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Damit keine falschen Schlussfolgerungen aufkommen: Bürgermeister Sebastian Thaler und Stellvertreter Otmar Dallinger (l. gehörten nicht zur räuberischen Maibaum-Bande, sondern spendierten bei der spontanen Diebesfeier das notwendige Bier zum Anstoßen auf den gelungenen Clou.

Echinger Burschen klauen Viehbacher Maibaum

Lieblingssport: Holztransport

Da kam bei den Echinger Burschen diebische Freude auf: In einer sorgfältig geplanten und gekonnt durchgeführten Geheim-Aktion in der Nacht zum Donnerstag konnte der Viehbacher Maibaum geklaut und sicher nach Eching gebracht werden.

EchingDie sensationelle Kunde wurde per Facebook schnell und voller Stolz verbreitet: „Unser Lieblingssport ist Holztransport! Der Burschenverein Eching hat heute Nacht zum Freitag erfolgreich zugeschlagen und den 31 Meter das 31 Meter lange Stangerl aus Viehbach mitgenommen“, lautete die Nachricht. Unter den Kommentaren befindet sich sogar eine Gratulation aus Viehbach: „Wia habtsn des gschafft?“, heißt es da bewundernd. Gut versteckt und noch besser bewacht befindet sich der zukünftige Viehbacher Baum nun vorübergehend in Echinger Gewahrsam – bis zur Zahlung der vereinbarten Auslöse. Wie Burschen-Chef Christian Weiß berichtete, laufen die Verhandlungen mit den rechtmäßigen Besitzern, dem Burschen- und Madelverein Viehbach, bereits. Die nehmen das Ganze mit Humor.

Tatsache ist, dass der Viehbacher Maibaum nur sehr nachlässig, ja eigentlich gar nicht bewacht wurde. Offensichtlich hatte man sich darauf verlassen, dass der öffentliche Platz vorm Schützenheim, wo der bereits halb geschälte mächtige Fichtenstamm auf seine zukünftige Bestimmung wartete, von Haus aus sicher genug sei. Schließlich befand er sich mitten im besiedelten Ortsgebiet. Doch da wurden alle eines besseren belehrt. Weil man im Burschenverein überall gute Kontakte pflegt, zufällig das eine oder andere läuten hört und sicher auch gezielt die Ohren aufsperrt, wenn vor anstehenden Maifesten geplaudert wird, bekamen die Echinger Burschen nämlich Wind von der laxen Verwahrung. Nach strategischem Ausbaldowern der avisierten Beute in zwei vorausgehenden Nächten stand der Plan und die Entführung für Mittwochnacht fest. Gut zwei Dutzend Echinger Burschen führten heimlich, still und leise den Klau durch, eine logistische und körperliche Meisterleistung, die bei der schlafenden Bevölkerung unbemerkt blieb.

Um vier Uhr wurde der Baum mit geballter Manneskraft und unter größtmöglichem Muskeleinsatz auf den mitgeführten, kleinen Aufleger gewuchtet, eine Herkules-Arbeit, die wegen des großen Gewichts des Baumes in Kombination mit der nötigen Geräuschlosigkeit und ohne Tageslicht beinahe zu scheitern drohte. Doch dann war das schwere Diebesgut auf seiner rollbaren Unterlage und wurde in kollektiver Handarbeit so geräuschlos wie möglich aus dem Ort herausgeschoben, aus taktischen Gründen bis hinter das Viehbacher Ortschild, denn ab da gilt ein Maibaum als erfolgreich gestohlen. Dort wurde der Baum auf einen richtigen Transportaufleger umgebettet. In den frühen Morgenstunden ging es mit der Diebesbeute, angehängt an einen Bulldog und von einigen Feuerwehrkameraden abgesichert, die 15 Kilometer im Siegeszug und durch den morgendlichen Berufsverkehr nach Eching. Dort wurde natürlich auch gemeinsam auf den alten Brauch und den neuen Streich angestoßen. Ehrensache, dass das Diebesgut sorgfältigst im Auge behalten und in tadellosem Zustand wieder ausgeliefert wird.

Ulrike Wilms

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