Landratsamt bestätigt Mängel

Ekel-Alarm in Ikea-Restaurant: Jahrelang Mäusekot und Schimmel-Essen - darum erfuhr Bevölkerung nichts

  • vonBastian Amann
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Angeschimmeltes Köttbullar und Mäusekot: In der Küche des Echinger Ikea-Restaurants herrschten jahrelang bedenkliche Zustände. Die Behörde schritt immer wieder ein.

Eching - Fünf Jahre lang, von 2014 bis 2019, herrschten in der Küche des Echinger Ikea-Restaurants bedenkliche hygienische Zustände. Dabei waren angeschimmelte Hackfleischbällchen oder verdreckte Dosenöffner wohl noch das geringere Problem: Wie aus Unterlagen des Landratsamts Freising hervorgeht, bereiteten Ikea besonders Mäuse nachhaltige Schwierigkeiten. Immer wieder tauchten deren Hinterlassenschaften in Bereichen rund um die Küche auf. Die gute Nachricht: Seit Ende März scheint man die Lage wieder im Griff zu haben, bei der letzten Kontrolle gab es keine Beanstandungen mehr.

Ikea Eching: Mäuseexkremente seit Juni 2015 aktenkundig

Die Exkremente wurden erstmals im Juni 2015 aktenkundig. „Der Boden unter den Paletten im Lager im Keller war stellenweise mit Mäusekot verunreinigt“, heißt es in einem Ergebnisprotokoll der Kontrolleure aus der Kreisbehörde. Als diese im März 2016 erneut der Ikea-Küche einen Besuch abstatteten, betrafen von den insgesamt 24 notierten Verstößen zehn die kleinen Nager. So wurde Mäusekot in Gängen, unter Öfen, Mikrowellen und Arbeitstischen, in Schränken, auf Holzpaletten, in Regalablagen und auf den Umverpackungen der beliebten Hotdogs gefunden.

Ekel-Alarm im Ikea-Restaurant Eching: Nach jahrelangen Kontrollen endlich sauber?

Kein Wunder, dass die Lebensmittelüberwachung ihre Kontrollintervalle verkürzte und die Küche bis März 2017 noch fünf weitere Male unter die Lupe nahm. Und die kleinen schwarzen Kügelchen tauchten dabei immer wieder auf: auf Fußböden, Regalflächen oder sogar dem Transportwagen, auf dem die Warmhaltebehälter mit Soßen gelagert werden. Erst seit November 2017 spielt Mäusekot in den Protokollen keine Rolle mehr. In der Folge wurden nur noch kleinere Verstöße gegen die Hygieneregeln im Küchenbereich registriert.

Bei Ikea nehmen wir die Berichte der Behörden selbstverständlich sehr ernst.

Ikea-Pressesprecherin Claudia Seibert

Bei Ikea selbst „nehmen wir die Berichte der Behörden selbstverständlich sehr ernst und handeln bei festgestellten Mängeln stets unverzüglich“, wie Pressesprecherin Claudia Seibert auf Anfrage mitteilte. „Wir arbeiten mit einem umfangreichen HACCP-Konzept, dessen Einhaltung wir in unangekündigten Audits fortwährend prüfen und sicherstellen.“ Da diese Missstände von einem einzelnen Verbraucher über ein Internetportal bekanntgemacht worden sind, habe Ikea diesem auch angeboten, „in den direkten Austausch mit uns zu treten, (...) um Missverständnisse zu vermeiden“. Wie Seibert ausführt, würden die Kontrollberichte der Ämter nämlich „häufig in einem Fachjargon und nur stichwortartig verfasst“. Fraglich allerdings, ob die Formulierungen in den Protokollen des Landratsamts wirklich so schwer zu verstehen sind.

Mäusekot im Ikea Eching: Deshalb erfuhr die Bevölkerung nichts

Die Kreisbehörde, die wegen der Vorkommnisse nicht nur ein Bußgeld von 470 Euro verhängte, sondern kurzfristig auch einen Teil des Betriebs sperrte, begründete es übrigens mit rechtlichen Voraussetzungen, die gefehlt hätten, um die Bevölkerung über die Verstöße gegen die Hygieneauflagen in der Restaurant-Küche zu informieren. Es habe weder eine akute Gefahr für die Gesundheit gegeben, noch sei „ein ekelerregendes Lebensmittel in nicht unerheblicher Menge in den Verkehr gelangt“. Unabhängig davon ist das Restaurant wegen der Pandemie ohnehin bereits seit Monaten geschlossen.

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Rubriklistenbild: © ikea

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