer nun Photovoltaik anbringen. (Symbolbild) © Caroline Seidel/dpa

Braun statt rot: Ein Häuslebauer in Dietersheim hat verbotene Dachziegel verwendet. Die muss er jetzt wieder abbauen, es sei denn...

Eching – Dächer müssen im Dietersheimer Baugebiet am Mühlenweg „ziegelrot“ sein. Davon ist ein Häuslebauer mit seinen Ziegeln in „Kolonialbraun“ weit entfernt. Die Gemeinde ist grundsätzlich nicht willens, diese eigenmächtige Abweichung nachträglich zu genehmigen. Es sei denn, der Bauherr belegt sein Dach mit mindestens 70 Prozent Photovoltaik. Auf diesen Kompromiss verständigte sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Herbert Hahner (SPD) warnte davor, einen Präzedenzfall zu schaffen.
Herbert Hahner (SPD) warnte davor, einen Präzedenzfall zu schaffen. © FT

Der Bebauungsplan schreibt für das Neubaugebiet am Mühlenweg einheitlich als Dachfarbe „ziegelrot“ vor. Der Architekt des Bauherrn hat diese Vorgabe großzügig ausgelegt: Nach seiner Auffassung handle es sich um einen umgangssprachlichen Begriff. Er sei davon ausgegangen, dass ein Farbton aus der Farbfamilie „rot“ gemeint sei. Abgesehen davon, füge sich das Dach in die Umgebung. Die gehört allerdings nicht zum Plangebiet. Weil sich der Bauherr nicht an die Vorgaben gehalten hat, hat das Landratsamt angeordnet, dass das Dach wieder runter und in rot neu eingedeckt werden muss. Kostenpunkt laut Planer: etwa 12 000 Euro. Es sei denn, die Kommune lässt eine Ausnahme zu.

Bauamtsleiter: Sind „in einer Zwickmühle“

„Wir befinden uns da in einer Zwickmühle“, sagte Bauamtsleiter Thomas Bimesmeier. Rundherum sei tatsächlich „nicht alles rot“. Im Plangebiet habe es allerdings schon mehrere Anfragen für andersfarbige Dächer gegeben, die die Gemeinde abgelehnt habe. Lena Haußmann (Grüne) und Herbert Hahner (SPD) warnten davor, einen Präzedenzfall zu schaffen. Stephanie Malenke (2. Bürgermeisterin, SPD) teilte die ablehnende Haltung: „Diejenigen, die ordnungsgemäß nachgefragt haben, erhalten eine Ablehnung. Und derjenige, der’s einfach macht, kommt damit durch“, begründete sie ihre Haltung.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Würde allerdings flächendeckend eine Photovoltaik-anlage auf dem Dach installiert, wäre die „falsche“ Dachfarbe davon überdeckt. Diese Option, vom Bauamt aufgezeigt, griff Christoph Gürnter (FW) auf: Er schlug vor, die farbliche Abweichung durchgehen zu lassen, falls der Bauherr mindestens 70 Prozent der Dachfläche mit Photovoltaik belegt. Da konnte das Gremium einstimmig mitgehen. (Eva Oestereich)

Auch interessant

Kommentare