Echinger Rathaus wird auf dem Bürgerplatz neu gebaut.
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Letzte Bauarbeiten: Zweieinhalb Jahre wurde an der Rathaus-Baustelle gearbeitet.

Verwaltung und Bürgerbüro ziehen wieder ins Ortszentrum

Neues Echinger Rathaus fast fertig: Umzug steht kurz bevor

  • Ulrike Wilms
    vonUlrike Wilms
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Zwei Jahre und neun Monate liefen die Bauarbeiten auf dem Bürgerplatz auf Hochtouren, nun ist es fast fertig: das neue Echinger Rathaus.

Eching – Neues Rathaus, neue repräsentative Anschrift: Die zum ersten Mal vergebene postalischen Adresse Bürgerplatz 1 für das Echinger Rathaus ist – nomen est omen – geradezu prädestiniert dafür, das Rathaus als erstes Haus am Platz zu charakterisieren, in dem auch die Bürger die Nummer Eins sein sollen. Und da liegt es eigentlich auch nahe, demnächst noch ein paar weitere standesgemäße Hausnummern zu vergeben.

Etwa für das Bürgerhaus und die Volkshochschule, die ebenfalls direkte Anlieger des zentralen Platzes sind – und bis dato an der hinter liegenden Roßberger Straße verortet werden.

Während der ursprüngliche Rathausbau aus dem Jahr 1974 nur über einen öffentlichen Zugang über die Hauptstraße verfügte und deshalb auch die Hausnummer Untere Hauptstraße 3 erhalten hatte, können die Echinger das nach Osten in Richtung Alt-Andreas erweiterte Verwaltungsgebäude nach Plänen der Architektengemeinschaft Wehkamp-Köhler nun von drei Seiten aus betreten: weiterhin von Süden, aber ebenso von Osten sowie von Norden. Dort befindet sich der dem Bürgerplatz zugewandte barrierefreie Haupteingang.

Im überdachten Eingangsbereich wurde bereits eine Anschlagtafel installiert, auf der nach dem Umzug die amtlichen Mitteilungen veröffentlicht werden. Und auch acht große Schaukästen für Vereinsnachrichten säumen den östlichen Rand des Bürgerplatzes zwischen Alt-Andreas und Bürgerhaus. Bei den Außenanlagen wird noch Hand angelegt, etwa bei den Pflasterarbeiten und den Grünflächen. Auch die Freifläche zwischen Rathaus und Kirche rund um die langgestreckte Brunnenanlage an der Ostseite nimmt Gestalt an.

Der barrierefreie Haupteingang des neuen Rathauses befindet sich an der Nord-Seite.

Das Gebäude selbst ist fertiggestellt, der Innenausbau und die Möblierung sind weitgehend abgeschlossen. Eine ganze Reihe von Kartons mit Akten ist vom Interimsrathaus Fürholzener Straße 14 bereits an den Bürgerplatz 1 gewandert. Dort stehen auch die neuen Gemeindeserver bereit. Wie Bürgermeister Sebastian Thaler berichtete, seien etliche gemeindliche Einrichtungen dem Aufruf nachgekommen, sich unter den gut erhaltenen Büromöbeln, die nicht mit ins neue Rathaus genommen werden, passendes Mobiliar auszusuchen. Mitgenommen beziehungsweise übernommen werden allerdings die Bürostühle.

Unter die Rubrik „Pech und Pannen“ fällt die Tatsache, dass auf der Rathaus-Baustelle versehentlich die Telefonkabel durchtrennt wurden. Glücklicherweise konnte aber am Gründonnerstag noch Entwarnung gegeben werden, denn Netzbetreiber Vodafone hat den Schaden behoben. Wann allerdings das „schnelle Internet“ ins Rathaus kommt, sprich der künftige Glasfaseranschluss, für den die Gemeinde mit Mitteln aus dem Bundesförderprogramm zum Breitbandausbau rechnen kann, ist gegenwärtig noch nicht genau absehbar. Vorsorglich wurden Leerrohre vom Verteilerpunkt an der Danziger Straße entlang des Bürgersteigs zum Rathaus verlegt, damit eine Nachrüstung jederzeit möglich ist.

Summa summarum ist das aktuell größte Echinger Bauvorhaben – trotz der einen oder anderen, zum Teil auch coronabedingten Schwierig- und Widrigkeit – über einen Zeitraum von Herbst 2018 bis Frühjahr 2021 glatt und zügig verlaufen. Wegen der unerwartet aufgetretenen Asbestentsorgung beim Abriss wurde der ursprünglich avisierte Fertigstellungstermin vom Herbst 2020 aufs Frühjahr 2021 verlegt – und dabei ist es dann auch geblieben, selbst als kurzfristig wegen Pfusch bei Parkett und Holztreppen das Gewerk gewechselt werden musste.

Modern und hell präsentieren sich das Foyer und die Innentreppe des neuen Rathauses.

Keine Selbstverständlichkeit in der Baubranche sind die „stabil“, sprich „im Rahmen“ gebliebenen Gesamtkosten von etwa 15 Millionen Euro einschließlich der Gestaltung der kompletten Außenanlagen, Neumöblierung sowie Miete für das Ausweichquartier im Alpine-Bau. Nun steht noch ein letztes spannendes Kapitel bevor: die innerörtliche Hauptumzugs-Aktion der kompletten Gemeindeverwaltung, bei der auch der Bauhof alle Hände voll zu tun haben wird. Nach insgesamt zwei Jahren und neun Monaten im Übergangsquartier im Echinger Norden geht es wieder zurück ins Ortszentrum an den angestammten (Bürger-) Platz: Dafür sind fünf Tage von Donnerstag, 22., bis Dienstag, 27. April, vorgesehen, an denen kein Publikumsverkehr möglich ist. Ab Mittwoch, 28. April, sind Bürgerbüro und Verwaltung wieder erreichbar, entsprechend der zu diesem Zeitpunkt gültigen Corona-Kontaktbestimmungen. Näheres dazu unter www.eching.de oder Tel. (0 89) 3 19 00 00.

An eine Einweihungsfeier ist unter den aktuellen Pandemiebedingungen nicht zu denken, vielleicht lässt sich eine Feierstunde bei „besserer Gelegenheit“ nachholen.

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