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Ob der von den Flammen in Mitleidenschaft gezogene Wohnungstrakt sanierunsfähig ist, wird das Statikgutachten zeigen.

Die Folgen der Flammen

Nach Hallen-Feuer in Eching: Brennendstes Problem beseitigt

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Nach dem verheerenden Feuer in der Echinger Tennishalle sind die Aufbauarbeiten in vollem Gange. Mehr als 200 ehrenamtliche Stunden haben Vereinsmitglieder bereits investiert – und viel Unterstützung erfahren. Zeit für gute Nachrichten.

Eching – Das brennendste Problem nach dem Feuer ist bereits beseitigt: Dank der unbürokratischen Unterstützung der Gemeinde, der großen Hilfsbereitschaft einzelner Bürger und benachbarter Vereine sowie des starken Zusammenhalts in der Tennis-Abteilung des SC Eching haben alle, die wegen der Brandkatastrophe obdachlos geworden sind, bereits eine neue Bleibe gefunden.

Wie berichtet, wurde am Muttertag nicht nur die Tennishalle ein Raub der Flammen, sondern auch der angrenzende Gebäudetrakt mit Wohnungen stark beschädigt. Zwei alleinstehenden Frauen und eine vierköpfige Familie wurden zeitweilig in örtlichen Hotels untergebracht. Nun haben alle Opfer eine geeignete, dauerhafte und sofort beziehbare Bleibe gefunden. Die Familie und eine der Damen wohnen weiterhin in Eching. Eine junge Mieterin zieht nach Günzenhausen. Maßgeblichen Anteil an der Unterstützung einschließlich Erstunterbringung, Notausstattung und Wohnungssuche hatte Bürgermeister.Sekretärin Miriam Gastl.

Mit vereinten Kräften und Galgenhumor

Auch sportlich gibt es gute Nachrichten: Die Tennisabteilung unter Leitung von Klaus Weweck und die Projektgruppe Tennis ermöglichten mit vereinten Kräften die Fortführung des Trainingsbetriebs. „Das einzige Hindernis waren die verbrannten Tennisschuhe des sportlichen Leiters Thomas Schauer“ sagte Weweck mit Galgenhumor. Mit einer Wir-lassen-uns-nicht-unterkriegen-Mentalität wurden sogar planmäßig – eine Woche nach dem Brand – die oberbayerischen Jugendmeisterschaften auf den bespielbaren Freiluftplätzen ausgetragen.

„Ich wohne jetzt gewissermaßen hier“: Klaus Weweck, Leiter der SC-Tennisabteilung, verbringt viele Stunden am Unglücksort. 

Benachbarte Tennisvereine aus Dietersheim, Mintraching und Lohhof hatten sofort und von sich aus ihre Hilfe angeboten – ebenso wie der TSV Eching, der bis auf weiteres Duschen und Sanitäreinrichtungen in seinem Stadion zur Verfügung stellt. Zudem dürfen die Tennisspieler bei Turnierbetrieb die einen Kilometer entfernte Dreifachturnhalle der Gemeinde nutzen. So finden am Wochenende die Bayerischen Meisterschaften der Senioren in Eching statt. Denn Schule und Turnierbetrieb sind nicht nur für den Fortbestand der Tennisabteilung von großer Bedeutung, sondern vor allem für die berufliche Existenz von Thomas Schauer.

9 der insgesamt 15 Freiplätze sind bespielbar. Bei den 6 an die Halle angrenzenden Plätzen wurde bei der Beseitigung der Aschereste festgestellt, dass die rote Erde aufgrund der großen Hitze geschmolzen und verkrustet ist. Sobald dieser Versicherungsschaden als Brandfolge aufgenommen ist, geht es an den Abtrag der Deckschicht. „Ich wohne jetzt gewissermaßen hier“ sagt Abteilungsleiter Weweck in der Vereinsgaststätte Tennisheim. Mit anderen Vereinsmitgliedern trifft er sich dort täglich. Gemeinsam haben sie bereits mehr als 200 ehrenamtliche Stunden eingebracht.

Froh ist man über die Unterstützung der Gemeinde: Vom Bürgermeister bis zur Bauabteilung seien alle „mit Elan“ engagiert. Respekt und Hochachtung nötige ihm die Haltung der betroffenen Mieter ab. „Sie, die als einzige das Recht hätten, sich zu beschweren, waren sehr kooperativ und freundlich“ berichtete Weweck.

Ursache des Brandes ist noch ungeklärt

Zwar ist die Ursache des Brandes noch ungeklärt. Wichtiger für den Verein ist aber ohnehin, dass die Brandversicherung die Sportanlage als Totalschaden einstuft. Das ist geschehen. So bestehe laut Weweck nun die Hoffnung, dass die Gemeinde Eching als Eigentümerin mit Hilfe der zu erwartenden Versicherungssumme eine neue Sportstätte in vergleichbarer Größenordnung finanzieren kann. Und nachdem die Ursprungspläne der 1982 erbauten und 2014 für rund 450 000 Euro renovierten Halle im Rathaus vorliegen, wäre sogar eine bauliche Dublette möglich.

Als nächstes steht nun die Beseitigung der Brandruine an. Vom gerade erstellten Statik-Gutachten hängt es ab, ob der an die Halle angrenzende Gebäudetrakt mit Mietwohnungen und Lager sanierungsfähig ist. Die Vorzeichen deuten allerdings eher auf Abriss hin.

Ob an gleicher Stelle wieder ein Wohngebäude entstehen wird, muss noch abgewogen werden. Eine weitere Entscheidung gilt es, bezüglich einer ersatzweise eingesetzten Traglufthalle zu treffen. Derartige Überlegungen hatte Bürgermeister Sebastian Thaler, selbst aktiver Tennissportler beim SCE, zur Überbrückung des Winters ins Spiel gebracht, um eine Abwanderung der insgesamt 180 Hallennutzer zu verhindern.

Spendenkonto

Die Tennisabteilung des SC Eching stellt für eine Spenden-Aktion zugunsten der Brandgeschädigten ihr Konto zur Verfügung: DE 71 70169614 0005722560. Stichwort: Brand

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