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Der Liebe hat sich heuer das Ensemble der Echinger Theaterwerkstatt gewidmet.

Echinger Theaterwerkstatt

Genug Erotik für einen kurzweiligen Abend

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Es gibt wohl kaum ein literarisches Thema, über das so viel geschrieben wird wie über dieses so besondere zwischenmenschliche Gefühl: die Liebe. Einen kleinen, aber schillernden Ausschnitt deutscher Liebes-Poesie und -Prosa hat sich die Echinger Theaterwerkstatt für ihre diesjährige Eigenproduktion ausgewählt – und einen abwechslungsreichen Streifzug durch Schlafzimmer und Betten vergangener Zeiten zu einem „erlesenen Potpourri“ zusammengefügt.

Eching Dieser ist, wie eingangs erwähnt wird, „nix für Kinder“, wohl aber für alle Literatur- und Theaterfreunde, die der Titel „Stubnerotik – Geschichten und Gedichte aus Oberbayern und Miederbayern“ neugierig macht.

„Wie schon in den letzten Jahren stammen die Autoren aus Bayern – aus dem München der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – oder aber sie waren Zuagroaste, angezogen von der Schwabinger Bohème“, präzisiert Claudia Borst den Schwerpunkt der Auswahl. Zum Ensemble gehören neben Borst Angelika Harlander-Kohfeldt, Sigrid Hollik, Ulrich Hafen, Renate Jordan, Anton Wanninger und Oskar Weissthanner. Als „special guest“ hat sich das Ensemble mit Musikerin Heike Storm und ihrem Akkordeon stimmungsvolle Verstärkung auf die Bühne geholt. Neben Musette, großer Oper und alpenländischen Klängen begeistern vor allen Dingen die dramatisch-leidenschaftliche Melodien von Astor Piazzollas Tango-Kompositionen. Abwechselnd kommen Bertold Brecht, Oskar Maria Graf, Ludwig Thoma, Rainer Maria Rilke, Karl Valentin, Richard Wagner, aber, so viel Emanzipation muss sein, auch Emerenz Meier zu Wort. Literarischen Liebespaaren wie Faust und Gretchen ebenso wie realen, etwa Ludwig I. und Lola Montez, ist der Abend gewidmet. Es wird gesungen und getanzt, letzteres mit zuckersüßen Füßchen.

Ein wenig abwegig, aber dafür kurzweilig geht es beim Kannibalismus auf einer einsamen Insel, auf einem Baugerüst mit „Schlafzimmerblick“ oder dem Mord an Anneliese in der Eisdiele zu. Auch fünf Szenen aus dem bayerischen Faust (Michl Ehbauer, passend zum Faust-Festival in München) und drei Episoden aus dem bayerischen Dekameron (Oskar Maria Graf), ein Dirnenlied von Frank Wedekind oder Ratschläge aus der Liebesschule von Bertold Brecht werden zum besten gegeben – und mit viel Applaus belohnt. Und wie wäre es, so der Tipp von der Bühne fürs reale Leben, sich den Liebsten oder die Liebste zu schnappen – und sich daheim in der eigenen Stube von der Stubnerotik anregen zu lassen?

Gut zu wissen

Nach der gestrigen Premiere im Bürgerhaus-Kellertheater finden drei weitere Aufführungen heute, am Freitag, 20., sowie am Samstag, 21. April, jeweils um 20 Uhr statt. Eintritt 15, ermäßigt 13 Euro.

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