Einer von drei öffentlichen Zugängen ist der behindertengerechte Nordeingang vom Bürgerplatz aus, wo sich eine Klingel und die amtliche Mitteilungstafel befinden, postalisch „Bürgerplatz 1“.
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Einer von drei öffentlichen Zugängen ist der behindertengerechte Nordeingang vom Bürgerplatz aus, wo sich eine Klingel und die amtliche Mitteilungstafel befinden, postalisch „Bürgerplatz 1“.

Neue Adresse geschaffen: „Bürgerplatz 1“

Rundgang durch das neue Echinger Rathaus: Aus Bau von 1973 wird modernes, repräsentatives Verwaltungsgebäude

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Das neue Echinger Rathaus ist so gut wie fertig: Nun luden Bürgermeister und Architekten zum Rundgang ein.

Eching – „Alles negativ!“, hieß es nach dem Corona-Test: Mit dieser beruhigenden Feststellung durfte am Dienstag der von Bürgermeister Sebastian Thaler und den beiden Architekten Susanne Wehkamp und Tobias Mattes begleitete Presserundgang durch Echings „altes, neues Rathaus“ beginnen. Die Anwesenden konnten sich vom gelungenen Abschluss des rund zweieinhalb Jahre währenden Um- und Anbaus überzeugen.

Positives Fazit für das aktuell größte Bauprojekt der Gemeinde

Für das aktuell größte Bauprojekt in der Gemeinde kann Rathauschef Sebastian Thaler ein positives Fazit ziehen – von der optischen und funktionalen Gestaltung über die technische Ausstattung bis zum Zeit- und Kostenmanagement bei der Fertigstellung des modernen, repräsentativen Verwaltungsgebäudes mit der neu vergebenen postalischen Anschrift Bürgerplatz 1. Sein Dank galt in erster Linie den beiden Architekten, Tobias Mattes und Susanne Wehkamp. Für deren Einsatz könne man „nur den Hut ziehen“, betonte Thaler.

Kompetente Führung durch das neue Rathaus: (v. r.) Bürgermeister Sebastian Thaler, Architektin Susanne Wehkamp und Architekt Tobias Mattes.

Von größeren Hiobsbotschaften sei man verschont geblieben. „Keine Insolvenzen und kein Corona auf der Baustelle“, zeigte sich auch Wehkamp erleichtert. Die eine oder andere negative Überraschung gehöre freilich zum Baugeschäft, beim Rathausabriss etwa die ursprünglich verbauten Schadstoffe. Auch dem Bodenleger habe man wegen Pfusch und mangelnder Qualität kündigen müssen.

Ein Hingucker und durchgängiges Gestaltungsprinzip sind die ringförmigen Beleuchtungskörper, hier ein Blick von oben in den Treppenaufgang.

Glücklicherweise habe der Gesamtauftrag, vor allem dank Wehkamps Kontakten, auf mehrere kleinere Firmen aufgesplittet werden können. Eine davon ist die Echinger Schreinerei Kuffner, die das Holzparkett in Foyer und Treppenhaus verlegt hat. Es habe, so Bürgermeister Sebastian Thaler mit einem Augenzwinkern, am Abend zuvor noch „die letzte Ölung“ erhalten. Er zeigte sich überzeugt davon, hinsichtlich einiger nachträglich geänderter Entscheidungen zu den verwendeten Naturmaterialien, wie dem Holzparkett anstelle von Betonwerksteinen und bei der Außenfassade die Verkleidung mit sandfarbigen Keramikfliesen aus Ton anstelle von Sichtpressstoffplatten, ein nachhaltigeres und wertigeres Bauwerk mit einer wärmeren Ausstrahlung geschaffen zu haben.

Ein wenig im Verzug ist man bei den Außenanlagen. Nachträglich wurde noch entschieden, eine Nordmanntanne zu pflanzen, die jährlich als „verwurzelter Christbaum“ geschmückt werden kann.

Von außen werden am schlichten Baukörper mit geradlinigen, gleichmäßig gegliederten Glas- und Keramikelementen durch eine weiße Verblechung im Bereich der repräsentativen Räume wie Sitzungssaal, Trauzimmer oder Bürgermeister-Amtsräume noch kontrastierende Akzente gesetzt. Architekt Tobias Mattes betonte zwei Aspekte, die das neue Rathaus auszeichneten: Die offene Gestaltung des Erdgeschoßes stelle auch inhaltlich Bürgernähe her. Zudem werde an keiner Stelle sichtbar, wo der alte Baukörper von 1973 ende und der neue anfange.

Repräsentativ und mit allen technischen Finessen, mit Beamer und WLAN für Online-Übertragungen und theoretisch auch Hybrid-Sitzungen ausgestattet, ist der große Sitzungssaal im Erdgeschoß mit den Freischwingern in verschiedenen Blautönen.

Als gestalterisches Element fallen die ringförmigen Beleuchtungskörper auf. Im Trauzimmer formen diese sogar zwei ineinander verschlungene Eheringe. Große Sorgfalt wurde auf die Auswahl des Mobiliars gelegt, angefangen von den gepolsterten, „familiären“ Sitzbänken im Standesamt über die Bestuhlung des Sitzungssaals mit edlen Freischwingern bis auf die höhenverstellbaren Schreibtische in Bürgerbüro und Bürozimmern. Und bei der Haustechnik einschließlich IT habe auch er sich stark eingebracht, ließ Echings Bürgermeister durchblicken.

Bürgerbüro und Abteilungen sind ab dem 28. April im neuen Gebäude erreichbar

Bürgerbüro, Fachabteilungen und Referate stehen nach dem Umzug ab dem 28. April für die Anliegen der Bürger telefonisch oder auch in Präsenz nach Vereinbarung zur Verfügung. Infos unter www.eching.de oder Tel. (0 89) 3 19 00 00. Zugleich geht auch die sanierte Tiefgarage wieder in Betrieb.

Daten und Fakten

  • 2014: Planungsbeginn
  • Ende 2015: Vorentwurf mit erster Kostenschätzung (12,5 Millionen Euro)
  • Ende 2017: Kostenberechnung nach Änderungswünschen: 13,2 Mio. Euro
  • Juli 2018: Umzug ins Interimsgebäude an der Fürholzer Straße
  • Oktober 2018: Baubeginn
  • Oktober 2019: Richtfest und Gedenksteinlegung
  • April 2021: Bezug
  • Baukörper: fünfgeschoßig (inklusive Keller), drei öffentliche Zugänge im EG mit Bürgerbüro, großem Sitzungssaal und Trauzimmer
  • Über 40 Firmen und etwa 20 Planungs- sowie Beratungsbüros beteiligt
  • Leitung: Wehkamp/Köhler-Architekten
  • Endkosten (voraussichtlich; einschließlich Mobiliar, Haustechnik und Außenanlagen): 15 Millionen Euro

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