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Geregeltes Freizeitvergnügen am Hollerner See: Verordnung soll Konflikten vorbeugen

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Von: Ulrike Wilms

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Am Hollerner See muss klar geregelt sein, wie Badegäste, Wassersportler, Fischer und Hundebesitzer den Badesee nutzen dürfen.
Am Hollerner See muss klar geregelt sein, wie Badegäste, Wassersportler, Fischer und Hundebesitzer den Badesee nutzen dürfen. © Wilms

Damit es am Hollerner See nicht zu Streitigkeiten zwischen Badegästen, Wassersportlern, Fischern und Hundebesitzern kommt, wird aktuell eine Rechtsverordnung erstellt.

Eching/Unterschleißheim – Was soll am Hollerner See erlaubt sein – und was nicht? Mit dieser durchaus komplexen Problematik einer geregelten Freizeitnutzung im Naturschutz- und Naherholungsgebiet musste sich auch der Zweckverband Hollerner See der beiden Nachbargemeinden Eching und Unterschleißheim in jüngster Sitzung im Echinger Rathaus beschäftigen. Die rechtlichen Grundlagen für die Mehrfachnutzung der Wasserflächen und Uferbereiche unterliegen unterschiedlichen Behörden. Sie bergen durchaus einiges an Konfliktpotenzial zwischen Wassersportlern aller Art, Badegästen, Fischereiverein und Hundebesitzern.

Während „an Land“ der Zweckverband in Einvernehmen mit dem Erholungsflächenverein über Verbotenes und Zulässiges ganzjährig oder auch für die viermonatige Badesaison befinden kann und dazu bereits 2011 eine Benutzungssatzung erlassen hat, greift für die Seefläche der sogenannte wasserrechtliche Gemeingebrauch. Zwingend notwendig ist dazu der Erlass einer Verordnung nach dem Bayerischen Wassergesetz. Von Seiten der Unteren Naturschutzbehörde, die beim Landratsamt angesiedelt ist, wurde eine entsprechende Rechtsverordnung entworfen und im August unter anderem der Gemeinde Eching und dem Zweckverband Erholungsgebiet Hollerner See Eching/Unterschleißheim zur Abgabe einer Stellungnahme weitergeleitet.

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Surfen und segeln ist nicht erlaubt

Im Vorfeld hatte der Zweckverband seinerseits Vorschläge für die gemeinsame Seenutzung durch Badende und Wassersportler formuliert, die zwischenzeitlich von der Behörde aus Sicherheitserwägungen allerdings modifiziert und eingeschränkt wurde. Dies betrifft insbesondere Surfen, Segeln und das Befahren des Gewässers mit Booten während der Badesaison. Aufgrund der dabei entstehenden Geschwindigkeiten sollen diese sportlichen Aktivitäten nach Auffassung des Landratsamts verboten werden, da sie dem Grundsatz der Gemeinverträglichkeit und einer notwendigen Rücksichtnahme auf andere Erholungssuchende nicht entsprechen, sie sogar gefährden können.

Sollte der Zweckverband diesen Verboten nicht folgen wollen, müsse er ein Gefährdungsgutachten vorlegen. Geschätzte Kosten: zirka 12 000 Euro.

Gefährdungsgutachten nicht notwendig

Die Erstellung einer derartigen Expertise – mit ungewissem Ergebnis – wurde allerdings im Zweckverband als überflüssig erachtet, da man die vorgeschlagenen Ausschlüsse für sinnvoll erachtet und akzeptieren wird. Explizit während der Badesaison gestattet sind dagegen kleine, aufblasbare Schwimmkörper aus Kunststoff, Stand-up-Paddling und Fahrzeuge der Wasserwacht, was ebenfalls den Vorstellungen der Verbandsmitglieder entspricht. „Damit kann man gut leben und Erfahrungen sammeln“, befand Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck. Dieser Ansicht war auch eine Mehrheit von 4:2 Stimmen, die für die Annahme der Freisinger LRA-Verschläge votierte.

Dagegen ausgesprochen haben sich Brigitte Weinzierl (CSU/Unterschleißheim) und Michaela Holzer (Bürger für Eching). Die beiden Rätinnen scheiterten mit ihrem Vorschlag, eine Verabschiedung zu verschieben, weil das Landratsamt der Bewilligung für einen ausgewiesenen Hundebadestrand, wie es kürzlich im Echinger Gemeinderat von ödp und Bürgern für Eching vorgeschlagen wurde (wir berichteten), aus Gesundheitsschutzgründen ebenfalls eine strikte Absage erteilt hatte. Wie in diesem Zusammenhang Thomas Kestawitz vom Echinger Sachgebiet Liegenschaften über die aktuelle Genehmigungspraxis informierte, sei vom Landratsamt jüngst auch der Antrag einer Rettungshundestaffel auf Durchführung einer Wasserübung abgelehnt worden.

Hundebadestrand wird angestrebt

Auf jeden Fall vorlegen lassen möchte man sich im Zweckverband zum besseren Verständnis die Gründe für den abgelehnten Bescheid. Dies betrifft insbesondere die konkreten gesundheitlich-hygienischen Argumente, ein generelles Badeverbot für Hunde zu erlassen. Deshalb werden weitere Gespräche in puncto Gemeingebrauch für Hunde angestrebt, denn das Bedürfnis nach gemeinsamem Badevergnügen für Hundebesitzer und ihre Vierbeiner ist groß.

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