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Ein goldener Herbsttag bot den schönen Rahmen für den Reformationsgottesdienst mit Pfarrer Markus Krusche und Pfarrerin Maral Zahed (v. l.).

Drei neue Glocken für die Echinger Magdalenenkirche

Großer Bahnhof für die neuen Echinger Glocken: Die Schwergewichte schweben ein

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Es sprach sich schnell rum in Eching: „Die neuen Glocken sind da!“ Am Freitagvormittag fuhr der Lkw aus Passau mit dem dreiteiligen Geläut der Glockengießerei Perner vor der evangelischen Magdalenenkirche und dem im Bau befindlichen Glockenturm vor.

Die Glocken wurden einzeln mit dem Kran in den Kirchgarten über die Bäume hinweg eingehoben.

Eching – Von Seiten der katholischen Pfarrei Sankt Andreas gab es eine schöne Überraschung: Das vierstimmige Glockengeläut von Alt-Andreas, das gerade erst repariert worden war, bereitete den drei neuen „evangelischen Schwestern“ ein herzliches Willkommen - am Freitag sind die neuen Glocken der Magdalenenkirche angekommen.

Als Empfangskomitee hatten sich neben Pfarrer Markus Krusche, dem Architektenteam und Kirchenvorständen eine ganze Reihe von Echingern an der Magdalenenkirche eingefunden, denn den Anblick von Kirchenglocken, zumal frei schwebend, gibt es nicht alle Tage. Die Zuschauer konnten sich ein persönliches Bild der traditionell gegossenen Bronzeglocken machen, die nach ihrem bevorstehenden Einhängen in den neuen Glockenturm, frühester Termin ist dafür der 11. November, nur noch zu hören, nicht mehr zu sehen sein werden. Das Abladen der schweren Glocken von der gedeckten Ladefläche des Lkw gestaltete sich als äußerst knifflig und spannender, als es Krusche und Bauunternehmer Georg Huber aus Nandlstadt lieb war. Huber persönlich steuerte die Fernbedienung des Krans, der die Glocken einzeln über die Bäume im Kirchgarten auf die hinterliegende Grünfläche heben und schweben ließ.

Ein Glockenbegrüßungsgottesdienst

Weil kein Zugriff von oben auf den Lieferwagen möglich war, musste jede Glocke zunächst mit einem Gabelstapler gesichert und behutsam seitlich herauslaviert werden, bei den „Schwergewichten“ kein einfaches Unterfangen. „Das war Nervenkitzel“, atmete Huber nach geglücktem Manöver erleichtert auf, als schließlich das Glocken-Trio sicher auf festem Untergrund im Grünen stand.

Am Tag darauf boten die drei bronzenen Neuankömmlinge beim gut besuchten Reformations- und Glockenbegrüßungs-Gottesdienst im Kirchgarten einen prächtigen Anblick. Festlich mit Herbstlaub und Zweigen, Beeren und Blumen geschmückt, strahlten Hoffnungsglocke, Friedensglocke und Taufglocke mit Pfarrer Markus Krusche und Pfarrerin Maral Zahed um die Wette. „Es ist toll, heute ein Fest zu feiern“, so Krusche, trotz vielerlei niederdrückender Umstände für Leib und Seele – und natürlich auch mit „Abstand und Maske“. Doch die Freude überwog an diesem sonnigen Herbstvormittag, der musikalisch vom Posaunenchor untermalt wurde.

Zeichen der Hoffnung, Frieden und Versöhnung

Zahed machte darauf aufmerksam, dass die Installation neuer Kirchenglocken etwas ganz Außergewöhnliches darstelle, ein veritables Jahrhundertereignis. Krusche stellte die drei Glocken und ihre Inschriften vor und die jeweilige Botschaft in den Mittelpunkt seiner Predigt, denn sie alle werden immer wieder läuten als Zeichen der Hoffnung und für Frieden und Versöhnung.

Das seit drei Jahren konkret vorangetriebene Turmbau- und Glockenprojekt wird von einer kleinen Foto-Ausstellung dokumentiert, die tagsüber in der „offenen Magdalenenkirche“ betrachtet werden kann. Und noch in diesem Jahr, am 3. Advent, ist eine Feierstunde mit Glockenweihe geplant, damit an Weihnachten und zum Neuen Jahr sieben Glocken in Eching in ökumenischem Zusammenspiel erklingen können.

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