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Auf Echinger Flur bewegt sich auch weiterhin, wer die Siedlung „Am Geflügelhof“ besucht.

Klare Absage im Ratsgremium

Geflügelhof bleibt Echinger Gemeindegebiet

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Der Ortsteil „Am Geflügelhof“ wird weiterhin der Gemeinde Eching angehören  – und nicht in die Stadt Unterschleißheim umgemeindet. Zwei Abstimmungen in Echings Ratsgremium verliefen eindeutig.

Eching/Unterschleißheim – Echings Ratsgremium hat eine von Bürgermeister Sebastian Thaler in Aussicht gestellte Bürgerumfrage „Am Geflügelhof“ zum Thema Umgemeindung jetzt mit 20:5 abgelehnt. Im gleichen Zug wurde dem bereits vor sechs Jahren gestellten Unterschleißheimer Antrag zur Umgemeindung mit 22:3 Stimmen eine klare Absage erteilt.

Der Unterschleißheimer Bürgermeister Christoph Böck zeigte sich enttäuscht: „Ich bedaure die Entscheidung, ich wäre hier gerne in Gespräche eingestiegen“. Böck war es, der im Sommer 2018 seinen Echinger Amtskollegen Thaler an die ausstehende Antwort zum Antrag erinnerte. Seitdem befassten sich Gemeinde und Verwaltung mit dem Umgemeindungswunsch, seinen Folgen, sprich den Risiken und Nebenwirkungen einer Gebietsabtretung, von der insgesamt 209 Anwohner des Geflügelhofes betroffen wären.

Diese Betroffenheit und das starke Interesse an der künftigen kommunalen Zugehörigkeit zeigte sich an dem Andrang bei einer ersten Bürgerversammlung „Am Geflügelhof“ im November. Dazu eingeladen hatte Echings Bürgermeister Sebastian Thaler. Zwar waren die Meinungen zur Umgemeindung gespalten. Durchgängig spüren dagegen konnte man das frustrierende Gefühl, von beiden Kommunen abgehängt zu sein. Eching sei „weit weg“, war zu hören. Ebenso, dass man in Unterschleißheim als Bürger zweiter Klasse betrachtet werde – auch wenn seitens der Stadt eine Gleichbehandlungs-Verpflichtung der Geflügelhof-Anwohner mit der eigenen Bevölkerung besteht. Unabhängig voneinander nahmen beide Bürgermeister die Kritik vom Postleitzahlen- und Passwirrwarr bis zur Bauhofbenutzung und Straßenreinigung ernst und waren bemüht, Missstände auszuräumen. Dem Wunsch der versammelten „Geflügelhofler“ folgend, stellte Thaler eine schriftliche Befragung aller volljährigen Ortsteilbewohner pro und contra Umgemeindung in Aussicht. Er betonte, dass nur ein Stimmungsbild ohne rechtlichen Ansprüche erstellt werde.

Diese Befragung wird nun nach Beschluss des Echinger Gemeinderats nicht durchgeführt. Die Hauptargumente dagegen: Man wolle keine falschen Hoffnungen wecken, das Ganze sei eigentlich eine Farce. CSU-Fraktionssprecher Georg Bartl brachte die Mehrheitsmeinung auf folgenden Punkt: „Die Umfrage können wir uns sparen.“ FW-Sprecher Otmar Dallinger stimmte dem zu: „Wir können England als Beispiel nehmen, was rauskommt, wenn man die Bürger befragt“, spielte er mit einer gewissen Süffisanz auf den Brexit an. Das wollte Sylvia Jung (BfE) nicht gelten lassen: „Wir sollten dieses Meinungsbild ernsthaft und nicht so oberflächlich betrachten. Wir dürfen die Bürger nicht übergehen.“

Thaler betonte ausdrücklich: „Ich stehe zur Umfrage“, auch wenn er die Argumente der Umgemeindungs-Befürworter inhaltlich nicht nachvollziehen könne. Schließlich gehe es allen Ortschaften in Randlagen von Gemeinden so, etwa auch Dietersheim mit seiner unmittelbaren Nachbarschaft zu Garching.

Eindringlich, aber vergeblich trat Herbert Hahner (SPD) dafür ein, die versprochene Umfrage durchzuführen und das Ergebnis als einen von vielen Erwägungen in einen Gesamtentscheidungsprozess einfließen zu lassen. Doch die Würfel sind gefallen. Dass der Echinger Rat mit den drei Gegenstimmen von Sylvia Jung, Michaela Holzer (BfE) und Bertram Böhm (Echinger Mitte) einen Schlusspunkt hinter die Unterschleißheimer Expandierungswünsche setzt, hängt wohl auch mit Differenzen aus der Vergangenheit und aktuellen Entwicklungen zusammen. Konkret zu nennen sind die unterschiedlichen Planungswünsche rund um den Hollerner See und die anstehende Erweiterung der A92-Anschlussstelle Unterschleißheim – mit Nutzen für das Unterschleißheimer Gewerbegebiet und zu Lasten von Echinger Flur.

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