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Durch die Bahngleise getrennt sind Bahnhofstraße und Günzenhausener Straße. Eine unterirdische Straßenverbindung ist nun in weite Ferne gerückt.

Bahnlinien-Unterführung in Eching

Machbarkeitsstudie kein Thema mehr

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Ad acta gelegt wurden die Planungen für eine unterirdische Straßenverbindung zwischen der Bahnhofstraße im Süden und der Günzenhausener Straße im Norden neben dem S-Bahnhof. Im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hat eine Mehrheit von SPD, FW, Grüne und Bürger für Eching gegen vier Stimmen der CSU-Fraktion entschieden, zum jetzigen Zeitpunkt dazu keine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

Eching – Aufs Tapet gebracht hatte das schlummernde Projekt, die 1974 unterbrochene Straßenverbindung zu reaktivieren, letztjährig die CSU. Die in diesem Sommer anstehenden Gleisbauarbeiten mit Schließung der Bahnstrecke schien eine gute Chance, die Bahnunterführung und zusätzliche Anbindung des Echinger Nordens in Angriff zu nehmen. Vertiefende Recherchen und Gespräche mit der Bahn machten aber sehr schnell deutlich, dass der zeitliche, logistische, rechtliche und vor allen Dingen auch finanzielle Rahmen dafür unrealistisch ist – und zudem weitere wichtige Voraussetzungen wie der Grundbesitz und vertiefende Expertisen zum Grundwasserspiegel und den unterirdischen Versorgungsleitungen fehlen.

Als Entscheidungsgrundlage für weitere Überlegungen wurde die Bauverwaltung im Sommer 2017 beauftragt, Angebote für eine erneute Machbarkeitsstudie einzuholen. Bei drei Anbietern fordert der günstigste 21 300 Euro. Nach reiflicher Überlegung kam eine Ratsmehrheit zu dem Schluss, dass man zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Tunnelplanungen nicht weiter verfolgen wolle, zumal noch völlig ungeklärt ist, wie denn eine derartige Unterführung dimensioniert sein solle und für welche Verkehrsteilnehmer zugelassen: Nur Fußgänger und Radfahrer? Sollen im Notfall Polizei und Rettungsfahrzeuge davon Gebrauch machen können – oder der Gesamtverkehr?

Zu bedenken sind bei einer Fortführung der Sackgasse Bahnhofstraße eine ganze Reihe Folgen und Nebenwirkungen auf die Süd-Nord-Achse. Generell würde man damit mehr Durchgangsverkehr innerorts generieren. „Wollen wir das?“, fragte Bürgermeister Sebastian Thaler das Gremium. Für ihn habe grundsätzlich ein barrierefreier Zugang zum Bahnhof Vorrang, der in einem Zug mit einer Optimierung der vorhandenen Geh- und Radwegunterführung umgesetzt werden kann – und zwar mit Finanzmitteln der Bahn und des Landes. Es sei angesichts der Haushaltslage verfrüht für eine erneute Expertise, bezog SPD-Fraktionssprecherin Anette Martin Stellung. Ein derartiges Millionenprojekt, dessen Kosten ausschließlich Eching tragen müsste, wäre für die nächsten fünf oder sechs Jahre ohnehin nicht zu stemmen, eine Studie bis dahin dann bereits wieder veraltet. „Rausgeschmissenes Geld“, urteilte auch FW-Sprecher Otmar Dallinger und befürchtet zudem große Probleme mit dem Hauptsammler. Leon Eckert äußerte die Meinung, dass man sich zunächst Gedanken zur Entwicklung des Echinger Nordens machen sollte, bevor man über eine zusätzliche Verkehrsanbindung diskutiert.

Bei seinem nachdrücklichen Plädoyer für die Beauftragung der Machbarkeitsstudie führte CSU-Sprecher Bartl ins Feld, dass man seit 20 Jahren davon spreche, den Norden besser anzubinden. Auch, wenn sich die Maßnahme gegenwärtig nicht finanzieren lasse, müsse man doch darauf hin arbeiten und wenigstens den Grunderwerb sichern. „Das ist unstrittig, aber dafür brauche ich keine Machbarkeitsstudie“, setzte Anette Martin entgegen.

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