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Handynutzung in der Schule: In Freising geht‘s ohne Regeln vorerst noch nicht

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Bald soll es jede Schule selbst in der Hand haben: die Handynutzung außerhalb der Unterrichtszeit. Wofür entscheiden sich die Schuldirektoren im Landkreis: Smartphones an oder aus? Was sagen die Schüler dazu?

Landkreis – Bereits im Februar stand die Frage im Raum, ob das Handyverbot an bayerischen Schulen aufgehoben werden soll (wir berichteten). Nun kündigte Kultusminister Bernd Sibler an, dass die Schulen künftig selbst entscheiden dürfen, wie die Handynutzung außerhalb der Unterrichtszeit geregelt wird.

„Ich habe noch keinen Grund erkannt, warum die Schüler ihre Handys in den unterrichtsfreien Zeiträumen

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Gertraut Weber sagt: „Außerhalb des Unterrichts sind Handys nicht nötig.“

brauchen“, sagt Gertraut Weber, Rektorin der Realschule Eching. „Der Begriff Handyverbot ist nicht ganz richtig“, erklärt sei weiter, „das Smartphone darf ja bei ausdrücklicher Erlaubnis im Unterricht oder bei Notfällen genutzt werden. Über die Nutzung in der unterrichtsfreien Zeit werden wir aber erst beraten, wenn die Ergebnisse der Versuchsschulen und die Entscheidung des Kultusministeriums bekannt sind.“

„Das muss alles erst mit verschiedenen Gremien besprochen werden.“

Die Rektorin der Nandlstädter Mittelschule, Elke Gold, hält viel von dem Gedanken, Handys – besonders in höheren Klassen – zu einem Teil der Unterrichtsgestaltung zu machen. Dem Trend, dass Schüler ihre Handys in den Pausen nutzen, steht sie jedoch skeptisch gegenüber. „Wenn die Schüler während der Pause Musik über ihr Smartphone hören, stellt das für mich kein Problem dar, allerdings wird die Kontrolle schwierig.“ Gleichwohl begrüßt sie die Tendenz, die Handynutzung die Schulen selbst regeln zu lassen.

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Andrea Bliese sagt: „Eine gute Kontrolle ist das A und O.“

„Das muss alles erst mit verschiedenen Gremien besprochen werden“, sagt die Direktorin des Camerloher-Gymnasiums, Andrea Bliese. Der Trend sei klar: Sowohl die Art der Nutzung als auch die Handys hätten sich weiterentwickelt und gehörten zum Leben und Lernen einfach dazu. Eines aber gehe gar nicht: Dass Smartphones in unterrichtsfreien Zeiträumen missbräuchlich genutzt werden – im schlimmsten Fall etwa, um sich online gewaltverherrlichende Videos anzusehen: „Eine gute Kontrolle und altersgemäße Vorschriften sind hier das A und O.“

„Ich denke die FOS wird ein Vorreiter in Sachen gelockertes Handyverbot sein.“

Selda Sürmeli, die Schülersprecherin der Fachoberschule in Freising, sieht das anders. Die Entscheidung, ob man sein Handy während Unterrichtspausen nutzt, solle jedem Schüler selbst überlassen werden und generell erlaubt sein. „Es ist bei uns seit kurzer Zeit im Gespräch, eventuell ein Schul-Wlan einzurichten, das dann speziell für den Unterricht genutzt werden soll. Wir dürfen beispielsweise in Englischstunden das Online-Wörterbuch von Oxford benutzen“, sagt die 18-Jährige. Das forderten nicht nur Schüler, sondern auch Lehrern.

„Ich denke die FOS wird ein Vorreiter in Sachen gelockertes Handyverbot sein. Die Schüler hier sind alle mindestens 16, viele auch schon volljährig und studieren bald“, sagt Sürmeli. „In meinen Augen wäre es sinnvoll, es uns selbst zu überlassen, wie wir unsere freie Zeit nutzen.“

von Lena Stumpe

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