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Anleinen beim Gassigehen oder nicht: Noch haben Hundehalter in Eching die Wahl.

Echinger Gemeinderat diskutiert über Hundehalter, Leinenzwang und die richtige Erziehung

Keine Verordnung ohne Freilaufflächen

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Der Angriff eines Rottweilers auf zwei kleine Kinder (wir berichteten) machte sich auch auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Dienstag bemerkbar. 750 Echinger hatten bereits im Vorfeld per Unterschriftenliste die Wiedereinführung einer Hundehaltungsverordnung gefordert. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Eching – Seit 2016 wird das Thema Hunde in Eching durch Einzelfallanordnungen wie Anlein- oder Maulkorbpflicht geregelt. Damit können Vierbeiner unabhängig von Größe, Rasse oder Alter sanktioniert werden. Aber: „Im Endeffekt muss erst was passieren, der Hund gemeldet werden“, sagte Bürgermeister Sebastian Thaler. Würde man es hingegen schaffen, wieder eine Hundehaltungsverordnung einzuführen, könnte das freie Umherlaufen aller großen Vierbeiner (ab 50 Zentimeter) und Kampfhunde eingeschränkt werden. Für diese Verordnung ist allerdings die Schaffung von Freilaufflächen Voraussetzung – und solche gibt es bis dato im Gemeindegebiet nicht. Wie es seitens der Gemeindeverwaltung hieß, sei der Mangel an besagten Arealen auch der Grund gewesen, warum man die alte Verordnung habe auslaufen lassen. Sonst hätte die Kommunalaufsicht diese über kurz oder lang abgelehnt.

Doch Thaler sieht die Hürde als überwindbar an: „Unser Ziel muss es jetzt sein, die Satzung nach aktuellen Vorgaben aufzubereiten – gleichzeitig müssen wir uns auf die Suche nach geeigneten Flächen begeben“, riet er dem Ratsgremium. Auch SPD-Sprecherin Anette Martin hält wenig davon, weiterhin Einzelfallanordnungen zu vertrauen: „Wir sollten uns dieser Verordnung schon nähern.“ Außerdem schlug sie die Schaffung (steuerlicher) Anreize für Hundebesitzer vor, mit einem Vierbeiner in eine Hundeschule zu gehen. Die Idee ihrer Fraktionskollegin Stefanie Malenke: Mit Hundeschulen auch Schulen und Kitas besuchen, um die Kinder auf die Thematik aufmerksam zu machen.

„Kinder werden erwachsen, Hunde nicht“, warf Otmar Dallinger (FW) ein, „ich spreche da aus eigener Erfahrung.“ Deshalb lägen solche Zwischenfälle wie die Rottweiler-Beißattacke „immer an Hund und Halter“. Er denke jedenfalls, dass es reichen müsste, die aktuelle Regelung vernünftig durchzusetzen. Sebastian Thaler hingegen war der Meinung, „dass 95 Prozent der Hundehalter“ mit einer neuen Verordnung kein Problem hätten. Einstimmig beauftragten die Räte die Verwaltung , eine solche auszuarbeiten und potentielle Freilaufflächen im Gemeindegebiet ausfindig zu machen. Auch der „Zuckerl“-Vorschlag von Anette Martin soll überprüft werden.

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