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Neben Kirche, Wirtshaus und Maibaum gehört nach Auffassung der Günzenhausener auch ihr Bürgersaal. Doch es gibt Gründe, die dagegen sprechen. 

Die Realisierung für einen gemeinsamen Ort der Vereine steht noch in den Sternen 

Günzenhausen: Quo vadis, Bürgersaal?

Das Bauvorhaben oder besser die Verwirklichung eines Bürgersaals, also einem Ort für alle Vereine spaltet momentan noch die Gemüter in den Echinger Ortsteilen.

Eching – Einen Planungszwischenstand zum Bauvorhaben „Günzenhauser Feuerwehrhaus mit angeschlossenem Bürgersaal“ legte Susanne Wehkamp von der Architektengemeinschaft Wehkampf-Köhler im Bau-Ausschuss vor. Dieser Vorentwurf beinhaltet bereits die im Arbeitskreis Feuerwehr, Architekten, Verwaltung und Gemeinderäten angesprochenen Änderungswünsche und Anregungen.

„Wir sind sehr zufrieden, unsere Bedürfnisse sind eingeflossen und wir bekommen ein bedarfsgerechtes Haus“, fasste Gemeinderat Bernhard Wallner die gute Zusammenarbeit von Architektenbüro und FFW Günzenhausen positiv zusammen. Bei der Gegenstimme von Georg Bartl werden nun die Fachplaner (Tragwerk, Elektro, Heizung- Lüftung- Sanitär und Freianlagen) stufenweise mit den weiteren Leistungsphasen beauftragt.

Neuplanung wird in der Novembersitzung vorgestellt

Eine finale Kostenschätzung für die Neuplanung soll in der Novembersitzung vorgestellt werden. Auch wenn die Feuerwehr sich mit der funktionalen Doppel-Lösung einer Feuerwache plus Versammlungs- und Veranstaltungssaal zwischenzeitlich anfreunden konnte, gilt dies nicht in gleichem Maße für die Ortsvereine und die Bürgerschaft, die eindeutig einen Standort beim oder im Wirtshaus favorisieren.

So sind auch bei einem Treffen der Günzenhauser Ortsvereine im Sommer zur Lagebesprechung laut 2. Bürgermeisterin Stefanie Malenke die emotionalen Wogen hoch gegangen. Die Ortsteilbürger halten vehement am traditionellen Dorfmittelpunkt mit Kirche und Wirtshaus fest und lehnen mehrheitlich die Überlegungen eines wirtschaftlicheren Kombi-Gebäudes mit Feuerwehr/ Bürgersaal ab. Dabei werden von Günzenhausener Seite die Argumente ins Feld geführt, dass der Feuerwehranbau zu klein sei und die Situierung in Ortsrandlage zu weit ab vom Schuss.

An der Größe des Dietersheimer Bürgersaal orientiert

Beide „Hinderungsgründe“ lassen sich entkräften, auch wenn im Rat Verständnis für das Festhalten der Dorfgemeinschaft am Althergebrachten geäußert wurde. Aber es gilt auch, folgende Fakten zu akzeptieren: Bei der Dimensionierung des Saalneubaus in Günzenhausen habe man sich an der Größe des funktionierenden Dietersheimer Bürgersaals mit rund 130 Quadratmetern orientiert, erläuterte Bürgermeister Sebastian Thaler.

Zum Vergleich: In Dietersheim leben mit gut 2000 Einwohnern doppelt so viele Menschen wie in Günzenhausen. Rechnet man die Bevölkerung von Deutenhausen und Ottenburg noch hinzu, dann kommt man auf knapp 1 500 Bewohner der nördlichen Ortsteile. Es wäre zudem ein Leichtes und auch durchaus finanzierbar, den Saalanbau, um eine Achse zu verlängern, sollte tatsächlich Bedarf sein, regte Gemeinderat Leon Eckert (Grüne) an.

Planerisch gesehen eigentlich schöne Perspektiven

Übrigens: Das Feuerwehrhaus befindet sich gerade einmal 300 Meter Luftlinie von Kirche und Gasthof entfernt und bietet bei einer Erschließung weiterer Wohngebiete ortsplanerisch zusammen mit dem angrenzenden Sportgelände und einem gestalteten Vorplatz schöne Perspektiven.

Vor einer endgültigen Entscheidung, so der Konsens im Ratsgremium, soll Bürgermeister Sebastian Thaler möglichst noch in diesem Monat zu einer weiteren Aussprache mit Bürgerschafts- und Vereinsvertretern einladen, um Überzeugungsarbeit für ein Feuerwehrhaus inklusive Bürgersaal zu leisten, Dabei auch Kommunikationsdefizite ausräumen und die Günzenhausener besser mitnehmen. Unabhängig und parallel dazu wird das Feuerwehrhaus weiter mit inkludiertem Bürgersaal geplant, um keinen Planungsstopp zu riskieren und zusätzliche Zeit zu verlieren.

Ulrike Wilms

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