24-Stunden-Alkoholverbot am Münchner Hauptbahnhof: Entscheidung ist gefallen

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Für ein halbes Jahrhundert in der SPD wurde Joachim Enßlin (3. v.l.) vom Vorstand des SPD-Ortsvereins (v. l.) Anette Martin, Thomas Müller-Saulevicz sowie Stefanie Malenke, Herbert Hahner und Carsten Seiffert (v. r.) beim Neujahrsempfang geehrt.

Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins

Hohe Ehre für den „grünen Jockel“

Es war schon ein bemerkenswerter Zufall und erstaunliche Koinzidenz der Ereignisse: Der gut besuchte Neujahrsempfang der Echinger Genossen fand zeitgleich mit dem SPD-Parteitag in Bonn, bei dem sich eine knappe Mehrheit pro GroKo und Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU aussprach. Im Mittelpunkt im Tennisheim Eching stand aber die Ehrung von Echings ehemaligen Bürgermeister Joachim Enßlin für 50-Jährige Mitgliedschaft.

Eching –  Es verwundert nicht, dass auch beim Neujahrsempfang mit den SPD-Kandidaten Markus Grill (Landtag) und Victor Weizenegger (Bezirkstag) und der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Beate Frommhold-Buhl kontrovers über den weiteren Weg, den die deutsche Sozialdemokratie einschlagen soll, diskutiert wurde.

Begrüßt wurden die Gäste von Thomas Müller-Saulewicz, neben Seiffert zweite Hälfte der SPD-Doppelspitze. Er positionierte sich als GroKo-Gegner und Unterstützer der Jusos, als „der SPD von morgen“. Er sieht die Volkspartei in einer Koalition mit einer „starken Merkel“ in Gefahr. In der Opposition „frech sein und fordern“ darin liege eine Chance auf Erneuerung.

Seiner Rolle als designierter Wortführer wurde Joachim Enßlin (Echings Gemeindeoberhaupt von 1972 bis 1992) und Ehrenbürger der Gemeinde in Form einer Gegenrede und pro GroKo gerecht: „Was ist wichtiger: das Image der Partei oder das Wohl der Menschen?“, fragte er seine Genossen, und: „Was ist denn die Alternative?“ Eine Minderheitsregierung hielte nicht, bei Neuwahlen werde man abgestraft, so Enßlin. Seiner Überzeugung nach habe die SPD in den Verhandlungen eine Menge erreicht für kleinere und mittlere Einkommen, jedenfalls deutlich mehr als Jamaika. Und das sei besser „als nichts zu tun“ meinte er nüchtern.

Im Mittelpunkt aber stand als „schöne Pflicht“, so Ortsvorsitzender Carsten Seiffert die Ehrung von Joachim Enßlin für seine 50-Jährige Mitgliedschaft in der SPD. In seiner Laudatio charakterisierte der Ortsvorsitzende Enßlin als „Macher“ und „Wortführer“. Enßlin sei jemand, der sehr viel angestoßen habe, beispielsweise bürgerschaftliches Engagement, die Patenschaft mit Trezzano und die Auszeichnung als kinderfreundliche Kommune. Davon zeugt unter vielem anderen auch sein Spitzname als „grüner Jockel“, so genannt wegen seiner eigenhändigen Baumpflanz-Aktionen, der Anlage eines Grüngürtels um die Gemeinde mit Freizeitgelände und Kleingartenanlage.

Nicht nur damit habe Enßlin das Bild der Gemeinde geprägt, sondern auch unter anderem mit dem Bau von Bürgerhaus, Jugendzentrum, Musikschule und Alten- und Servicezentrum. Mit dem in seiner Amtszeit initiierten und vielerorts übernommenen Echinger Baulandmodell habe man vielen jungen Familien ein Eigenheim ermöglicht. Zu Enßlins Verdiensten über die Gemeindegrenzen und den Tellerrand hinaus listete Seiffert in einer (imaginären) Liste, „die aufgrund der Fülle immer nur unvollständig sein“ könne, sein Engagement für die Dritte Welt im Arbeitskreis Entwicklungshilfe auf, und last but not least seine Handschrift und treibende Kraft im erfolgreichen Bürgermeisterwahlkampf für Sebastian Thaler.

Nach der politischen Kost wurde unterhaltsam und gemütlich. Während in Bild und Ton an die imposante und gelungene 70-Jahr-Feier des SPD-Ortsvereins erinnert wurde, konzentrierte man sich auch gerne auf „WBB“ – Weißwürste, Bier und Brezen.

Ulrike Wilms

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