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Die Radlständer am S-Bahnhof Lohhof

Buntes Vorstrafenregister

Lohhof: Galgenfrist für obdachlosen Radldieb

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Daheim rausgeflogen, vor Gericht gelandet. Ein in Lohhof gescheiterter Radldieb musste nicht zum ersten Mal vor den Kadi. Beim nächsten Mal dürfte es aber nicht nur teuer, sondern eng werden.

Lohhof – Wirklich wohl scheint sich der 20-Jährige in der Notunterkunft nicht zu fühlen: Erst tauschte er diese für eine Nacht gegen ein Hotel und prellte dort die Zeche. Dann wollte er das Angebot eines Freundes nutzen, eine Nacht bei diesem zu schlafen, und stahl dafür ein Fahrrad am S-Bahnhof Lohhof. Dafür musste sich der mehrfach vorbestrafte Echinger nun vor Gericht verantworten.

Die Eltern hatten den Echinger und seinen Bruder vor die Tür gesetzt. So landeten die eiden in der Notunterkunft im Landkreis Freising. Zu den weiteren familiären Umständen wurden bei der Verhandlung keine Angaben gemacht.

Kein Geld fürs Taxi, zu weit zum Laufen

Der 20-Jährige war am 27. Mai dieses Jahres in Unterschleißheim unterwegs gewesen. Es war spät geworden. Ein Spezl bot ihm an, die Nacht in seiner Wohnung in Fahrenzhausen (Kreis Freising) zu verbringen. Doch eine S-Bahn fuhr dorthin um 2 Uhr morgens nicht mehr; Geld für ein Taxi habe er auch keines besessen, bedauerte der 20-Jährige. Laufen kam ebenso nicht in Frage. „Sieben, acht Kilometer sind das schon.“ Da sei ihm die Idee gekommen, bis Fahrenzhausen zu radeln – mit einem geklauten Rad.

Sonderlich weit kam er nicht. Gerade hatte er sich am S-Bahnhof in Lohhof ein wohl nicht abgesperrte Fahrrad geschnappt, vernahm er aus der Dunkelheit die Stimme einer Frau. Die Frau bat ihn, das Rad zurückzustellen. Sonst müsse sie die Polizei alarmieren. Der 20-Jährige gehorchte und stellte das Rad zurück. Die Zeugin rief dennoch die Polizei. Der junge Mann unternahm keinerlei Anstalten, das Weite zu suchen und wartete, bis die Beamten kamen. Nun stand er wegen dieses Vorfalls vor dem Amtsgericht Freising.

Die Vorstrafenliste ist lang

Nicht das erste Mal. Der Angeklagte war erst in diesem Jahr wegen Betrugs zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er die Nacht in einem Hotel geschlafen, aber nicht bezahlt hatte. Obwohl er in den zurückliegenden drei Jahren regelmäßig straffällig geworden und verurteilt worden war – wegen Drogenkonsums, Diebstahls, Schwarzfahrens und Betrugs – verurteilt wurde, beließ es das Gericht in diesem Fall bei einer Geldstrafe von 1000 Euro (50 Tagessätze zu 20 Euro).

Dass er beim versuchten Diebstahl in Lohhof letztlich vom Radlklau absah und dort auf die Polizei wartete, kam ihm im Prozess zu Gute. Aber: Er habe beim Urteil viel guten Willen walten lassen müssen, betonte Richter Boris Schätz. Und so verurteilte er den 20-Jährigen nicht als Jugendlichen, sondern als Erwachsenen. Die Schonzeit ist vorüber. Nach der verhängten Geld- folgt bei weiteren Vergehen nun eine Freiheitsstrafe. 

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