Ganz schön bunt: So sieht das Logo der Gemeinwohl-Ökonomie („Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft“) aus.
+
Ganz schön bunt: So sieht das Logo der Gemeinwohl-Ökonomie („Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft“) aus.

Neue Leitmotive

Gemeinwohl-Ökonomie: Braucht Eching ein neues Wirtschaftsmodell?

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
    schließen

Das Wirtschaftsmodell „Gemeinwohl-Ökonomie“ auch in Eching einzuführen, wäre eine erstrebenswerte Option für das Bündnis aus BfE, Echinger Mitte und ÖDP. Jetzt will man sich intensiv informieren.

Eching – Das Gemeinwohl-Ökonomie-Modell orientiert sich an allgemeingültigen ethischen Werten, bei denen die Beachtung ökologischer, sozialer und nachhaltiger Grundsatzentscheidungen über wirtschaftliches Streben nach Wachstum und Gewinnmaximierung gestellt werden. Die globalen Ziele heißen Gerechtigkeit und Frieden und die Bewahrung der begrenzten Rohstoff-Ressourcen für nachfolgende Generationen.

Der gerade neu vereidigte Gemeinderat Alexander Krimmer (ÖDP; siehe Kasten) warb für die Umsetzung dieser an Werten orientierten Marktwirtschaft und sieht auf lokaler Ebene einen „großen Blumenstrauß“ an unterschiedlichsten Möglichkeiten dazu. Eching habe eine „gute Ausgangssituation“, sagte Krimmer. In der Kooperation von Kommunalpolitik, Handel, Vereinen, Bildungseinrichtungen und Bürgern könnten gute Rahmenbedingungen für gemeinwohlförderndes Handeln geschaffen werden.

Offen für Anregungen und Impulse, aber mit Skepsis und einer Reihe von Vorbehalten gegenüber einer möglicherweise angestrebten „Gemeinwohl-Zertifizierung“, so lässt sich das Meinungsbild zu dem Vorschlag im Rat umschreiben. Diese Haltung spiegelte sich auch im Abstimmungsergebnis wider. So wurde mit 18:6 der Beschluss gefasst, sich von kompetenter Seite „für kleines Geld“ zumindest die Leitmotive darlegen zu lassen.“

Die Gemeinde sammelt mehr Abzeichen als die Pfadfinder.

FW-Fraktionssprecher Christoph Gürtner

Eine spitzzüngige Fußnote mit Anspielung auf die beschlossenen Zertifizierungsbestrebungen der Gemeinde in punkto „Fahrradfreundliche Kommune“ und „FairTrade-Town“ steuerte FW-Fraktionssprecher Christoph Gürtner bei: „Die Gemeinde sammelt mehr Abzeichen als die Pfadfinder“, so sein Kommentar. Seine Warnung: Man müsse verstärkt berücksichtigen, wie viel Arbeit für die Mitarbeiter hier wieder dahintersteckt“.

Herbert Hahner (SPD) merkte – vor allen in Richtung der Antragsteller – verwundert an, dass sich für die erst kürzlich von der Vhs angebotene gleichlautende Veranstaltung kaum Räte interessiert hätten. Vorm Hintergrund der Kontaktbeschränkungen kam der Gemeinderat überein, einen Referenten erst dann einzuladen, wenn wieder uneingeschränkt Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden können.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare