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Auszeichnung für die „Retter der Garchinger Heide“

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Sie alle kümmern sich um die Garchinger Heide
Die Akteure der Natura-2000-Partnerschaft „Garchinger Heide“ mit der Regierungsvizepräsidentin Sabine Kahle-Sandner (6. von links) und der Natura 2000-Botschafterin Auguste von Bayern (4. von links). Foto: ANL © ANL

Viele Akteure haben die Geschichte der Garchinger Heide geprägt. Dafür wurden sie nun als Natura-2000-Partner ausgezeichnet.

Eching – Die Veranstaltung in der Garchinger Heide, die im südöstlichen Echinger Gemeindegebiet liegt, hatte die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) initiiert. Kooperationsparter sind die Regierung von Oberbayern, die Bayerische Botanische Gesellschaft e.V. und der Heideflächenverein. Urkunden und Laudatio kamen von Regierungsvizepräsidentin Sabine Kahle-Sandner und der bekannten Ornithologin Auguste von Bayern.

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Die Garchinger Heide ist die einzige erhaltene ursprüngliche Heidefläche im Münchner Norden. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts (1907 bis 1914) sicherte die Bayerische Botanische Gesellschaft die „wertvollsten noch unangetasteten Teile der Heide“ durch den Erwerb von Flächen. Dadurch wurde die Garchinger Heide vor der Umwandlung in Ackerland gerettet und 1942 schließlich zum Naturschutzgebiet erklärt. „Durch ihre geringe Flächengröße, durch Randeinflüsse der intensiv genutzten Landwirtschaft und die verinselte Lage war die Garchinger Heide in ihrem hochwertigen Bestand gefährdet“, schreibt dazu der Heideflächenverein. Deshalb sei die Arrondierung des Schutzgebiets und der Aufbau eines Biotopverbundes zum Mallertshofer Holz als wichtiges Ziel formuliert worden.

1992 startete ein wissenschaftliches Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E) zur Wiederherstellung von Heideflächen auf ehemaligen Ackerflächen rund um die Garchinger Heide. Vom Heideflächenverein wurden dafür 30 Hektar Ackerflächen erworben und 27 Hektar Kirchengrund gepachtet.

Trittsteinbiotope dienen als Verbund zum Naturschutzgebiet Mallertshofer Holz

Untersucht wurden verschiedene Methoden zur Wiederansiedlung der Heidearten. Begleitend liefen wissenschaftliche Untersuchungen unter der Federführung der TU München-Weihenstephan von 1993 bis 2002. Auf weiteren Flächen wurden Trittsteinbiotope als Verbund zum Naturschutzgebiet Mallertshofer Holz sowie ein Triebweg für Schafe angelegt. Heute betreut der Heideflächenverein insgesamt 800 Hektar ökologisch wertvolle Flächen im Münchner Norden, die fast vollständig im Natura 2000-Gebiet liegen.

Heideflächenverein-Geschäftsführerin Christine Joas ist zufrieden: „Seit dem Ankauf und damit der Rettung der Garchinger Heide setzen sich nun schon mehrere Generationen für ihren Erhalt und die Wiederherstellung von Heideflächen ein. Nur durch dieses langjährige Engagement vieler Akteure vor Ort konnte die Garchinger Heide geschützt und ausgehend von ihr nach und nach ein Biotopverbund aufgebaut werden.“ Dieser sei schließlich Teil des europaweiten Biotopverbundnetzes „Natura 2000“ geworden.

Von Landwirten über den Maschinenring bis hin zum Schäfer

In einer kleinen Feier würdigten Regierungsvizepräsidentin Sabine Kahle-Sandner und Natura 2000-Botschafterin Auguste von Bayern die Helfer: Einzelpersonen, Vereine und Institutionen wie die Bayerische Botanische Gesellschaft, den Heideflächenverein, den Maschinenring, die Landwirte, Schäfer, Wissenschaftler, Naturschutzverbände, die Kirche, Jagdpächter, Naturschutzwacht und besondere Gebietskenner.

Gut zu wissen

Weitere Infos rund um das Verbundnetz Natura 2000 gibt es unter www.ganz-meine-natur.bayern.de.

ft

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