1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Eching

Förderrichtlinien Echinger Vereine: Ersatzbeschaffung muss klar definiert sein

Erstellt:

Kommentare

Geldscheine übereinandergelegt
Soll es finanzielle Unterstützung für Vereine nur für neue Dinge geben, oder auch für Ersatzbeschaffungen? Damit beschäftigte man sich jetzt in Eching. © Symbolfoto: Federico Gambarini /dpa

Wegen der Förderrichtlinien für örtliche Vereine gab es im Echinger Haupt- und Finanzausschuss kürzlich eine Grundsatzdebatte.

Eching - Anlass für eine Grundsatzdebatte bot der Antrag eines Vereins mit der Bitte um Nachförderung. Daraufhin hat die Verwaltung einen Ausnahmepassus in die Richtlinien eingefügt, wonach Nachförderungen unter bestimmten Voraussetzungen und bei entsprechender Begründung möglich sein sollen. Unabhängig davon stellte sich im Ausschuss jedoch die Frage, ob man die gängige Praxis nicht generell überdenken sollte. Während sich die Verwaltung auf den Standpunkt stellt, nur Neuanschaffungen zu bezuschussen und Anschubfinanzierungen zu tätigen, macht sich die SPD dafür stark, das zu ändern.

„Wir würden sagen, so lange es für uns nichts komplett Neues ist, gibt es keine Förderung“, erklärte Kämmerin Andrea Jansen. Als Beispiel nannte sie einen Rasenmäher, der schon da war und für den es womöglich schon mal eine Förderung gegeben habe.

Für eine Neuanschaffung oder eine Reparatur gebe es dann eben keine Förderung. „Wir bekommen auch nur Förderungen für Neuinvestitionen“, argumentierte sie. Bei Generalsanierungen an Gebäuden oder dergleichen sei das etwas anderes. „Da sind wir im Investitionsbereich“, stellte Jensen klar. Sie reagierte damit auf einen Einwand von Julian Morgenroth (SPD), der moniert hatte, dass die Begrifflichkeiten Raum für Interpretationen lassen. Parteifreund Herbert Hahner stimmte ihm zu. „Mit ein klein bisschen Fantasie“ könnten die Vereine doch alles so aussehen lassen, als handele es sich um eine Neuanschaffung.

Michaela Holzer (BfE, EM, ÖDP) äußerte ebenfalls Zweifel. „Beim Schützenverein haben wir die jetzige Scheibenanlage doch auch bezuschusst“, wandte sie ein. Das zeige, dass die aktuelle Regelung so eindeutig nicht sei. Christoph Gürtner (FW) gab zu bedenken: „Wir werden wenig Vereine haben, die ein neues Gelände aus dem Boden stampfen.“

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Georg Bartl (CSU) erinnerte daran, dass es früher einmal eine 20/40-Regelung gegeben habe. Bedeutet: 20 Prozent für Reparaturen und Wiederbeschaffungen, 40 Prozent für Neuinvestitionen. Er fände eine Rückkehr zu der Praxis „wieder besser“, machte Bartl deutlich. Jensen entgegnete: „Das können wir ja machen, aber dann müssen wir über jeden Einzelantrag entscheiden.“ Siglinde Lebich (Grüne) sprach sich dafür aus, es beim Stand der Dinge zu belassen. Sie wünsche sich aber eine klare Aussage zum Thema Ersatzbeschaffung. „Die Verwaltung soll einen Vorschlag ausarbeiten“, forderte sie.

Besagten Passus zur Nachförderung hat man am Ende beschlossen. Was eine Ersatzbeschaffung ist und was nicht, soll noch geklärt werden. Vor diesem Hintergrund hat man einen Antrag des TSV Eching auf Ersatzbeschaffung eines Spindelmähers zurückgestellt. Die Förderung einer digitalen Schießanlage des Schützenvereins Gemütlichkeit in Höhe von 15 000 Euro wurde ohne Gegenstimme genehmigt.

Alexander Fischer

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie auf Merkur.de/Freising.

Auch interessant

Kommentare