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Tobias D. ist tot: Traurige Gewissheit nach langer Suche

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Von: Ulrike Wilms

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Seit Freitagabend wurde Tobias D. vermisst. Zuletzt wurde er auf der Brass Wiesn in Eching gesehen. Schließlich wurde seine Leiche entdeckt.

Update vom 9. August, 23 Uhr: Die Suche hat ein tragisches Ende genommen. Der vermisste Tobias wurde tot im Echinger See gefunden.

Eching – Wo ist Tobias D.? Auch am vierten Tag nach seinem Verschwinden von der Brass Wiesn in Eching gibt es bislang kein Lebenszeichen von dem 25-Jährigen. Am Dienstag lief in Eching eine groß angelegte Polizeiaktion, um den jungen Mann aus Eichenried in der Gemeinde Moosinning (Landkreis Erding) wiederzufinden. Ausgangs- und Schwerpunkt der Vermisstensuche war das unmittelbare Brass-Wiesn-Festivalgelände. Auf dem dortigen Campingplatz war D. gegen 23 Uhr das letzte Mal gesehen worden, ehe das Areal wegen eines Unwetters geräumt werden musste. Seither fehlt von ihm jede Spur.

Wo ist Tobias? „Wir suchen heute so lange, bis wir erschöpft sind“

„Wir drehen jeden Stein um,  schauen unter jede Plane und jedes Zelt und suchen heute so lange, bis wir erschöpft sind“, beschreibt Polizeisprecher Andreas Aichele vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt die Strategie und Marschroute für den Einsatz am Dienstag.  Anhand eines Einsatzplanes vom Gelände erläuterte er am Vormittag den zahlreichanwesenden Medienvertretern das Vorgehen und beantwortete geduldig die Fragen. Vor Ort waren unter anderem Aufnahmeteams vom Bayrischen Rundfunk, ARD, Bild, Radio Gong, SAT1 und RTL.

Zahlreiche Polizeikräfte durchkämmten am Dienstag das Festivalgelände in Eching.
Zahlreiche Polizeikräfte durchkämmten am Dienstag das Festivalgelände in Eching. © Wilms

Alexander Wolff, Veranstalter der Brass Wiesn, auf der am Wochenende bis zu 20.000 Menschen bei Bier und Blasmusik gefeiert hatten, war zu Beginn der Suchaktion ebenfalls anwesend. Er zeigte sich sichtlich erschüttert: „Wir sind total entsetzt. Alles, was mit unserem Fest zu tun hat, ist völlige Nebensache.“

Suche nach Tobias: Hubschrauber mit Wärmebildkamera im Einsatz

„Die Suche läuft auf Hochtouren“, sagte Aichele in die Mikros der Pressevertreter. Nicht nur in der Nacht zum Dienstag habe man das Gelände und die Umgebung mehrfach mit Drohnen und Hubschraubern mit Wärmebildkameras überflogen. Doch auch diese Aktionen seien bisher nicht von Erfolg gekrönt gewesen. „Von oben kann man nicht alles erkennen“, erklärte Aichele. Deshalb habe man sich für erneut für eine Suche im Gelände entschieden.

Andreas Aichele, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, gab am Dienstag Auskunft über die Suchaktion in Eching.
Andreas Aichele, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, gab am Dienstag Auskunft über die Suchaktion in Eching. © Wilms

Insgesamt waren am Dienstag 70 Einsatzkräfte aus Nürnberg und Ingolstadt an der engmaschigen, strukturierten und akribischen Maßnahme beteiligt. Rund 20 Polizisten durchkämmten dabei das – noch - unaufgeräumte Campinggelände, „auf dem es aussieht wie nach einem Tornado“, so Aichele. Ein weiterer Trupp durchstreifte die Grünflächen am und im TSV-Gelände und den Parktplatzbereich am Echinger See. Ausgeweitet wurde die Suche auch auf die angrenzenden bewachsenen Flächen, insbesondere Waldstücke im Süden und Osten des Festivalgeländes. „Wir gehen einer Vielzahl von Hinweisen nach“, berichtet Aichele. Allerdings sei darunter bislang keine heiße Spur gewesen.

Dennoch schätzt Aichele die Erfolgsaussichten gut ein. „Unsere große Hoffnung ist, dass wir in heute – lebend – finden.“ Falls die Suche ergebnislos bleiben sollte, werde man morgen selbstverständlich weitermachen – mit einer neuen Strategie.

Private Suchaktion läuft parallel zum Polizeieinsatz

Parallel zur strukturierten Vermisstensuche der Polizei läuft auch eine private Suchaktion, die die Freundin des Vermissten, und Freunde sowie Bekannte organisiert haben. Daran beteiligen sich seit Montagabend Hunderte von engagierten Freiwilligen, viele von ihnen stammen aus Eching. Zahlreichen jungen Menschen, nicht nur aus Tobias D. Freundeskreis, ist es ein großes Bedürfnis, aktiv beim Suchen mitzuhelfen, etwas zu tun. Dazu gibt es Handzettel und Aufrufe bei Instagram und Facebook mit Fotos von Tobias und den Umständen seines Verschwindens, die bislang tausende Male geteilt worden sind.

Am Sonntag und im Laufe des Montags hatten sich die Suchenden auf das Ortsgebiet von Eching und von dort ausgehend in Richtung Eichenried konzentriert.  Am Montagabend verlagerte sich der Treffpunkt vom Echinger Maibaum auf den Parkplatz am Echinger See. Bereits am Dienstag ab 9 Uhr in der Früh wurde die Suche fortgesetzt. Treffpunkt für die Freiwilligen Helfer war dieses Mal der Parkplatz Hollerner See. „Danke an alle für die unglaubliche Hilfe“, hatte seine Freundin gepostet - und eine Bitte: „Haltet bitte weiterhin die Augen offen.“

Hinweise zum Verbleib von Tobias an die Polizei

Eine derartige Schwarmsuche, bei der alle genau hinschauen, könne durchaus eine sinnvolle Ergänzung sein, sagt auch Polizeisprecher Aichele. Wichtig sei dabei aber vor allen Dingen, dass alle sachdienlichen Hinweise direkt an die Polizei weitergegeben werden. Hinweise nimmt die PI Neufahrn unter Tel. (08165) 95100 entgegen.

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