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Blick hinter die Kulissen des Hühnerhofs auf Gut Hollern

Hier geht sogar mitten im Stall die Sonne auf

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„Ich wollt‘ ich wär ein Huhn, ich hätt nicht viel zu tun, ich legte jeden Tag ein Ei und sonntags auch mal zwei.“ Dieses Kinderlied scheint speziell für den neuen Hühnerhof auf Gut Hollern verfasst worden zu sein. Dort gehören seit Mai 1500 braune Legehennen zum lebenden Inventar des landwirtschaftlichen Familienbetriebs – noch einmal so viele sollen noch hinzukommen.

Eching - Sie legen im Schnitt 0,9 braune Eier pro Tag, wie Geschäftsführer Niko Walter im Wesentlichen die Aussage des Liedtextes bestätigt. Und er muss es ja wissen. Zusammen mit Freundin Julia (25) hat der 28-Jährige den elterlichen Ackerbaubetrieb um das Standbein der Eierproduktion erweitert. „Für mich kam nur Freilandhaltung in Frage“, so der junge Landwirt. Er begründet seine Entscheidung für den neuen Erwerbszweig damit, dass er „die Arbeit mit Hühnern“ mag. Entdeckt hat er diese Vorliebe vor zehn Jahren während seiner Ausbildung in einem Legehennenbetrieb. Mittlerweile ein knappes halbes Jahr alt, hat sich das Federvieh, das von einem bayerischen Aufzuchtbetrieb stammt, offensichtlich gut eingelebt am neuen Wohn- und Arbeitsplatz. Dort können die dicke Berta, die lustige Fanny und die prächtige Frieda, die laut Eierverpackungen dort ihre Legeleistung erbringen, all das tun, was Hühner in Gesellschaft von Hühner so tun: gackern, scharren, picken, rennen und sich aufplustern.

In der großzügig dimensionierten Legehalle dürfen sich die Tiere ebenso frei bewegen wie auf dem teils gekiesten, überwiegend begrünten Freilaufgelände, auf dem röhrenförmige Schattenspender aufgestellt sind. Dort soll im Herbst noch eine Streuobstwiese mit Baumschatten entstehen – „und da können unsere Damen auch das Fallobst naschen“, so Niko Walter.

Neben möglichst vielen natürlichen Faktoren verfügt ein moderner Geflügelhof dieser Größenordnung aber ebenso über reichlich moderne Technik. So erfolgt die Fütterung komplett computergesteuert. Jeden Tag zur selben Zeit wird über eine Zeitschaltuhr und eine Futterwaage neues Futter aus den Silos in den Stall transportiert und verteilt. Eine Lichtsteuerung simuliert morgens um 6 Uhr im Stallgebäude den Sonnenaufgang und pünktlich um 10 Uhr abends geht die Sonne wieder unter bzw. das Licht wieder aus. Vollautomatische Lüftungsklappen öffnen sich je nach Temperatur und Bedarf unterschiedlich weit. Zum Eierlegen sind dunkle und ruhige Nester vorgesehen. Auf dem leicht abschüssigen Nestboden kullert nach vollbrachtem Hühner-Tagwerk das Ei auf ein dahinter liegendes Förderband. Im Sortierraum geht es ans Einpacken – in Handarbeit.

In Sichtweite zu Legehalle und Auslauf befindet sich das von Julia hübsch ausgestattete Verkaufshäuschen für Eier und Eiernudeln aus Eigenproduktion. Herzstück des Direktverkaufs ist der 24 Stunden zugängliche, gekühlte Eier-Automat. Der Strom für den hauseigenen Elektro-Lieferwagen stammt übrigens von der Solaranlage auf dem Dach der Halle. Zu den belieferten Kunden gehören Hotels, Restaurants und weitere Abnehmer in der Umgebung. Ein Schwerpunkt soll künftig aber auf der Direktabnahme frei Hof liegen. Demnächst erweitern auch Kartoffeln aus Hollern das Sortiment. Und direkt nebenan laden Bänke zum Verweilen ein – mit Blick auf das Leben von Frieda, Berta und Fanny.

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