Hier soll die Kapelle entstehen
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Vor dieser Hintergrundkulisse aus großen Bäumen ist die hölzerne Kreuzwegkapelle bei Dietersheim geplant. Doch die Umsetzung dieser Pläne ist nun mehr als fraglich.

Verwunderung im Bauausschuss Eching

„Spezieller Wunsch“ des Landratsamts: Holzkapelle in Dietersheimer Isarauen abgelehnt

Der Verein, der in den Dietersheimer Isarauen eine Holzkapelle bauen will, hat schlechte Karten. Das Landratsamt lehnt die Pläne aus baurechtlichen Gründen ab.

Eching/Dietersheim - Die Gemeinde stand dem Projekt, das auf eine Privatinitiative zurückgeht, zunächst positiv gegenüber. Die geplante Kapelle weist den Unterlagen zufolge eine Größe von 9,50 Metern Länge und 3,70 Metern Breite auf. Das entspricht gut 30 Quadratmetern. Für das vorgesehene Umfeld der Kapelle wird eine Fläche von etwa 200 Quadratmetern benötigt.

Im Bauausschuss hatte man dem auf Gemeindegrund geplanten Projekt Anfang März das Einvernehmen erteilt. Allerdings unter der Vorgabe, dass für die Freiflächen ein Außenanlagenplan nachzureichen ist. Unabhängig davon hat das Landratsamt dem Bauherrn in einem Schreiben Mitte Juni mitgeteilt, dass sein Vorhaben nicht genehmigungsfähig ist. Das Grundstück befindet sich im Außenbereich, besser gesagt im Landschaftsschutzgebiet, wo normalerweise nur landwirtschaftliche Gebäude eine Aussicht auf Genehmigung haben. Außer, wie Bürgermeister Sebastian Thaler erklärte, die Gemeinde würde hierzu eigens ihren Flächennutzungsplan ändern. Bis dato war man davon ausgegangen, dass es für ein derartiges Projekt eine Sonderregelung geben würde.

Ist ein Personalwechsel der Grund für die Ablehnung?

Die unerwartet ablehnende Haltung des Landratsamt führte Thaler womöglich auf einen Personalwechsel zurück. „Das ist schon ein spezieller Wunsch des Landratsamts Freising“, urteilte Bauamtsleiter Thomas Bimesmeier. Herbert Hahner (SPD) wollte wissen, ob man da nicht etwas „auf dem kleinen Dienstweg“ machen könne. „Das hab ich doch schon“, entgegnete Thaler sichtlich enttäuscht. Bimesmeier stellte das Projekt daraufhin in Frage. „Wenn es keine Chance gibt, dann geht es halt da draußen nicht“, lautete seine Einschätzung.

Durchweg begeistert zeigte man sich von der in Raum stehenden Flächennutzungsplanänderung ohnehin nicht. Axel Reiß (Grüne) riet dazu, „Abstand von dem Vorhaben zu nehmen“. Es sei von vornherein eine knappe Entscheidung gewesen. Er sprach von „einer Privatangelegenheit“ und davon, dass der Verein das Bauvorhaben „woanders realisieren“ solle. Andere Ausschussmitglieder wie Georg Bartl (CSU) machten es davon abhängig, „dass der Gemeinde keine Kosten entstehen“. Gerade nicht für die Änderung des Flächennutzungplans. Bimesmeier war in einer Schätzung von 10 000 Euro ausgegangen.

Kostenfrage soll Angelegenheit des Trägervereins bleiben

Am Ende einigte man sich im Gremium darauf, dass zunächst einmal die generelle Genehmigungsfähigkeit mittels Flächennutzungsplanänderung geprüft werden solle. Für einen Aufstellungsbeschluss sei das Vorhaben wieder im im Bauausschuss vorzulegen, hieß es. In der Kostenfrage war man sich einig, dass das Angelegenheit des Antragsstellers, sprich des Trägervereines sei. Selbst diese Entscheidung fiel nicht allen leicht. Es gab zwei Gegenstimmen.

Alexander Fischer

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