Baugebiet Eching-West

Granitpflaster gegen CSU durchgesetzt

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Im zweiten Anlauf wurde im Echinger Gemeinderat nun die Straßenentwurfsplanung für das Baugebiet Eching-West bei sechs Gegenstimmen verabschiedet – rund zwei Monate, nachdem für die nahezu identische Ursprungsplanung ein ähnliches Ergebnis im Bauausschuss vorlag.

Eching – Der damalige Beschluss Anfang Dezember war durch einen Antrag der CSU-Fraktion gekippt worden, die eine Überprüfung einforderte, weil sie sich unzureichend informiert sah. Außerdem waren die Christsozialen der Meinung, die Planungen seien nicht ausreichend diskutiert worden.

Im Wesentlichen ging es in der erneut aufgelegten Kontroverse um die Straßenpflasterung in den Einmündungsbereichen zum Neubaugebiet, in das auch die Maisteigstraße einbezogen werden soll, sowie den Bodenbelag auf zwei kleinen öffentlichen Plätzen als Treffpunkte für die Anwohner. Für diese Bereiche hat das beauftragte Ingenieurbüro Heinhaus eine robuste Granitsteinpflasterung (16x16 Zentimeter) mit Fugen aus Bitumen vorgeschlagen, was im Straßenbereich den Vorgaben für verkehrsberuhigte Zonen entspricht – und bei der eine optisch ansprechendere Platzgestaltung für eine bessere Aufenthaltsqualität sorgen soll.

Es sind die dabei entstehenden Mehrkosten, die Gemeinderat Georg Bartl umtreiben. Eine Fraktionsmehrheit machte sich erneut für eine kostengünstigere Asphaltierung stark. Diese würde für die beiden Plätze eine Ersparnis von rund 100 000 Euro bei Gesamterschließungskosten von knapp 1,8 Millionen Euro ergeben. Die anfallenden Mehrkosten für die Pflasterung bei der Umlegung auf alle Grundeigentümer im Baugebiet hält Bartl für inakzeptabel: „Wir bemühen uns, die Preise für Baugrund möglichst niedrig zu halten“, führte er aus, „da müssen wir auch hier aufpassen, dass uns das nicht entgleitet“.

Zu Bartls Sparvorschlägen mit flächendeckenden Asphaltierungen auf Straßen und Plätzen im neuen Wohngebiet gab es im Gremium eine ganze Reihe von Gegenreden. So argumentierte Bürgermeister Sebastian Thaler, dass die angemessenere Stellschraube für die Kosten beim Eigenheimbau doch wohl der Grundstückspreis sei, „und nicht, ob man die Straße pflastert oder teert“. Bezeichnenderweise waren es mehrheitlich die CSU-Räte, die vor einiger Zeit gemeinsam mit den Freien Wählern im Baugebiet Böhmerwaldstraße kleinere und damit erschwinglichere Grundstücksgrößen verhindert haben. Vor diesem Hintergrund nannte Sybille Schmidtchen die jetzt so nachdrücklich vorgebrachten Sparvorschläge der Christsozialen „ein bisschen scheinheilig“. Ihr Appell: Sprecher Bartl und seine Fraktion sollten sich stattdessen „lieber zu größeren Vergünstigungen im Einheimischenmodell durchringen“.

Als geradezu widersinnig empfand es Gertrud Wucherpfennig (SPD), wenn man angesichts der in einer Analyse festgestellten vielen Temposünder auf Echings Straßen (wir haben berichtet) und die damit verbundene Gefährdung von Schulkindern und anderen Fußgängern auf die notwendigen temporeduzierenden Maßnahmen und baulichen Zäsuren in einem reinen Wohngebiet verzichten würde. Eine durchgehende Teerdecke auf gerader Strecke käme einer Aufforderung zum Rasen gleich.

In der Abstimmung konnte sich eine Anti-Asphaltierungs-Mehrheit aus SPD, FW, Grüne, BfE, Echinger Mitte, zwei Räten der CSU und Bürgermeister Thaler gegen fünf Stimmen aus der CSU und Irena Hirschmann durchsetzen.

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