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Es hat nicht sollen sein: Norbert Reiff und seine Musikanten aus der Nähe von Tübingen bissen sich als einziger deutscher Vertreter an der Konkurrenz aus Österreich die Zähne aus.

Grand Prix der Blasmusik

Der Kampf gegen die Musik aus der Steckdose

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Was Schlager-, Pop- und Volksmusik kann, kann die Blasmusik nun auch – nämlich einen eigenen Grand Prix ausspielen. Als Austragungsort für einen der drei Vorentscheide war die Echinger Brass Wiesn auserkoren. Zum Ausklang des Festivals am Sonntagnachmittag beschlossen drei Kapellen mit ihrem Wettbewerb das viertägige Open-Air-Event.

Eching – Dabei galt es für das angetretene Blech-Blas-Kombattanten-Trio, die einzige Eintrittskarte für das Grand-Prix-Finale am 29. Oktober im Circus Krone in München zu gewinnen. Dazu angetreten waren die Raaber Blechbuam und die Blech-K’hopt-Musikanten aus Österreich sowie Norbert Reiff und seine Musikanten aus der Nähe von Tübingen als deutsche Vertreter.

Ein Sieg lohnt sich: Neben Ehre und Pokal gibt es eine CD-Produktion und ein Tenorhorn zu gewinnen. Neben Eching finden in Bärnau und Obergünzburg noch zwei weitere Vorentscheide statt. Durch das Programm führte „Grand-Prix-Macher“ Georg Ried, vielen als Blasmusik-Koryphäe, Autor, Dirigent und Moderator ein Begriff. Unterstützt wurde er von einer illustren dreiköpfigen Jury aus Ernst Hutter, Chef der Egerländer Blaskapelle, Bob Ross (Blechschaden) und Roland Kohler (Neue Böhmische Blasmusik).

Dabei erwiesen sich die Kleinsten als die Größten beziehungsweise Besten: Die siebenköpfigen Raaber Blechbuam gingen als Sieger aus dem Entscheid hervor. Jury-Vorsitzender Hutter gab zu Protokoll, dass „alle ihr Bestes gegeben“ hätten – und die Entscheidung schwierig war.

Dabei hatten die Musiker aus Raab nicht nur die undankbare Startnummer eins gezogen, sondern auch noch Regen als Begleitmusik. Das tapfere Häuflein der wenigen Anwesenden hüllte sich flugs in die obligatorischen Plastiktüten und Regenhäute, Schirme wurden aufgespannt – und alle harrten aus. Ried behielt zum Glück Recht mit seiner Ansage, dass die österreichischen Gäste die Regenwolken wegblasen könnten – dank ihres runden und harmonischen Bläser-Sounds.

„Seit 2008 kämpfen wir gegen Musik aus der Steckdose und wollen unser Publikum durch unsere Spielfreude begeistern“ heißt es auf der Blechbuam-Homepage. Unter den zirka zehn Stücken eines möglichst breit gefächerten Repertoires müssen zwei Eigenkompositionen sein. Für das „Selbstgemachte“ ist Sebastian Schraml als Arrangeur und Stückeschreiber zuständig. Einer seiner Premierentitel war eine Polka mit dem Titel „Wunderbare Jahre“ – und die kommen ja jetzt vielleicht für die Vorentscheid-Gewinner.

Als nächstes waren die erst 2012 gegründeten Blech K´hopt-Musikanten an der Reihe. Ihr zungenbrecherisch anmutender Name ist abgeleitet von dialektal „Pech k’hopt“, also „Pech gehabt“. Blasmusik-typisch wurde aus Pech – Blech. Selbiges wussten die 16 Musiker aus Oberkärnten nuanciert einzusetzen. Die Veteranen unter den „Nachwuchs-Musikanten“ stellte eindeutig die deutsche Vertretung um „Bandleader“ Norbert Reiff aus der Nähe von Tübingen dar, der bereits seit 1995 Blasmusik macht – mit Schwung, Begeisterung und Humor. Dies alles hatte er auch mit nach Eching gebracht. Die beiden Eigenkompositionen bekamen spontan die Namen „Nur für euch“ und „Brass Wiesn Polka“.

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