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Fenster auf für den Nikolaus: Um Punkt 19 Uhr begann Bauer mit seiner Arbeit, unterstützt von seinen Engeln.

Nicht nur Kinder werden ihn vermissen 

Nach 57 Jahren: Günzenhausener Schloss-Nikolaus geht in Rente

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Kaum zu glauben, aber wahr und vom Günzenhauser Nikolaus Willi Bauer schwarz auf weiß bestätigt: Sein Erscheinen heuer im Lichterglanz von Schloss Ottenburg war der letzte Einsatz.

Günzenhausen – Bereits seit 1962 kommt der gebürtige Ottenburger, der in Freising daheim ist, Jahr für Jahr zu Familien und Freunden in die benachbarten Dörfer. Von Ottenburg über Günzenhausen bis Massenhausen besucht er dort auch die Kindergärten und erfreut kleine wie große Leute mit seinem Besuch – auch gerne unter freiem Himmel im Rahmen des Ottenburger Schlosshofes.

Zahlreiche Geschenke hat Willi Bauer in mehr als einem halben Jahrhundert an aufgeregte Kinder verteilt.

Kein Christkindlmarkt ohne Nikolaus

Seit 2003 hat es sich in den GOD-Orten (Günzenhausen, Ottenburg, Deutenhausen) eingespielt, dass Bauer entweder auf dem alle zwei Jahre stattfindenden Günzenhauser Christkindlmarkt auftritt oder zu einem stimmungsvollen Schlossbesuch in Ottenburg vorbeikommt. Mit viel Fantasie, handwerklichem Geschick und vielen liebevollen Details schuf er dann zusammen mit seinem Team stets aufs Neue eine zauberhafte Kulisse für sich, den rauschebärtigen, gütigen Nikolaus und seine Engerl: ein Sternenhaus, eine Waldhöhle oder einen Weihnachtswald.

Wünsche im „Himmlischen Postamt“ abgeben

Gerne erinnern sich alle an Willi Bauers „Himmlisches Postamt“ auf dem Christkindlmarkt, in dem die Kinder ihre Wünsche direkt an die Engel übergeben konnten. All diese jährlichen Aktivitäten hat Bauer in einer beeindruckenden Bilderausstellung im Schloss dokumentiert. Weihnachtlich dekoriert, weckte der temporäre Nikolausmuseumsraum bei den Besuchern viele Erinnerungen an vergangene Nikolaustage.

Aufgeregtes Warten auf den Nikolaus

Auch heuer warteten am Abend des Nikolaustags rund 50 Günzenhauser, Ottenburger und Deutenhauser Kinder, die meisten mit Laternen ausgestattet, aufgeregt auf ihren Nikolaus, zusammen mit ihren Familien und vielen weiteren Ortsbewohnern. Die Wartezeit ließ sich dabei gemeinschaftlich an offenen Feuerstellen mit kostenlosen Platzerl, Glühwein und Kinderpunsch überbrücken, wobei sich das Nikolausteam über eine Spende zugunsten der BR-Aktion „Sternstunden“ freute.

Weise Vorschläge für Jung und Alt

Punkt 19 Uhr näherten sich unter dem Gebimmel von kleinen Glöckchen die drei auch dank LED-Technik leuchtenden Engerl Theresa, Anne und Marie dem Haus vom Nikolaus und holten ihn ans hell erleuchtete Fenster. Neben den zahlreichen Geschenken für die offensichtlich braven Kinder hatte der Nikolaus auch einen eigenen Wunschzettel mitgebracht – mit adventlichen Vor- und Ratschlägen für Alt und Jung: Mal zur Ruhe zu kommen, gemeinsam zu basteln oder sich, beispielsweise mit Oma und Opa, gegenseitig etwas vorzulesen, so lauteten seine Empfehlungen.

Der Heilige Mann ist bestens organisiert

Namentlich aufgerufen, durften die Kinder nacheinander zum Nikolaus vortreten und dort ihr Packerl oder ihre Tüte entgegennehmen. Da bleibt es natürlich sein ganz besonderes Geheimnis, woher er denn ganz genau weiß, welches Geschenk für welches der artigen Kinder gedacht ist: Der Heilige Mann ist einfach bestens organisiert (zugegebenermaßen unter Mithilfe der Eltern und der bekannten „Geschenke-Annahmestelle“ von Bäck’s Dorfladen). Keine Frage, in Günzenhausen und Ottenburg wird man ihn in den kommenden Jahren vermissen den Nikolaus alias Willi Bauer.

Lesen Sie auch: Dieser Freisinger besucht Kinder als Nikolaus – seit über 50 Jahren

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