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Drive-In-Impfung bei Ikea: Riesiger Aufwand, kaum Resonanz - Impfstoff wird weggeschmissen

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Impfen in Tiefgarage
Pieks durchs Autofenster: Erstmals gab es auch im Landkreis Freising die Möglichkeit einer Drive-In-Impfung. Das Prozedere von der Datenaufnahme bis hin zur Aufklärung durch den Arzt blieb allerdings gleich. Nach der Impfung durfte man aber im Auto warten. © Lehmann

Auf dem Ikea-Parkplatz in Eching war erstmals eine Drive-In-Corona-Impfung möglich. Doch am Ende wanderte der bereits aufgetaute Stoff in den Müll.

Eching - Die Idee, einen Einkauf bei Ikea und eine Impfung gegen das Corona-Virus zu verbinden, ist eigentlich gar keine schlechte. Doch trotz hohem Engagement und großem Aufwand des Impfzentrum-Teams war die Bilanz am Ende des Tages doch eher ernüchternd. Nur 198 Menschen haben sich innerhalb von elf Stunden auf dem Ikea-Parkplatz pieksen lassen – trotz der erstmaligen Möglichkeit einer Drive-in-Impfung.

Corona-Impfung auf Ikea-Parkplatz: Resonanz gering in Eching

Gleich um 9 Uhr morgens hatte es noch eine lange Warteschlange vor den Impf-Zonen auf dem gesperrten Ikea-Parkplatz in Eching gegeben, und auch danach ging es regelmäßig weiter. Nur: Der große Run blieb leider eben aus. Dabei gab es dieses Mal sogar die Landkreis-Neuheit der Drive-In-Impfung in der untersten Etage des Parkhauses, die tatsächlich auch gut angenommen wurde – laut BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl nutzte etwa die Hälfte der Impfwilligen des Tages den Pieks durchs offene Autofenster.

Impf-Warteschlange auf Parkplatz
Um 9 Uhr früh war der Andrang auf dem Ikea-Parkplatz noch relativ groß. Dann lichteten sich die Reihen. © Lehmann

Drive-In-Impfung gegen Corona in Echinger Ikea: Den Impfstoff durfte man auswählen

Das Prozedere blieb natürlich gleich – Aufnahme der Daten, Aufklärung durch einen Arzt und die Verabreichung der Impfdosis durch eine medizinische Fachkraft. Die Meinungen der Drive-In-Nutzer: „Praktisch“, „geht schneller“ und „unkompliziert“. Auch für die Autofahrer galt natürlich eine Wartezeit von zehn bis 15 Minuten, ganz bequem im eigenen Fahrzeug. Wie auch bei den mobilen Einheiten von BRK und Johanniter auf dem Parkplatz hatten die Impfwilligen in der Tiefgarage die Möglichkeit, zwischen drei Impfstoffen zu wählen: Moderna, Biontech und Johnson & Johnson. Für Söhl war der Impfstoff-Tagessieger nicht weiter überraschend, da dieser oft bevorzugt werde: Biontech.

Maue Resonanz bei Corona-Impf-Aktion in Eching: Ikea spendierte sogar Speis und Trank

Wie kam es aber eigentlich zum Impfangebot auf dem Ikea-Areal? Die beiden Neufahrner Gemeinderäte Frank Langwieser und Silke Rößler hatten den ersten Schritt dafür gemacht und dabei schnell Söhl ins Boot geholt. Und dieser hatte dann auch gleich eine gute Idee, wo immer viele Leute in Eching unterwegs seien: „Bei Ikea, das wär’s!“ Das Unternehmen selbst hat mit solchen Aktionen Erfahrungen, denn auch in Berlin wird dort auf den Parkplätzen erfolgreich geimpft. Man zeigte sich überaus kooperativ und hilfsbereit – unter anderem gab es gratis Essen und Getränke für das Impfteam. Der Impfstoff, betonte Langwieser, müsse zu den Menschen gebracht werden, obwohl er auch befürchtete, dass viele Leute die anstehende Impfung aufgrund ihres Urlaubs verschieben. Allerdings zähle aber auch jede einzelne Impfung im Kampf gegen das Virus, betonten Langwieser und Rößler.

Die Mehrheit der Ikea-Gäste bekamen am Samstag übrigens ihre Erst-Impfung. Die komplette Aktion verlief absolut reibungslos. Am 28. August kommt dann das Impf-Team erneut zum Möbelhaus, um die Zweitimpfung anzubieten.

Traurige Bilanz nach Corona-Impf-Aktion in Echinger Ikea: 20 Dosen Impfstoff wurden verworfen

Das Fazit: 141 Dosen Biontech wurden appliziert, 52 Dosen Johnson & Johnson und nur fünf Dosen Moderna. Freilich, sagte Söhl, habe er bei der Aktion eigentlich mit mehr Impfwilligen gerechnet, denn der Aufwand für diesen Tag wäre schon erheblich gewesen. Angefangen bei digitalen Geräten zur Datenerfassung bis hin zu einem Personalaufwand, der doppelt so hoch war als im Impfzentrum Freising. Um die 20 Dosen Impfstoff von den verschiedenen Herstellern habe man schließlich vor Ort verwerfen müssen, da sie angebrochen nicht mehr zurück ins Impfzentrum transportiert werden dürfen.

Richard Lorenz

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