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Einen Kleiderbügel an der Angel: Ulrike Weygand nimmt auch mal mit Humor, was sie findet.

Sie sammeln täglich in ihrer Heimatgemeinde Müll

Hier kommen die Echinger Trash-Cacher

Ulrike Weygand und Hans Field sind Trash-Cacher in Eching. Jeden Tag sammeln sie dort zehn Minuten lang Müll. Denn manche Mitbürger würden die Natur mit einer Müllkippe verwechseln.

Eching „Wenn jeder Echinger nur ein einziges Stück Müll am Tag aufliest, dann sind es 14 000 Teile weniger, die unsere Gemeinde verschmutzen“, sagt Hans Field. Seine Lebensgefährtin Ulrike Weygand weist mit Hinblick auf die vielen Zigarettenkippen auf Wegen, neben Bänken und auf Grünflächen darauf hin, dass ein Stummel bis zu 60 Liter Grundwasser verunreinigen kann. 

Warum sind die Echinger Trash-Cacher geworden?

Spaziergang mit Greifer und Mülleimer: Hans Field auf seiner täglichen, zehnminütigen Tour.

Mit einer Zwei-Mann-Initiative und unter dem Namen „Trash-Cacher“ haben die beiden vor über drei Monaten begonnen, als „Müllsammler“ ihre Umgebung von all dem Unrat zu befreien, der heutzutage auf dem Boden landet.

Die Idee, sich ganz privat als „Citycleaner“ zu engagieren, hat Weygand von einer Freundin in Norddeutschland übernommen. Das selbst gesteckte Ziel von Field und Weygand lautet, jeden Tag zehn Minuten lang Müll zu sammeln. Wiederkehrende Fundstücke auf ihren Sammel-Touren entlang der Hauptstraße, auf dem Bürgerplatz oder auch entlang des Radwegs zwischen Eching und Dietersheim gibt es zuhauf. 

Mitbürger verwechseln die Natur mit einer Müllkippe

Und auch rund um ihren Arbeitsplatz in der Münchner City wird man auf Schritt und Tritt fündig, so Weygand: Was man da innerhalb von Minuten alles aufsammeln kann, sei „wirklich heftig“: Fast-Food-Verpackungen, Flaschen, Scherben, Dosen, Kronkorken etwa gehören zum „Standard“.

Besonders übel stoßen Zigarettenkippen und Scherben in Sandkästen auf – und da ist der kleine Kinderspielplatz neben dem Bürgerhaus keine Ausnahme. Selbst dort verwechseln Zeitgenossen die Natur mit einer Müllkippe.

Trash-Cacher tragen ihr Logo auf selbst entworfenen T-Shirts

Ein eigenes Logo der Trash-Cacher, das sich auf den selbst entworfenen T-Shirts ebenso wie auf dem mitgeführten Plastikeimer befindet, machen auf das Projekt aufmerksam. Durchaus beabsichtigt, denn dadurch kommen Field und Weygand mit vielen Leuten ins Gespräch. Die Resonanz ist überall positiv: Es gibt viele lobende Worte – und auch ein paar Mitstreiter, die ebenso als Trash-Cacher in Eching unterwegs sind. Der Jüngste, Erik, ist acht Jahre alt.

Zwar ist die hiesige Müllsammler-Truppe noch recht überschaubar, aber es regt sich im Moment an vielen Orten etwas im Bereich Umweltbewusstsein. Landauf landab ist eine ganze Reihe ähnlicher Initiativen aktiv. Beim Saubermachen zeigen sich weitere Nebenwirkungen: Durch die neue Aufgabe „bekommt man einen ganz anderen Blick auf seine Umgebung“, hat Weygand festgestellt. Auch außerhalb der Kontrollgänge fallen ihr die vielen hässlichen Hinterlassenschaften auf. Und wo immer es machbar ist, werden diese richtig entsorgt.

Field und Weygand fordern Mülleimer an den neuen Bänken des Kulturforums

Apropos Entsorgung: Das A und O für weniger Müll an Parkbänken und in Grünanlagen seien ausreichend Mülleimer – Field und Weygand sind von den positiven Effekten überzeugt, die Abfallkörbe auf das Umweltverhalten haben. Dahinter steckt die Beobachtung, dass die meisten Menschen ihre Verpackungen und sonstigen Müll unterwegs durchaus vorschriftsmäßig entsorgen, wenn es Möglichkeiten dafür gibt. 

Die wenigsten allerdings sind dazu bereit, unappetitliche Überreste wieder in die eigenen Taschen zu packen. So lautet ein Appell von Field und Weygand an die Gemeinde, auch die neuen Bänke des Kulturforums mit Mülleimern zu bestücken.

„Eigentlich bin ich nur 2,6 Kilometer gelaufen – und habe 20 Liter Müll entsorgt“, fasst Field einen ganz normalen Trash-Cacher-Einsatz zusammen. Ein Phänomen besteht darin, dass eine einmal vermüllte Umgebung immer schlimmer wird, ein gepflegtes Eck dagegen oft sauber bleibt. Nicht zuletzt macht ein täglicher „Spaziergang“ mit Greifer und Mülleimer durchaus Spaß – in Verbindung mit dem guten Gefühl, etwas Positives geleistet zu haben.

Gut zu wissen

Wer sich genauer informieren will, wird in der öffentlichen Facebook-Gruppe „TrashCacher“ fündig.

Von Ulrike Wilms

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