Redner im Biergarten
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Nach einem gemütlichen Wahlkampfauftakt im Biergarten des Echinger Bürgerhauses wird es für Leon Eckert jetzt anstrengend.

MdL Johannes Becher rechnet für Kandidaten Leon Eckert gute Chancen aus

Grüner Wahlkampfstart in Eching: Beim Klimaschutz anpacken statt vertagen

In Eching startete der grüne Bundestagskandidat Leon Eckert gemütlich in den Wahlkampf. Doch jetzt will er sich gewaltig abstrampeln. Auf 3400 Radl-Kilometer.

Eching - 65 Tage vor der Bundestagswahl ist Leon Eckert (26), Bundestagskandidat der Grünen aus Eching, in den Wahlkampf gestartet: mit Live-Musik von „Sound Screen“, die Parteifreunde auf einem schattigen Plätzchen vor dem Bürgerhaus versammelt, kühlen Getränken und Schmankerln. So entspannt wie der Wahlkampfauftakt am Freitag werden sich die nächsten Wochen für Leon Eckert bestimmt nicht gestalten. Er will sich – buchstäblich – abstrampeln, um ein Bundestagsmandat für die Grünen zu erringen. Seine Tour durch den Wahlkreis 214 (Freising/Pfaffenhofen) tritt er hauptsächlich mit dem Radl an, etwa 3400 Kilometer insgesamt.

Als die Kirchturmuhr von St. Andreas 18 Uhr schlug, verstummten Musik und Redner – zum stillen Gedenken an die Opfer der Flutkatastrophe. „Klimaschutz ist Katastrophenschutz“, hatte Johannes Becher zuvor unterstrichen. Der Landtagsabgeordnete aus Moosburg wandte sich in markigen Worten gegen die Regierungspolitik in Bund und Land, gegen eine der „warmen Worte, nicht des Handelns“, gegen ein „inhaltsleeres“ bayerisches Klimagesetz und Großprojekte in Wald und Moos. Er forderte die endgültige Beerdigung der dritten Startbahn am Flughafen München. „Wir sind die Generation, die noch was ändern kann! Leon übernimm! Was Söder nicht z’sammbringt, musst du halt jetzt in Berlin schaffen – mit Tempo und Ernsthaftigkeit“, so Becher.

Der Kandidat und sein „Starthelfer“: Leon Eckert (r.) mit MdL Johannes Becher.

Eckert: Die Zeit des Schönredens und Laufenlassens ist vorbei

Klimaschutz, Katastrophenschutz und Mobilität sind Leon Eckerts Themenschwerpunkte im Wahlkampf. Sie waren es schon, bevor die verheerende Flut über die Landstriche Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hereingebrochen ist. Hochwasser, Dürren, Schneechaos: „Diese Extremwetterereignisse werden durch den Klimawandel häufiger werden“, warnte Eckert. „Nur wenn wir verändern, können wir unsere Lebensgrundlagen bewahren.“ Deshalb müsse man jetzt „die Ärmel hochkrempeln“, Klimaschutz und Mobilitätswende solidarisch voranbringen. Beispielsweise mit neuen Buslinien, einer „taktvolleren“ Bahn, mehr Radwegen und der Förderung neuer Antriebskonzepte. Das Mobilitätsprogramm der Grünen, so Eckert, will „extrem viel Geld in den ÖPNV umleiten, um Alternativen zu schaffen“. „Wir hatten 16 Jahre lang eine Politik des Verschiebens“, kritisierte Eckert. Die Unionsparteien sind in seinen Augen „Vertreter des Schönredens, des Laufenlassens, des Ja-nicht-Farbe-Bekennens“. An Großprojekten wie etwa der 3. Startbahn sei zu sehen, dass man am Status quo festhält statt umzudenken und umzulenken. Eckert sprach sich dafür aus, wirksame Klimaanpassungsmaßnahmen voranzutreiben und den Katastrophenschutz „richtig auszufinanzieren“. Nicht mehr so nah an die Flüsse bauen, nicht noch mehr versiegeln.

Becher: Leon Eckert könnte es tatsächlich schaffen

Auf Platz 18 sei Eckert als Direktkandidat aussichtsreich platziert, rechnete Becher vor. Seine Faustformel: ein Mandat je Prozentpunkt. „In aktuellen Umfragen liegen wir bei 18, 19 Prozent. Bleibt das so, ist Leon drin“, sagte Becher. Seine Aufgabe in Berlin, so er den Einzug in den Bundestag schafft, sieht Eckert auch darin, kommunalen Themen auf Bundesebene ein stärkeres Gewicht zu geben und das starre gesetzgeberische Korsett aufzubrechen. Um, wie er sagte, „vor Ort“ Verbesserungen zu ermöglichen, den Kommunen mehr Möglichkeiten für Veränderungen und Innovationen zu geben. Etwa beim Radwegeausbau und der Ausweisung von Tempo 30-Zonen.

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